Leben von

Abschied aus Liebe

Eine Mutter erzählt, warum sie vier Kinder weggegeben hat

Baby © Bild: iStockphoto.com

Sandra Bullock hat kürzlich ein zweites Kind adoptiert und wird dafür von der Welt gefeiert. Für Frauen, die ihre Kinder zur Adoption freigeben, gibt es hingegen kein Verständnis. Eine Mutter erzählt, warum sie vier Kinder weggegeben hat

Als Susanne Damböcks Fruchtblase platzt, läuft ein Rapid-Match im Fernsehen. Heftige Wehen setzen ein. Fürs Krankenhaus ist es zu spät, das weiß sie. Immerhin hat die 31-jährige Frau bereits drei Kinder zur Welt gebracht. Susanne stöhnt. "Du bist ka Sau im Stall - sei g’fälligst leise!“, herrscht ihr Ehemann sie an.

Die Schwiegermutter schleppt sie ins Schlafzimmer und schließt die Tür. Susanne ist allein. Sie hat Schmerzen, und sie hat Angst. Sie weiß, dass sich der Moment des Abschieds nun nicht mehr verzögern lässt. Auch dieses Kind wird sie weggeben, wie die drei zuvor. Nie wird sie ihm die Brust geben, nie wird sie es in den Schlaf wiegen. Aber sie wird es suchen, sobald es erwachsen ist, das hat sie sich geschworen.

Susanne fängt an zu pressen. Sie gebärt ein kleines Mädchen. Wenig später steht ein Arzt vor ihr, den offenbar die Schwiegermutter geholt hat. Er durchtrennt die Nabelschnur und bringt Mutter und Kind ins Krankenhaus. Dort wirft Susanne einen letzten Blick auf das namenlose Mädchen, unterschreibt die Adoptionspapiere und schleicht zurück in ihr tristes Leben.

Susanne ist eine sogenannte "weggebende“ Mutter. 96 Frauen gaben im Vorjahr ihre neugeborenen Babys zur Adoption frei und verhalfen damit kinderlosen Paaren, die meist jahrelang - manchmal auch vergebens - auf ein Adoptivkind warten, zum lang ersehnten Glück. Eine genaue Statistik über adoptionswillige Paare in Österreich gibt es nicht, da es keine bundesweite Anlaufstelle gibt. Klar ist aber, dass es weitaus mehr Adoptionswerber sind als die rund hundert, die jährlich im Rahmen einer Inlandsadoption zum Zug kommen. Grundsätzlich geben nur verhältnismäßig wenige Frauen ihr Kind zur Adoption frei. Dem steht eine geschätzte Zahl von rund 30.000 Abtreibungen pro Jahr gegenüber. Und während Schwangerschaftsabbrüche in der Gesellschaft auf stummes Einverständnis stoßen, begehen Mütter, die ihr Kind weggeben, einen Tabubruch. "Sie gelten als Rabenmütter“, sagt Martina Reichl-Roßbacher, Leiterin des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder der Stadt Wien. "Das Adoptieren wird allgemein akzeptiert, aber kaum jemand spricht über die weggebenden Mütter. Für sie gibt es kein Verständnis.“

»Ich habe immer daran denken müssen, wie sie aufwachsen, ob sie schon laufen oder sprechen können«

Eine Abtreibung kommt für Frauen, die ihr Kind schließlich zur Adoption freigeben, meist gar nicht infrage. Oft entdecken sie die Schwangerschaft erst nach Ablauf der Dreimonatsfrist. Die meisten von ihnen befinden sich in "ganz schwierigen Lebenssituationen“, sagt Reichl-Roßbacher. Unter ihnen sind Vergewaltigungs- und Missbrauchsopfer oder Minderjährige, oft aus anderen Kulturkreisen, die fürchten, von der Familie verstoßen zu werden, psychisch Kranke, Drogensüchtige oder Frauen in Gewaltbeziehungen. "Viele verdrängen die Schwangerschaft so lange, dass sie überhaupt erst bei der Geburt oder kurz davor draufkommen, dass sie ein Kind erwarten“, sagt die Adoptionsexpertin. "Die schwangere Studentin, die meint, ein Kind passe jetzt nicht in ihren Lebenslauf, gibt es nicht. Es sind so gut wie immer Frauen aus prekären Verhältnissen, die die Babys nicht annehmen können und ihnen ihr Leben nicht zumuten wollen.“

Ein besseres Leben wünschte sich auch Susanne Damböck für ihre vier Kinder. Sie selbst stammt aus "instabilen Verhältnissen“, wie sie es beschreibt. Als sie ihre erste Schwangerschaft bemerkte, war sie 20 Jahre alt und hatte gerade ihre Lehre hingeschmissen. Der Kindesvater musste eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe absitzen, und von ihren Eltern, die ihr zeitlebens mit Verachtung begegnet waren, konnte sie keine Unterstützung erwarten. So suchte sie den Kontakt zu einer Sozialarbeiterin. Die versuchte sie davon zu überzeugen, das Kind zu behalten, aber Susanne hatte Angst. "Ich war immer ein ängstlicher Mensch, und ich wollte dem Kind nicht das Leben zumuten, aus dem ich kam. Ich hatte Angst, es da nicht herauszuschaffen, und ich sah für mich keinen Weg. Ich hätte die Verantwortung für ein anderes Wesen nicht übernehmen können“, sagt sie heute.

