Portrait von

Alexander Kumptner: Vom
Schulabbrecher zum Spitzenkoch

Portrait - Alexander Kumptner: Vom
Schulabbrecher zum Spitzenkoch © Bild: imago/Future Image

Für seine Ausbildung zum Spitzenkoch hat der 36-jährige Alexander Kumptner eine schwere Zeit durchgemacht. Doch er ist seinem Lehrherrn Werner Matt dankbar. Inzwischen hat er zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt und ist vielen als Fernsehkoch ein Begriff. Im Interview erzählt er über seine Jugend, die Lehrzeit und seine Zukunftspläne.

Steckbrief

  • Geburtsdatum: 03. Juni 1983
  • Geburtsort: Wien
  • Beruf: Koch, Moderator und Buchautor
  • Sternezichen: Zwilling
  • Beziehungsstatus: vergeben
  • Kinder: keine

Der ewig Junggebliebene

Vor wenigen Tagen feierte der bekannte Fernsehkoch Alexander Kumptner im engsten Freundeskreis seinen 36. Geburtstag. So wirklich schmeckt ihm das Älter werden jedoch nicht. "Im Kopf bin ich noch wie 18. So richtig erwachsen fühle ich mich nicht", sagt er im Gespräch mit News.at.

Die Leichtlebigkeit gehe zwar bei all den beruflichen Verpflichtungen etwas verloren, aber er fühle sich jung. Seine Einstellung sei vor allem dann gut, wenn es um den Biss geht, beruflich etwas Neues auszuprobieren. "Ich bin immer noch sehr experimentierfreudig", sagt er.

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Lokaleröffnung in Wien

Dazu passen auch seine aktuellen Pläne. In zentraler Lage in Wien soll im ersten Halbjahr 2020 ein "lockeres Lokal mit Barcelona-Flair" entstehen. "Es wird sehr ungezwungen sein. Bei mir soll sich jeder wohlfühlen können", sagt Alexander Kumptner. Die Gäste könnten auch nur zum Trinken kommen - die Atmosphäre solle im Vordergrund stehen.

Keine einfache Phase: Die Schulzeit

Bevor es soweit ist, dass man bei Alexander Kumptner essen gehen kann, wagen wir einen Blick in seine Vergangenheit. Seine Schulzeit bezeichnet er als "relativ turbulent". Gelernt habe er nur das Nötigste und ohnehin nur, was ihn interessiert habe. Ursprünglich hätte er die Druckerei seines Vater übernehmen sollen, deshalb fiel die Schulwahl auch auf die Graphische HTL Leyserstraße mit Schwerpunkt Druck und Medientechnik.

»Ich war ein richtiges Gfrastsackl«

Doch Leidenschaft konnte er dafür keine entwickeln. Sein Potential wurde verkannt. Am Elternsprechtag sagte ein Lehrer wortwörtlich zu seinen Eltern: „Nehmen sie ihr Kind von der Schule - aus dem wird nie etwas werden.“ Harte Worte, die ihn bis heute beschäftigen. "Damals als Teenager war es mir egal, aber im Nachhinein wollte ich nicht, dass jemand so etwas zu meinen Eltern sagt".

Vom Schulabbrecher zum Spitzenkoch

Weil er nach der Schule immer am Herd stand, um für sich zu kochen und sich dabei sichtlich entspannte, schlug seine Mutter schließlich vor, ob er nicht eine Lehre zum Koch machen wolle.

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»Meine Entscheidung wurde belächelt«

Drei Monate dauerte es bis Kumptner seien Entscheidung traf. Vieler seiner Freunde waren anfangs nicht wirklich begeistert von seinem Plan, weil handwerkliche Berufe schlicht keine Wertschätzung bekämen. "Es gab Leute, die meine Entscheidung Koch zu werden belächelt haben. Als der Erfolg gekommen ist, waren genau diese Zweifler die ersten, die etwas von mir wollten", resümiert er.

Die Lehrzeit war hart

Vor genau 18 Jahren hat er seine Kochlehre bei Werner Matt im Hilton Vienna Plaza begonnen. Seine Ausbildung beschreibt er aus heutiger Sicht so: "Meine Lehrzeit war am Anfang wirklich brutal. In Stresssituationen gibt es keine Höflichkeit mehr, sondern nur mehr klare Ansagen. Es ist ein bisschen wie beim Bundesheer. Ich bin schon ein paar mal in der Küche gestanden und dachte ich kann nicht mehr. Trotzdem bin ich Werner Matt sehr dankbar, er hat einen Fanatismus bei mir ausgelöst."

