Wer hat's erfunden? von

Woher kommt
der Muttertag?

Ehrenfest der Mütter wird oft mit Nazizeit in Verbindung gebracht - doch wer führte den "Feiertag" tatsächlich ein?

Muttertag © Bild: APA/Fohringer

Auf Initiative von Marianne Hainisch ist 1924 der Muttertag erstmals in Österreich begangen worden. Ihr Sohn Michael war ab 1920 erster Bundespräsident der Republik. Den meisten dürfte die Mutter des rot-weiß-roten Muttertags als Gründerin der heimischen Frauenbewegung ein Begriff sein. Hainisch forderte bereits 1870 die Errichtung von Realgymnasien für Mädchen und die Zulassung zum Studium.

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In anderen Ländern hat der Muttertag eine bei weitem längere Geschichte - die anfangs noch nicht kommerziell war: 1644 wird in England erstmals ein "Mothering Day" erwähnt, an dem alle Kinder und Enkelkinder sich bei den Eltern versammelten und feierten. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde er dort bereits im großen Rahmen begangen, bis er dann um 1900 in Amerika eingeführt wurde.

In den USA seit 1908

Die US-Frauenrechtlerin Ann Jarvis rief anlässlich des Todestags ihrer Mutter 1908 einen "General Memorial Day of all Mothers" - einen "Allgemeinen Gedenktag an alle Mütter" aus - und startete dafür eine groß angelegte Werbekampagne. Ein Jahr später wurde er in 45 amerikanischen Bundesstaaten offiziell begangen und 1914 zum beflaggten Staatsfeiertag erklärt.

1924 zum ersten Mal offiziell gefeiert - Missbraucht während Nazi-Diktatur

In Europa setzte sich der "Muttertag" jedoch erst nach dem Weltkrieg durch. In Deutschland war er 1923, in Österreich eben 1924 zum ersten Mal offiziell gefeiert worden. 1933 wurde der Muttertag von den Nationalsozialisten zum Feiertag erklärt und während der Nazi-Diktatur für eigene Blut- und Boden-Propaganda missbraucht.

Heute: Feiertag für die Wirtschaft

Heute ist der Muttertag, der heuer am 12. Mai gefeiert wird, für zahlreiche Branchen eine willkommene Gelegenheit für gute Geschäfte: Die Gastronomie freut sich über die obligaten Ausflügler, während der Handel vor allem Süßigkeiten und Blumen über Männer und Kinder an die Frau bringt. Die größten Umsätze heimsen die Floristen ein.

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