E-Moped: Das nachhaltige Trendfahrzeug mit Elektro-Motor

Bei den Mopedfahrern hält der grüne Gedanke Einzug. Dies sieht man auch an den aktuellen Zulassungszahlen: 2022 wurden im 1. Halbjahr mit 785 um ein Drittel mehr E-Mopeds neu zugelassen als im 1. Halbjahr 2021. Spitzenreiter dabei sind Niederösterreich und Wien. Der Anteil der E-Mopeds ist mit rund zwölf Prozent an den Neuzulassungen rund sieben Mal so hoch wie jener der E-Autos (1,7 Prozent).

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Inhaltsverzeichnis:

Was ist ein E-Moped?

Unter einem E-Moped ist ein Kleinkraftrad zu verstehen, das eine Maximalleistung von mehr als 600 Watt und eine Bauartgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h aufweist. Gefahren werden darf das E-Moped ab einem Mindestalter von 15 Jahren. Notwendig dafür ist zudem eine entsprechende Lenkberechtigung mindestens der Klasse AM. Um gleich beim grünen Gedanken zu bleiben: Im Vergleich erzeugen E-Mopeds mit 7 kWhel/100 km rund 18 g CO2-eq/km. Ein Motorrad Viertakt mit 5,6 l/100 km bringt es auf 208 g CO2-eq/km.

Die Regelungen im Einzelnen

Mit dem E-Moped muss die Fahrbahn benützt werden, die Benützung der Radwege ist nicht erlaubt. Es gilt die StVO. Auch weitere Pflichten treffen den Fahrer: Es muss ein Sturzhelm getragen werden. Das E-Moped muss zugelassen sein und eine Versicherung haben. Richtwert für die Versicherung sind etwa EUR 50/Monat inkl Teilkasko. Es gilt eine Promillegrenze von 0,5. Da für als Motorfahrräder eingestufte Scooter eine Obergrenze von 45 km/h gilt, ist die Benützung von Autobahnen und Autostraßen verboten. Ebenso wie beim Auto ist eine jährliche Begutachtung des Fahrzeuges (Pickerl) vorgeschrieben. Es ist Verbandszeug mitzuführen und eine Kennzeichentafel muss am hinteren Fahrzeugteil vollständig sichtbar angebracht werden.

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Die Qual der Wahl beim E-Moped

Auch bei den E-Mopeds hat der Käufer die Wahl zwischen zahlreichen verschiedenen Modellen, von denen nicht alle für jedes Bedürfnis geeignet sind. Günstige Modelle sind bereits für einen Preis von 700 Euro erhältlich. Hochpreisige Varianten können allerdings schnell mehr als 6.000 Euro kosten.

Schon allein die Anforderungen an die Reichweite sind sehr unterschiedlich. Wer hauptsächlich Kurzstrecken in der Stadt fährt und immer wieder Lademöglichkeiten vorfindet, braucht kein E-Moped mit einer sehr hohen Reichweite, so wie es vielleicht in ländlichen Gebieten mit weiten Strecken vonnöten ist. Einsteigermodelle bieten eine durchschnittliche Reichweite von etwa 30 km, bessere Modelle auch bis zu 100 km und mehr.
Die Frage, ob der Akku abnehmbar oder fix verbaut sein soll hängt stark davon ab, wie und wo man ihn aufladen kann und ob man oft länger fährt und daher einen Wechselakku mit sich führt.

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Auch die Ladedauer unterscheidet sich stark. Die Ladedauer variiert zwischen 4 und 8 Stunden, je nach Akku-Modell. Schnellladestationen wie für E-Autos gibt es für E-Mopeds derzeit noch nicht.

Sieht man sich die Motorleistung an, kann man sagen: Je mehr Watt der Motor besitzt umso rasanter ist die Beschleunigung. Bei 1.200 Watt kommt man in etwa 10 Sekunden von 0 auf 40 km/h, bei 4.000 Watt klappt dies in nur 4 Sekunden. Dies ist natürlich immer auch abhängig vom Gewicht des Mopeds und des Fahrers.