»Freundschaften sind zerbrochen«

Bei Alexander Kumptner gab es in dieser Phase seines Lebens nichts mehr außer kochen, er war ein "Hardliner". Die Kehrseite gesteht er sich heute ein: Freundschaften sind auseinandergegangen und Beziehungen zerbrochen. Die Lehrzeit und das erste Jahr danach beschreibt er als die härteste Zeit seiner Karriere. "Hätte ich gewußt, was auf mich zukommt, hätte ich es wahrscheinlich nicht gemacht", sagt Kumptner aus heutiger Sicht.

»Disziplin habe ich von Werner Matt gelernt, Kochen bei Reinhard Gerer«

Später hat er in Reinhard Gerers Restaurant Corso und im K47 gekocht, danach ist er zum Küchenchef in der Albertina Passage aufgestiegen. Auszeichnungen wie die „Trophée Gourmet A la Carte“, zwei Hauben im Gault-Millau und „Austria’s 50 Best Chefs“ folgen. Heute tingelt er von TV-Show zu TV-Show. Im Jahr 2018 hat er sein erstes Buch "Alex kocht*" veröffentlicht, ein zweites ist gerade in Planung. Was ihn am meisten prägte? "Die Disziplin habe ich von Werner Matt gelernt und das Kochen bei Reinhard Gerer."

Der Start seiner TV-Karriere

Zum Fernsehen ist der ehrgeizige Koch durch Zufall gekommen. So habe er einfach bei einem Casting mitgemacht - ohne jegliche Erwartung. Doch die Chemie mit dem ORF stimmte und Kumptner wurde für das Format "„Schmatzo - Kochen mit WOW“! engagiert.

Vom Kinderprogramm aus eroberte er die deutschen Kochsendungen. In die Küchenschlacht“, „Kerners Köche“, „Grill den Profi“ oder „Kochgiganten“ begeistert er die Zuschauer. "Das war eine völlig neue Erfahrung, eine neuer Karriereweg."

Neue TV-Formate geplant

Inzwischen sind neue Formate geplant, die mehr mit Alex selbst zu tun haben. Ernährung, Fitness, Intervallfasten - alles wichtige Aspekte in seinem Leben - sollen thematisiert werden. Der Lifestyle der gerade omnipräsent ist, sei die Inspiration für die Sendungen. "Wir haben einige Piloten gedreht, auch mit dem österreichischen TV-Sender Puls4 habe ich konkrete Pläne". Mehr will er aber noch nicht verraten...

Alexander Kumpnter und die Liebe

Beruflich durfte der beliebte Koch, der äußerlich mehr wie ein Sportler aussieht, sich bereits über viele Erfolge freuen. Bleibt noch die Frage nach seinem Privatleben zu klären.

Auf seinem Instagram-Profil, das mehr als 30.000 Follower zählt , bekommt er viel Zuspruch. "Ein wahrer Augenschmaus" schreiben die weiblichen Fans unter seine Bilder. Pärchenbilder findet man indes nicht. Wie steht es nun um seinen Beziehungsstatus?

»Ich bin seit zwei Jahren glücklich vergeben«

"Ich bin seit zwei Jahren glücklich in einer Beziehung. Will das aber zum Schutz vor unserer Privatsphäre in sozialen Netzwerken nicht thematisieren", sagt er. Am meisten schätze er an seiner Partnerin, dass sie der perfekte Gegenpol sei. "Ich bin sehr emotional sie gleicht das mit ihrer beruhigend Art aus". Und auch sonst würden sie sich perfekt ergänzen: "Sie kann überhaupt nicht kochen", verrät er schmunzelnd.

Kinderwunsch und Freiheit

Trotz dieser Harmonie, muss die Familienplanung noch etwas warten. "Ja, ich möchte Kinder, aber davor möchte ich noch auskosten, was ich mir erarbeitet habe", sagt der Spitzenkoch. Einer der Gründe üfr seiner Einstellung: Als er mit 17 Jahren mit der Lehre begann und die ersten sechs Berufsjahre hart arbeiten musste, seien seine Freunde auf Urlaub gefahren und hätten Party gemacht. Jetzt möchte er reisen und einfach spontan sein. Die harte Schule der Spitzengastronomie hat sich für ihn ausgezahlt: "Ich mache das was ich liebe und das möchte ich jetzt genießen."

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