Leben von

Die besten Urban Legends

Wir verraten, warum es bei der U1-Station Stephansplatz stinkt - und noch mehr

Zwei Personen gehen in der Nacht auf einer von Nebel bedeckten Straße © Bild: iStockphoto.com

Was? Sie glauben die Geschichte nicht? Doch sie ist wahr! Ich habe sie selbst erlebt. Naja, so gut wie. Immerhin ist es dem Bruder des Schwagers meiner besten Freundin widerfahren. Und DER erzählt bestimmt keine Lügen ... Wer einer Geschichte, die in etwa so beginnt, Glauben schenkt, ist selber schuld. Und dennoch: Die so genannten Urban Legends werden mit großer Begeisterung immer weiter- und weitererzählt. Wir präsentieren ein Best of.

Der süße Hund aus Thailand

Ratte
© Corbis

Einem Pärchen, das in Thailand Urlaub gemacht hat, ist ein kleiner Hund zugelaufen. Die beiden gaben dem offensichtlich herrenlosen Tier zu fressen, das ihnen schließlich nicht mehr von deren Seite gewichen ist. So beschlossen sie, das Hündchen mit nach Hause zu nehmen. Gesagt, getan. Mit einer Dröhnung Beruhigungsmittel brachten sie den Hund durch die Kontrollen. Zuhause angekommen stand dann ein Tierarztbesuch auf dem Programm. Immerhin wollte man ja sichergehen, dass dem Vierbeiner nichts fehlte. Und da der Schock: Der kleine Hund war in Wirklichkeit eine asiatische Riesenratte.

Darum stinkt es bei der U1-Station Stephansplatz

Scheibtruhe vor einer Ziegelmauer
© Corbis

Sie haben sich bestimmt auch schon mal gefragt, warum es in der Wiener U1-Station Stephansplatz so stinkt. Die Erklärungsversuche sind nicht weniger haarsträubend als der faulige Geruch, der sich bei warmen Temperaturen verbreitet. Da heißt es zum Beispiel, beim Bau der U-Bahnstation sei versehentlich ein Bauarbeiter eingemauert worden. Oder aber die Station befände sich auf einem Rattenfriedhof. Eine andere Version der Geschichte besagt, dass es früher üblich war, kleine Tiere einzumauern. Sie dienten als Opfer und sollten den Bestand des Gebäudes sichern. Klingt interessant, stimmt aber nicht. Wahr ist, dass der Baugrund am Stephansplatz so sandig ist, dass ihm bei der Errichtung der U-Bahn ein biologisches Bindemittel beigemengt werden musste. Kommt dieses mit Wasser in Kontakt - was beim Anstieg des Grundwassers automatisch geschieht -, beginnt es zu stinken. Klingt banal, aber einleuchtend.

Gefährliche Ratten im Klo

Frau auf dem WC
© Corbis

Seien Sie ehrlich! Haben Sie sich nicht auch schon mal mit einem mulmigen Gefühl in die Tiefen Ihrer Toilette geblickt und sich dabei gefragt, welche unentdeckten Gefahren hier lauern? Der Grund für diese Angst ist wohl die Sage von der Ratte, die sich aus dem Abwassersystem über die Hausrohre bis in ein WC vorgearbeitet und hier ihr Unwesen getrieben haben soll. Einziger Wermutstropfen: Die gefürchteten Nager schaffen es nur bis zu den ersten paar Etagen. Wer im vierten oder gar fünften Stock wohnt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Dafür aber besagt eine besonders grausige Version der Geschichte auf "sagen.at", dass sich eine Ratte an den Hoden eines Mannes zu schaffen gemacht haben soll, während dieser in aller Ruhe sein Geschäft verrichten wollte.

Die Wiener Kanalmenschen

Gullydeckel auf der Straße
© Corbis

Und weil die Kanalisation nun mal so viel Stoff für Gruselgeschichten bietet, findet hier auch gleich die nächste statt. Dafür müssen wir aber in die Zeit um 1940 reisen. Damals soll das weit verzweigte Kanalsystem nämlich von bis zu 100 Menschen besiedelt gewesen sein. Zusammengesetzt soll sich die eigentümliche Truppe aus gesuchten Kriminellen, Flüchtigen und Geächteten haben, so "sagen.at". Und damit noch nicht genug. Bis zu drei Generationen haben angeblich unterhalb von Wien gelebt. Ernährt sollen sie sich von Diebesgut, Abfällen und - wie könnte es anders sein? - Ratten haben. Erloschene Feuerstellen und Lieder, die durch die Kanaldeckel klangen, sollen die Existenz der unterirdischen Gemeinschaft belegt haben. Und natürlich will auch der eine oder andere Kanalarbeiter ein Mitglied der unterirdischen Lebensgemeinschaft gesehen haben.

Alligatoren unter den Straßen New Yorks

Alligator
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Zum Abschluss noch ein Großstadtmythos aus den USA, genauer gesagt aus New York. Hier sollen sich während der 1930er Jahre Alligatoren in der Kanalisation getummelt haben. Schuld an dem Schlamassel sollen, so wie auch schon bei der asiatischen Riesenratte, Urlauber gewesen sein. Als diese nämlich bei einem Trip nach Florida süße, kleine Alligatorenbabys sahen, kamen sie nicht umhin, ein paar von ihnen mit nach Hause zu nehmen. Was die Urlauber allerdings nicht bedachten, war, dass die süßen Kleinen bald nicht mehr so süß und klein sein würden. Also setzten sie sie kurzerhand in der Kanalisation aus, wo sich die Tiere natürlich rasch vermehrten. Tatsächlich gibt es einen Bericht von einer entsprechenden Sichtung: Am 9. Februar 1935 schrieb die "New York Times" laut "welt.de", dass drei Buben einen Alligator erschlugen, als dieser aus einem Gully herausgelugt hat. Damit wäre das Problem dann auch wieder gelöst.

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