Corinna Milborn: Journalistin, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Moderatorin

Die österreichische Journalistin, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Moderatorin Corinna Milborn ist Informationsdirektorin beim TV-Sender PULS 4 und Moderatorin der Sendungen „Pro & Contra“ sowie „Milborn“. Ihre zentralen Themen sind zumeist Geschlechtergerechtigkeit, Menschenrechte, Rassismus, Migration, Asyl sowie Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Sie ist auch bekannt für ihre politischen Interviews. Besonders in Wahlkampfzeiten sind ihre Sendungen gern gesehen. Sie erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, wie etwa die Romy 2022 für ihr Engagement gegen Fake-News und für seriösen Journalismus.

von Corinna Milborn: Journalistin, Moderatorin und Autorin © Bild: imago images/teutopress

Steckbrief Corinna Milborn

  • Name: Corinna Milborn
  • Geboren am: 19. Dezember 1972 in Innsbruck
  • Beruf: Journalistin, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Moderatorin
  • Sender: Informationsdirektorin und Moderatorin ("Milborn" und "Pro & Contra") bei Puls 4
  • Familienstand: verheiratet mit Emanuel Danesch
  • Kinder: zwei Töchter

Ausbildung und Karriere

Corinna Milborn kam 1972 in Innsbruck zur Welt. Die Volksschule besuchte sie in Österreich, Frankreich und Italien. Milborn wuchs somit mehrsprachig auf. Während ihrer Schulzeit am Gymnasium in Innsbruck verbrachte sie im Rahmen des Schulaustauschprogramms auch Zeit in den USA. Ihre Matura legte sie 1991 ab.

Im Anschluss unternahm Corinna Milborn den Versuch, an einer elitären Hochschule in Frankreich aufgenommen zu werden. Zur Vorbereitung begann sie mit Kursen am „Lycée français“, einer französischen Schule in Wien. Sie verstand bald, dass das dort gelehrte Streben nach Karriere, Hierarchien, Konkurrenz-Denken und Geld nicht ihren Vorstellungen entsprach.

Studium und Auslandserfahrung

In den Jahren 1991 bis 1997 studierte Milborn in Wien, Granada und Guatemala Politikwissenschaft in einer Fächerkombination mit Entwicklungspolitik und Geschichte. In dieser Zeit war sie von 1995-1996 auch internationale Wahlbeobachterin in Guatemala. Dort lebte sie auch für ein Jahr lang mit einer Großfamilie in einer Ein-Raum-Hütte ohne Strom und Wasser in einem Maya-Dorf, erzählt Milborn in einem Interview mit „Der Standard“.

Karriere

Von 1998 bis 2002 arbeitete Corinna Milborn als WWF-Pressesprecherin und Expertin für Globalisierungsfragen. Zwischen 2003 und 2007 war Milborn schließlich als Journalistin und Chefredakteurin des zwei Mal jährlich erscheinenden Menschenrechtsmagazins „Liga“ tätig. Zudem arbeitete sie von 2003 bis 2010 als Politikredakteurin beim Magazin „Format“. Danach wechselte sie innerhalb der Verlagsgruppe News (VGN) und war von 2010 bis 2012 als stellvertretende Chefredakteurin des News-Magazins tätig. In dieser Zeit war Corinna Milborn auch Co-Autorin der Biografie „3096 Tage“, einem Protokoll der Gefangenschaft von Natascha Kampusch.

Corinna Milborn im Internet

Corinna Milborns TV-Karriere

Zwischen 2007 und 2012 moderierte Corinna Milborn die Diskussionssendung „Club 2“ im ORF.

Milborn arbeitet seit 2012 beim österreichischen Privatsender PULS 4. Anfangs war sie dort als Journalistin und Moderatorin von „Pro und Contra“ und „Guten Abend Österreich“ tätig. Während sie mit ihrer zweiten Tochter im fünften Monat schwanger war, wurde Milborn 2013 zur Informationsdirektorin von PULS 4 und PULS 24 bei „ProSiebenSat.1 PULS 4“ befördert.

