Gut zu wissen von

Eichenprozessionsspinner:
Darauf sollten Sie achten

Sie können schwere Hautirritationen und Asthma, im schlimmsten Fall sogar einen allergischen Schock auslösen. Die Rede ist von den Raupen des Eichenprozessionsspinners oder besser gesagt von deren giftigen Härchen. Wie kann man sich schützen? Und was tun bei Kontakt? Wir liefern die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie erkenne ich die Raupen?

Die Raupen leben in Familienverbänden. Sie bilden sogenannte Gespinstnester, in denen sich die älteren Tiere häuten. Für die Nahrungssuche schließen sich 20 bis 30 Raupen zusammen. Wenn sie sich fortbewegen, tun sie das in Form einer Linie. Der Anblick ähnelt dem einer Prozession. Daher auch der Name Prozessionsspinner. Die von weißen Härchen übersäten Raupen weisen am Rücken einen dunklen Streifen auf und werden bis zu fünf Zentimeter lang.

© Shutterstock.com Die Raupen auf Nahrungssuche

Wo leben die Raupen?

Wie der Name bereits vermuten lässt, leben die Raupen in erster Linie auf Eichen. Bevorzugt werden Bäume, die einzeln stehen beziehungsweise am Waldrand angesiedelt sind. In populationsreichen Jahren findet man die Raupen auch auf anderen Laubbäumen, hier vor allem auf die Hainbuche.

Im Video: Die giftigsten Tiere der Welt

© Video: News.at

Wann besteht Gefahr?

Bis zur Verpuppung durchlaufen die Raupen fünf bis sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Stadium sind sie gefährlich. Da bilden sie nämlich die sogenannten Brennhaare aus, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten und mit Widerhaken ausgestattet sind. Diese Entwicklung findet meist in den Monaten Mai und Juni statt.

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Was passiert bei Kontakt?

Auf der Haut verursachen die Härchen meist juckende Ausschläge und Schwellungen. Man spricht hier von der Raupendermatitis. Unbehandelt kann sie bis zu zwei Wochen anhalten. Das Einatmen der Härchen kann zu schmerzhaftem Husten, Bronchitis und Asthma führen. Bei Augenkontakt ist eine Bindehautentzündung möglich. Auch Müdigkeit, Schwindel und Fieber können auftreten. In seltenen Fällen lösen die Härchen einen allergischen Schock aus.

Was ist so tückisch an den Härchen?

Mit einer Länge von bis zu 0,3 Millimeter sind die giftigen Härchen für uns mit freiem Auge kaum sichtbar. Der Wind kann sie bis zu 200 Meter weit vertragen. Mittels der Widerhaken setzen sie sich an der Haut und der Schleimhaut fest. Ebenso wie an Kleidern und Schuhen, wodurch man sie leicht verträgt. Ein neuerlicher Kontakt löst weitere Irritationen aus. Besonders viele Brennhaare befinden sich in den Gespinstnestern. Hier häuten sich die Raupen nämlich. Die verlassenen Nester findet man am Baum haftend oder am Boden liegend.

© Shutterstock.com Das Gespinnst der Raupen

Wie kann man sich schützen?

In erster Linie sollte man jene Gebiete meiden, die von den Eichenprozessionsspinnern befallen sind. Lässt sich dies nicht realisieren, empfiehlt es sich, den Nacken, den Hals und die Unterarme zu bedecken. Auf keinen Fall sollte man die Raupen oder ihre Gespinste berühren. Deren Entfernung sollte man ausschließlich autorisiertem Fachpersonal überlassen. Weitere Informationen hierzu finden sie am Institut für Waldschutz.

Was tun bei Kontakt?

Kommt es dennoch zum Kontakt mit den Brennhaaren, sollte man schnellst möglich die Kleidung wechseln, den Körper abduschen und die Haare waschen. Weil sich die Härchen an der Kleidung festsetzen, gilt es auch diese zu waschen. Die Hautirritationen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden, Husten und Bronchitis mit Kortisonsprays. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.

© Wikimedia/Gyorgy Csoka/Hungary Forest Research Institute/Bugwood.org Der Eichenprozessionsspinner