Ex-ORF-Moderatorin von

Cathy Zimmermann: "Ich
bin ein tief spiritueller Mensch"

Ex-ORF-Moderatorin - Cathy Zimmermann: "Ich
bin ein tief spiritueller Mensch" © Bild: Felicitas Matern

Als Moderatorin im Landesstudio Niederösterreich, genoss die die Moderatorin Cathy Zimmermann österreichweite Aufmerksamkeit. Doch sie wollte mehr. Vor sechs Jahren kehrte Sie der klassischen Fernsehwelt den Rücken, um beruflich endlich das zu tun, wofür sie sich bestimmt fühle. Aber was ist das eigentlich? Im Interview spricht sie über die Hürden auf dem Weg zu ihrer „Berufung“ und ihre neu entdeckte Spiritualität.

"Ich wollte mich kreativ austoben und mich einfach verwirklichen", sagt Cathy Zimmermann über ihre bewusste Kündigung beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor sechs Jahren. Der Schritt in die Selbstständigkeit war alles andere als einfach. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie in der Übergangszeit primär mit Veranstaltungsmoderationen.

Der Sprung ins kalte Wasser

"Plötzlich damit konfrontiert zu sein kein fixes Einkommen zu haben, ist nicht einfach“, weiß sie. Man müsse damit klar kommen, dass es Zeiten gibt, wo Flaute herrscht und sich keine Aufträge ergeben. Und gesorgt habe sie sich nicht nur um das Finanzielle. Besonders der mentale Aspekt habe sie belastet. „Man darf das nicht persönlich nehmen“, resümiert die ehemalige "Dancing Star"-Kandidatin.

»Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und meditiere sehr viel«

Doch am Ball zu bleiben und Kunden an Land zu ziehen war nicht die einzige Hürde für sie. Fragen wie: Wer bist du? Wo willst du wirklich hin? Was macht dich glücklich? Was ist deine Berufung? Begleiteten sie am Weg zum neuen Ich.

Der Glaube an etwas "Höheres"

Geholfen habe schließlich ihr Glaube an etwas Höheres. „Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und meditiere auch sehr viel“, erklärt Cathy. Viel Zeit in der Natur zu verbringen, zu beten und sich mit sich selbst zu beschäftigen gehören zu ihrem neuen Alltag. Sie könne zwar nicht genau sagen woran sie glaubt. Und ob sie es Gott oder Engel nennen möchte, jedenfalls sei es etwas Höheres.

Der lange Weg zur Selbstfindung

Schlussendlich hat es dreieinhalb Jahre gedauert bis sie ihre neue Identität gefunden hat. Und sie endlich wusste, wo genau sie hin wollte. Mit ihrer ausgedehnten Selbstfindungsphase geht sie jedoch auch kritisch ins Gericht. So hätte sie sich gewünscht ihren neuen Karriereweg als Auftrittscoach schneller eingeschlagen zu haben.

Doch sie hörte auf ihre Intuition, die ihr generell sehr wichtig sei. „Es ist okay sich Zeit zu lassen, ich habe viel gelernt“, sagt die 37-Jährige Moderatorin. Jetzt fühle sie sich angekommen. Seit Mai 2017 betreibt sie mit einem Team eine eigene Videoplattform namens „the MAGA/SCENE“. Die Behind-the-Scenes Videos und Imageclips produziert und später veröffentlicht. Das sei aber neben den Moderationsaufträgen nur ein weiteres Standbein.

Ihre neue Berufung

Ihre wahre Berufung lebt Cathy noch nicht so lange aus: Sie erfindet sich nun als Auftrittscoach neu. Ihr Angebot richtet sich an Manager, die in ihrem Beruf präsentieren müssen. Dabei biete sie nicht einfach einen reinen Rhetorikkurs. Sondern sie helfe den Managern bei sich selbst zu bleiben, wenn sie vor Publikum sprechen.

© Foto: Michael Lehner

Von der Leichtigkeit des Seins

Leichtigkeit, Persönlichkeit und Emotionen – genau daran arbeite Cathy Zimmermann mit ihren Kunden. „Wenn du deine Zuhörer erreichen willst, ist das heutzutage fast ausschließlich über die emotionale Ebene möglich – das gilt auch für Vorstände“, weiß die langjährige Moderatorin. Das versuche sie in ihren Coachings zu vermitteln. Es fange bei der eigenen Sprachfärbung an über die authentische Wortwahl in der Präsentation bis hin zum Verständnis sich auch auf der Bühne nicht verbiegen zu müssen. Einfach echt und natürlich zu sein.

Mentaltraining statt Hospizarbeit

„Das Thema Leichtigkeit zieht sich durch mein ganzes Leben, nicht nur beim Coaching und auf der Bühne“, so Cathy. Auch bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Hospiz verfolgte sie stets diesen Ansatz. Inzwischen habe sie dieses Engagement aufgegeben und widmet sich nun einer neuen Ausbildung.

© Foto: Michael Lehner

Warum Mentaltechniken wichtig sind

Im Frühjahr 2019 lässt sie sich vom Hirnforscher Markus Täuber zur Mentaltrainerin ausbilden. Der Grund: Künftig will sie ihr Auftrittscoaching mit Mentaltechniken kombinieren und ihr selbst entwickeltes Coachingprogramm anbieten. Ziel sei es das volle Potential jedes Redners auszuschöpfen.

Roman Rafreider – und was jetzt?

Die beruflichen Ziele der Powerfrau klingen ambitioniert. Doch wie sieht es im Privatleben bei ihr aus. Gibt es einen neuen Mann an ihrer Seite? "Nein, ich bin sehr zufrieden mit mir allein. Ich bin sehr glücklich.“ Angesprochen auf die aktuellen, vermeintlichen Prügel-Vorwürfe (es gilt die Unschuldsvermutung) gegen ihren Ex-Freund Roman Rafreider zeigt sie sich wortkarg. Das mit Roman sei zu lange her, sie wolle das Thema nicht mehr aufreißen. Seit ihrer Trennung damals herrsche absolute Funkstille, sie hätten nie mehr Kontakt zueinander gehabt. Cathy Zimmermann scheint ihren neu erworbenen Prinzipien treu zu bleiben und lieber auf sich zu schauen, als die Außenwelt zu beurteilen.