Ferdinand Habsburg - Kaiserurenkel im Porträt

Der Urenkel von Kaiser Karl I. - Ferdinand Habsburg - hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und wurde Rennfahrer.

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Ferdinand Habsburg - Kaiserurenkel im Porträt © Bild: Ricardo Herrgott News

Steckbrief

  • Geburtsdatum: 21. Juni 1997
  • Geburtsort: Salzburg
  • Voller Name: Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen
  • Beruf: Rennfahrer
  • Sternzeichen: Zwillinge
  • Eltern: Francesca und Karl Habsburg-Lothringen
  • Geschwister: Eleonore (*1994) und Gloria (*1999)

Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonard Habsburg-Lothringen erblickte am 21. Juni 1997 in Salzburg das Licht der Welt. Seine zehn Vornamen lassen sogar Prinz William vor Neid erblassen. Der Herzog von Cambridge hat nur vier - dafür wird er einmal König von England. Wäre Österreich noch eine Monarchie, stünde Ferdinand mit dem britischen Prinzen auf einer Stufe. Da Adelstitel in Österreich seit 1919 aber nicht verwendet werden dürfen, haben seine hergebrachten Titel "Kaiserlicher Prinz und Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn, Böhmen und Kroatien" keine rechtliche Relevanz.

Urenkel des letzten Kaisers

Ferdinand Zvonimir (die übrigen Namen verwendet der Habsburg-Spross in der Regel nicht) ist der einzige Sohn von Karl Habsburg, Enkel von Otto Habsburg und Urenkel von Österreichs letztem Kaiser Karl I. Seine Mutter ist Francesca Habsburg-Lothringen, geborene Thyssen-Bornemisza.

© APA/Franz Neumayr 1997: Baby Ferdinand mit seinen Eltern Francesca und Karl und seiner älteren Schwester Eleonore

Am 20. September 1997 wurde Ferdinand Zvonimir in der Kathedrale von Zagreb von Erzbischof Franjo Kuharic getauft. Zu seinen Taufpaten gehören unter anderem sein Onkel Georg Habsburg-Lothringen sowie Agnes Husslein. Aufgrund des traditionellen Zweitnamens Zvonimir zu einer Zeit politischer Instabilität in Kroatien gab es Spekulationen, die Habsburger bestritten jedoch alle Restaurationsbestrebungen.

© imago images/SKATA 2009: Ferdinand mit seinen Eltern und seinen Schwestern Eleonore und Gloria

Auftritt bei Trauerfeier für Otto Habsburg

Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt hatte Ferdinand Habsburg bei der Trauerfeier für seinen Großvater Otto im Wiener Stephansdom. Der damals 13-Jährige hielt eine vielbeachtete Lesung aus der Bibel.

»Mit meinem Opapa Otto von Habsburg spreche ich fast täglich. Ich spüre, dass er stets bei mir ist.«
© imag images/SKATA Juli 2011: Ferdinand Habsburg hält eine Rede im Stephansdom

Im Interview mit News erzählt der inzwischen erwachsen gewordene Ferdinand Habsburg, dass er "fast täglich" mit seinem verstorbenen "Opapa" spreche. "Ich spüre, dass er stets bei mir ist. Er sitzt im Himmel, schaut auf ich runter und lächelt, wenn ich etwas Gute tue - und tröstet mich, wenn ich einen Fehler mache. Er hat mich so stark geprägt, dass ich mich oft bei ihm bedanke", verrät er.

Der Traum von der Formel-1-Karriere

Ferdinand Habsburg ist in Österreich aufgewachsen, er besuchte die Wiener Danube International School, hat sie mit 17 Jahren mit dem Internationalen Baccalaureate abgeschlossen. Als Teenager interessierten ihn in erster Linie Rockmusik und Autorennen. "Na gut, dann werde eben Rockstar oder Rennfahrer", habe seine Mutter damals gesagt. Seine Karriere begann im Kartsport, 2014 debütierte er in der Formel Renault, weitere Jahre in diversen Formel-Serien folgten. Im Jahr 2017 wechselte Ferdinand Habsburg in die Formel 3. Bereits im zweiten Rennen gelang ihm sein erster Sieg.