Der Fahrkomfort ist auch stark abhängig von der Größe der Räder. Je kleiner die Räder sind, umso holpriger ist das Fahrerlebnis. Großer Wert sollte auch auf die technisches Ausstattung wie Bremsen, Fahrwerk und Federung gelegt werden. Nicht nur die Bequemlichkeit, sondern auch die Sicherheit ist ein wichtiges Kriterium.

Vor- und Nachteile von E-Mopeds

Die wesentlichen Vorteile des E-Mopeds liegen auf der Hand: Es ist geräuscharm, emissionsfrei und unabhängig von fossilen Primärenergien bei Treibstoff. Dazu kommt, dass es gegenüber herkömmlichen Mopeds einen wesentlich geringeren Wartungsaufwand hat, denn durch den Wegfall des Verbrennungsmotors, der Kupplung und des Verstellgetriebes sind weniger Verschleißteile vorhanden. Der Motor verschleißt auch bei häufiger Nutzung auf Kurzstrecken nicht. Der Akku kann zu Hause bzw. an jeder Steckdose aufgeladen werden.

Doch kein Vorteil ohne Nachteil. Beim Kauf eines E-Mopeds sollte man sich auch über den hohen Anschaffungspreis im klaren sein. Im Vergleich zum Tanken fällt die Ladezeit des Akkus doch sehr lange aus, und das mit einer im Vergleich geringen Reichweite und einer meist schwächeren Leistung. Diese macht sich gemeinsam mit dem höheren Gewicht des Gefährts dann bei Bergfahrten bemerkbar. Zu guter Letzt haben Akkus einfach eine begrenzte Lebensdauer – und Ersatzakkus sind teuer, oft bis zur Hälfte des Fahrzeugpreises. Im Winter ist das E-Moped durch die Kälteempfindlichkeit des Akkus ebenfalls nur bedingt nutzbar.

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Elektro-Moped gebraucht kaufen

Beim Kauf eines gebrauchten E-Mopeds empfiehlt sich zunächst eine ausführliche Sichtkontrolle des äußeren Erscheinungsbildes. Heftige Schleifspuren am Rahmen deuten darauf hin, dass der E-Roller womöglich offroad verwendet wurde oder einen Unfall hatte – dann sollte man lieber die Finger davon lassen. Am sichersten ist es, das ins Auge gefasste Gefährt in einer Fachwerkstätte überprüfen zu lassen, gerade beim Privatverkauf, wo es keine gesetzliche Gewährleistungspflicht gibt. Sicherheit geht vor: Es lohnt sich, die Fahrgestellnummer abzugleichen, damit man auch sichergehen kann, dass es sich wirklich um das angebotene Modell handelt. Man sollte auch darauf achten, ob das Moped eventuell getuned wurde, um später nicht mit unerwarteten Strafen konfrontiert zu werden. Am sichersten ist es, bei einem Händler für gebrauchte E-Mopeds zu kaufen. Meist gibt es hier auch Garantien auf den Akku und verschiedenen Verschleißteile. Der Knackpunkt ist, wie beim gebrauchten E-Bike, auch hier der Akku und die Anzahl der Ladezyklen. Die Lebensdauer von Lithium-Akkus beträgt bei guter Pflege mindestens 1.000 Ladezyklen.

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Förderungen beim E-Moped

Im Rahmen einer gemeinsamen Förderungsaktion des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), der Autoimporteure, der Zweiradimporteure und des Sportfachhandels wird im Jahr 2022 die Anschaffung von Elektro-Fahrzeugen für den privaten Einsatz unterstützt. Für E-Mopeds ist eine Pauschalförderung von 450 Euro vorgesehen. Die Förderung ist aber mit 50 % der umweltrelevanten Investitionskosten begrenzt ist und kann damit auch geringer als die Förderungspauschale sein kann. Nähere Infos dazu finden sie auf Umweltförderung.at.

Kleiner Exkurs: E-Moped, Elektromoped oder Elektroroller?

Wie schreibt man das Elektromoped eigentlich? Die korrekte Version ist "E-Moped", das "E" ist dabei die Abkürzung von "Elektro". Wer nach einem Elektro-Moped sucht, findet aber auch die Varianten "eMoped", "Elektromoped" oder "Emoped". Ein gebräuchliches Synonym ist der Begriff "Elektroroller", der allerdings auch für einen "E-Scooter" verwendet wird.