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ÖVP: Ersatz für August Wöginger gesucht

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ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger: Der 50-jährige Wirtschaftsbündler „könnte es, falls es notwendig wird“.

©APA-Images / APA / Helmut Fohringer

ÖVP-Chef Christian Stocker vermittelt unbeirrt den Eindruck, der Klubobmann seiner Fraktion sei als solcher alternativlos. Eigene Leute bemühen sich um den Gegenbeweis.

Christian Stocker hat ein Problem. Dass er nach dem überstürzten Abgang von Karl Nehammer vor einem Jahr bereit war, die ÖVP zu übernehmen und der Partei das Kanzleramt gerettet hat, zählt in ihren Reihen wenig. Dankbarkeit ist hier keine Kategorie. Schwerer wiegt, dass er keine Aussicht auf Wahlerfolge bringt und Verluste drohen.

Dazu kommt, dass er kein Gespür für den richtigen Zeitpunkt zeigt, jemanden fallen zu lassen. Das klingt härter als es ist: Als der damalige Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer (ÖVP) im Herbst längst nicht mehr zu halten war, bekannte er sich weiter zu diesem. Folge: Die ÖVP-Landeshauptleute Thomas Stelzer (OÖ) und Johanna Mikl-Leitner (NÖ) gingen voraus und legten Mahrer öffentlich den Rücktritt nahe, zu dem es letztlich kam.

Verrennt sich der Kanzler?

Jetzt riskiert Stocker, sich in Bezug auf Klubobmann August Wöginger zu verrennen. Dieser steht wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch vor Gericht. Frühzeitig hat Stocker die Linie ausgegeben, dass eine Verurteilung kein zwingender Rücktrittsgrund wäre. Es geht um Postenschacher. Für Wöginger gilt die Unschuldsvermutung. Eine Diversion gleich nach Prozessbeginn, die Stocker mit den Worten kommentiert hatte, dass die Sache damit erledigt sei, wurde gekippt. Ab 11. Februar geht es am Landesgericht Linz in die zweite Runde. Ausgang offen.

Für den Kanzler und ÖVP-Chef wird es so oder so zunehmend kritisch: Wöginger, der im APA/OGM-Vertrauensindex auf den letzten Platz hinter Herbert Kickl (FPÖ) zurückgefallen ist, ­ziehe die Partei zusätzlich runter, klagen Funktionäre. Abgesehen davon sei falsch, was kolportiert werde: Dass er – auch im Sinne der Koalition – als Klubobmann nicht ersetzbar sei.

Suche nach einer Alternative

Wirtschafts-, aber auch ­Bauernbündler der Partei haben sich gar schon auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Ergebnis: Finanzsprecher Andreas Ottenschläger, der seit 2013 im Nationalrat sitzt, ist ihr Favorit. Der 50-jährige Wiener verfüge über die nötigen Qualifikationen, heißt es: „Er könnte es, falls es notwendig wird.“ Was vom Prozessausgang abhängig gemacht werden soll.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 04/2026 erschienen.

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