© Heinz Stephan Tesarek/News 2014: Ferdinand Habsburg als junger Rennfahrer

2019 ging Habsburg erstmals in der DTM an den Start. Zunächst für Aston Martin, später für Audi Sport. In der Saison 2021 gewann er zusammen mit seinen Kollegen Robin Frijns und Charles Miles für das Algarve Racing Team das Langstreckenrennen European LeMans Series.

© imago images/Nordphoto 2021: Ferdinand Habsburg als Rennfahrer

In einen Rennwagen der Formel Eins hat es Ferdinand Habsburg bisher noch nicht geschafft, aber immerhin arbeitet er jetzt in der Königsklasse.

Rasender ORF-Reporter

Seine Liebe zum Rennsport führte Ferdinand Habsburg auch in die ORF-Sportredaktion. An der Seite von Ernst Hausleitner und seinem Mentor Alexander Wurz fungierte er zuletzt als Außenreporter in der Formel 1.

Der Job macht ihm Spaß. Dass er seinen "Chefs" im strömenden Regen Pommes zu ihren Kommentatorenplätzen brachte, führte zu kontroversen Rückmeldungen innerhalb seiner Familie, doch Ferdinand Habsburg sieht das entspannt. "Es ist mir wurscht, ob ich hierarchisch ganz oben oder ganz unten bin, solange ich etwas tue, was ich genieße", meint er im News-Interview. Er "versuche eben, herauszufinden, was es bedeutet, in der heutigen Welt ein Habsburger zu sein."

Passend dazu: Ferdinand Habsburg im großen News-Interview

Freundin? Bleibt privat!

Und wie sieht es im Privatleben des verhinderten Prinzen aus? Seit dem Jahr 2020 soll Ferdinand Habsburg mit der Westernreiterin Sophie Frimmel, einer Freundin von Michael Schumachers Tochter Gina, liiert sein. Offiziell bestätigen will das der Kaiser-Urenkel aber nicht. Es gehe keinen etwas an, was er in seiner Privatzeit und in seinem Date Life tue, erklärt er gegenüber News.

© Ricardo Herrgott/ News

"Familie als Fundament des Lebens"

Heiraten und Kinder stehen sehr wohl auf der Agenda des Rennfahrers. "Ich halte Familie für das absolute Fundament des Lebens", erklärt Ferdinand Habsburg. Die Ehe sei für ihn ein "Versprechen, das man bis zum Tod lebt". Doch auch ein Leben als Priester steht im Raum. "Er sei offen dafür", sollte Gott ihn rufen, so Habsburg gegenüber News. Jedoch habe er diese Berufung noch nicht bekommen: "Womöglich hängt das damit zusammen, dass ich Frauen viel zu sehr liebe. Ich denke, das versteht der liebe Gott".

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Stolzer Bruder

Ferdinand Habsburg hat zwei Schwestern. Die drei Jahre ältere Eleonore und die zwei Jahre jüngere Gloria. "Meine Schwestern sind viel cooler als ich", meint Ferdinand gegenüber News. Eleonore, laut Aussage des Bruders ein "ultimativer Herzensmensch", ist mit dem ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Jerome D'Ambrosio verheiratet, hat Edelsteinkunde studiert und hat ihre eigene Schmuckdesignmarke. Auch über seine jüngere Schwester schwärmt der stolze Bruder: "Gloria ist viel intelligenter als ich und zudem auch noch bodenständiger. Sie hat ihr Universitätsstudium abgeschlossen, sie hat Internationale Beziehungen und Arabisch studiert." Inzwischen arbeitet sie für Filmprojekte, für politische Dokumentationen.