(v. l. n. r.: Landesrat Dr. Christian Dörfel, CEO Starlim Spritzguß GmbH Thomas Bründl, AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt, CEO Expertis Gruppe Manfred Bauer, MBA, AK OÖ Präsident Andreas Stangl, MA, Stadtrat für Wirtschaft Prof. Dr. Thomas Gegenhuber)
©Expertis Gruppe/Ammar AvdicNeue Dachmarke soll Bildung, Rehabilitation und Integration bündeln
Der Unternehmensverbund will mit einheitlichem Auftritt Kooperationen stärken und Qualifizierung für den Arbeitsmarkt sichtbarer machen
Die bisherige BBRZ Gruppe tritt künftig unter dem Namen Expertis Gruppe als Dachmarke auf. Mit dem neuen Markenauftritt bündelt der österreichweit tätige Unternehmensverbund seine Angebote in Bildung, Rehabilitation und Integration. Ziel ist es, die Leistungen der Gruppe nach außen klarer erkennbar zu machen und die Zusammenarbeit innerhalb des Verbunds zu stärken. Der Auftrag bleibe unverändert, heißt es aus dem Unternehmen: persönliche Potenziale aktivieren und Fachkräfte für die heimische Wirtschaft sichern.
Vorgestellt wurde die neue Dachmarke am 22. Jänner 2026 bei einer Pressekonferenz. Vorausgegangen sei ein Markenprozess, der im Dezember 2024 gestartet und mit einer strategischen Ausrichtung im August 2025 abgeschlossen worden sei. Bis September 2025 sei am konkreten Markenauftritt gearbeitet worden. Die Zustimmung des Aufsichtsrats zur Ausrollung wird in der Gruppe als Meilenstein gewertet.
Was sich ändert und was bleibt
Mit der Expertis Gruppe entsteht eine verbindende Markenstruktur, unter der die Einrichtungen des Verbunds künftig einheitlicher auftreten. Gleichzeitig bleibt die rechtliche Eigenständigkeit der einzelnen Rechtsträger bestehen. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem FAB, BFI OÖ und BBRZ. Für Kundinnen und Kunden sowie Partner soll das Leistungsportfolio damit leichter aus einer Hand erkennbar werden, von Qualifizierung über Arbeitsmarktintegration bis zu beruflicher Rehabilitation.
Expertis CEO Manfred Bauer betonte, die Dachmarke solle Wirkung, Qualität und Kompetenz sichtbarer machen. Alle Angebote stünden unter der gemeinsamen Mission „Beschäftigung“.
Arbeitsmarkt, Qualifizierung und individuelle Begleitung
Inhaltlich setzt die Gruppe weiterhin auf maßgeschneiderte Programme für Menschen, die sich beruflich neu orientieren oder nach einer Qualifizierung wieder in den Job einsteigen möchten. Dabei geht es um individuelle Begleitung, die an persönliche Voraussetzungen und Lebenssituationen anknüpft und aktuelle Herausforderungen wie die Digitalisierung berücksichtigt.
Auch das AMS Oberösterreich sieht in solchen Angeboten einen zentralen Baustein: AMS Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt verwies auf die Zusammenarbeit bei Aus und Weiterbildungsmaßnahmen sowie bei beruflicher Rehabilitation und Integration in den Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt brauche möglichst viele Menschen, so die Botschaft, und dazu passende Unterstützung, wenn Lebenssituationen einen Neustart erfordern.
Der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Andreas Stangl, hob die Anforderungen aus Sicht der Beschäftigten hervor. Qualifizierungen müssten zeitlich flexibel, leistbar und berufsbegleitend machbar sein, zudem praxisnah und mit realistischen Chancen auf Beschäftigung verbunden.
„Beschäftigung“ als Leitmotiv
Der Begriff Beschäftigung wird in der Positionierung der Gruppe bewusst breit verstanden. Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel betonte den gesellschaftlichen Stellenwert von Arbeit, die über das Einkommen hinausgehe und Selbstwert, Unabhängigkeit und Teilhabe ermögliche. Das Land Oberösterreich wolle Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt bestmöglich unterstützen, die Expertis Gruppe sei dabei eine verlässliche Partnerin. Der neue Außenauftritt wird von politischer Seite als Signal der Weiterentwicklung interpretiert.
Fokus auf „jobready“ und Praxisnähe für Betriebe
Für Unternehmen ist vor allem die Schnittstelle zwischen Qualifizierung und konkretem Bedarf entscheidend. Die Expertis Gruppe beschreibt ihren Ansatz als Kombination aus praxisnahen Modulen und individueller Begleitung. Onlineangebote und Hybridangebote seien dabei Standard. So sollen Teilnehmende schneller arbeitsmarktfähig werden und Betriebe mehr Planungssicherheit gewinnen.
Aus der Wirtschaft verwies Thomas Bründl, CEO der Starlim Spritzguss GmbH, auf den Nutzen eines konsequent arbeitsmarktnahen Qualifizierungsansatzes, der Menschen gezielt auf Anforderungen in Betrieben vorbereiten soll. Auch der Linzer Stadtrat für Wirtschaft, Innovation und Finanzen Prof. Dr. Thomas Gegenhuber ordnete die Entwicklung in den Kontext des Fachkräftemangels ein. Gerade in Oberösterreich als Industriestandort könne Qualifizierung helfen, Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und Engpässe zu entschärfen.
Roll out läuft seit Herbst 2025, außen sichtbar 2026
Intern wurde der neue Markenauftritt laut Unternehmen bereits seit Anfang Oktober 2025 umgesetzt. Dabei gehe es um aktualisierte Brand Assets, überarbeitete Vorlagen und angepasste Prozesse. Der externe Roll out folgt nun schrittweise: In Kürze soll die Expertis Gruppe auch online mit einem einheitlichen Auftritt auf Website und Social Media sichtbar werden. Die vollständige Umstellung ist für 2026 vorgesehen.
Unterm Strich ist der Schritt vor allem ein Rebranding mit organisatorischer Signalwirkung: Die Expertis Gruppe will unter einer gemeinsamen Klammer auftreten, ohne die rechtliche Struktur der einzelnen Einheiten aufzugeben. Entscheidend wird sein, ob die neue Dachmarke tatsächlich für mehr Orientierung sorgt und ob die angekündigten Synergien bei Angeboten und Kooperationen spürbar werden.