Seit 2019 moderiert sie auch den Polit-Talk „Milborn“, bei dem sie Politiker und politisch aktive Gäste zu politischen und gesellschaftspolitischen Themen interviewt. Außerdem ist Milborn seit 2019 als freie Autorin beim Wochenmagazin „Die Zeit“ tätig.

Weitere Tätigkeiten

Corinna Milborn war 2013 und 2014 am Burgtheater Moderatorin beim Projekt „Die letzten Zeugen“ von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann. Seit Herbst 2015 kuratiert und moderiert Milborn die Diskurs-Reihe ZEITPUNKT Josefstadt am Theater in der Josefstadt im 8. Wiener Bezirk.

Corinna Milborn publizierte unter anderem Bücher wie „Gestürmte Festung Europa“ (2006), „Ware Frau“ (2008), „Natascha Kampusch – 3096 Tage“ (2010) und „Change the Game - Wie wir uns das Netz von Facebook und Google zurückerobern“ (2018).

Auszeichnungen

Corinna Milborns unermüdliches Engagement und die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeitsfelder wurden bereits mit zahlreichen Preisen gekürt. Für ihren Einsatz für seriösen Journalismus und gegen Fake News erhielt Milborn 2022 etwa den Preis der Jury der Romy. In einem Kurier Interview vom April 2022 meinte Milborn, dass man durch die Beschäftigung mit Fake News merke, „warum echter, unabhängiger Journalismus so wichtig ist. Das ist kein Nice-to-have: Das ist grundlegend wichtig, sonst kann Demokratie nicht funktionieren“.

Corinna Milborn mit ihrer Romy 2022
© IMAGO images/SEPA.Media Corinna Milborn mit ihrer Romy 2022 für ihren Einsatz für seriösen Journalismus und gegen Fake News
  • 2007: Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das Buch “Gestürmte Festung Europa. Einwanderung zwischen Stacheldraht und Ghetto.”
  • 2008: Concordia Publizistikpreis für Menschenrechte für das Buch „Ware Frau: Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa“
  • 2009: European Journalist Award for Excellenca in Journalism (2nd)
  • 2014: Solarpreis
  • 2014: Wiener Journalistinnenpreis
  • 2016: Humanitätspreis des Roten Kreuzes aus der Heinrich-Treichl-Stiftung
  • 2017: Robert-Hochner-Preis
  • 2018: Chefredakteurin des Jahres
  • 2019: Medienlöwin (Gold)
  • 2020: Chefredakteurin des Jahres
  • 2022: Axel-Corti-Preis
  • 2022: Romy – Preis der Jury

Corinna Milborn privat

Im Alter von 26 Jahren bekam Corinna Milborn ihr erstes Kind. Während des Karenz-Jahres vollendete sie ihre Diplomarbeit. Ihr damaliger Partner löste sie danach mit der Karenz ab. In einem Interview mit Format im Jahr 2013 erklärte sie: „Es gibt nichts Besseres im Leben, als ein Kind aufwachsen zu sehen, aber dieses Hausfrauenmodell, wo Mütter zu Hause bei den Kindern sind und keine Kontakte mehr haben, führt zu einem verdammt hohen Valiumverbrauch und zu Depressionen. Ich bin immer gefragt worden, wie ich mit Kind arbeiten konnte, Männer werden das nie gefragt. Die Lösung heißt Halbe-halbe, dann funktioniert es“.

Corinna Milborn mit Tochter Luca
© IMAGO images/K.Piles Corinna Milborn mit ihrer Tochter Luca

Mit 41 bekam Milborn mit ihrem Mann Emanuel Danesch, einem Tiroler Filmemacher und Psychotherapeuten, ihre zweite Tochter. Bereits während ihres fünften Schwangerschaftsmonats wurde sie zur Infochefin bei Puls 4 und Puls 24 befördert.

Mit ihrer Familie lebt sie in einem Passiv-Holzhaus in "Transdanubien" (nördlich der Donau in Wien), wie „Der Standard“ berichtete. Der Architekt des Mehrparteienhauses Christoph Milborn ist zugleich Corinna Milborns Bruder.