Die erste Geburt traf sie wie ein Holzhammer. "Ich war völlig traumatisiert, als der Bub nach 18 Stunden Wehen zur Welt kam.“ Vermutlich aus Gewohnheit wurde ihr das Kind im Spital zunächst auf den Bauch gelegt, als sie meinte: "Der ist aber zur Adoption freigegeben.“ Geschockt habe die Schwester daraufhin das Baby an sich gerissen und sei mit ihm fortgerannt. Dieser Moment, in dem ein Teil von ihr weggerissen wurde, hat sich der mittlerweile 51-Jährigen für immer ins Gedächtnis gebrannt. Trotzdem war sie damals wie heute in ihrer Entscheidung klar. "Ich wusste, dass der Bub jetzt dorthin kommt, wo er ein wirklich gutes Leben führen kann. Mir wurde versichert, dass die Kriterien bei der Auswahl der Adoptivfamilien sehr streng sind.“

Das sind sie. Wer in Österreich adoptieren will, wird vom Jugendamt streng überprüft. Wohnverhältnisse, finanzielle und psychologische Eignung werden genau unter die Lupe genommen. Wichtig ist auch, dass das Thema leibliche Kinder definitiv abgeschlossen ist. "Solange man noch auf ein eigenes hofft, ist man nicht frei für ein fremdes Kind“, weiß Reichl-Roßbacher. Und man müsse natürlich auch eine gewisse Offenheit mitbringen. "Wer sich nicht vorstellen kann, das Baby einer Drogensüchtigen oder einer Prostituierten anzunehmen, der kommt als Adoptivwerber eigentlich kaum infrage“, sagt Maria Eberstaller, Psychologin beim Verein Eltern für Kinder Österreich (EfKÖ). Der Verein organisiert auch jenen verpflichtenden knapp einjährigen Kurs, bei dem sich werdende Adoptiveltern intensiv mit dem auseinandersetzen, was auf sie zukommt. Vor allem geht es darum, die Erwartungen an das Kind zurückzuschrauben, etwa was Entwicklung, Begabung und spätere Ausbildung anbelangt. "Man weiß nicht, mit welchen Genen das Kind ausgestattet ist und in welchem Zustand es zur Welt kommt. Aber man kann davon ausgehen, dass es in einer ‚nicht optimalen‘ Schwangerschaft herangewachsen ist“, so Eberstaller.

Für Katharina und Christoph R. (Namen von der Redaktion geändert) spielte das alles keine Rolle. Sie waren bereit für ihr "Überraschungspaket“, als der ersehnte Anruf vom Jugendamt kam. Drei Jahre zuvor, Katharina war damals 34 Jahre alt, hatte Gebärmutterkrebs im Anfangsstadium jede Hoffnung auf ein leibliches Kind zerstört. Als der Arzt damals "Sie werden nie ein Kind bekommen“ sagte und ihr riet, die Gebärmutter so rasch wie möglich entfernen zu lassen, brach für Katharina eine Welt zusammen. Die Eventmanagerin brauchte lange, um sich von diesem Schlag zu erholen und zu glauben, was ihr Mann Christoph gleich nach der Diagnose gesagt hatte: "Wir stehen das durch. Wir werden den besten Operateur finden, du wirst gesund werden, und wir werden ein Kind haben.“

Katharina saß in ihrem Büro, als sie auf dem Display ihres Handys den Namen der Sozialarbeiterin sah. "Ich wusste gleich: Jetzt ist unser Kind geboren. Ich glaube, sie hat gesagt: ‚Ich habe ein Mädchen für Sie.‘ Da hab ich schon losgeheult.“ Katharina rief ihren Mann an, der sich gerade auf einem Zahnarztsessel von einer Wurzelbehandlung erholte. "Uns ist ein Mädchen angeboten worden“ waren die Worte, die ihn zum Weinen brachten.

Erst am nächsten Tag dürfen sie ins Krankenhaus. Dort durchlebt das gerade einmal 2100 Gramm leichte, zwei Tage alte Baby einer Drogensüchtigen einen Entzug. Eigentlich wollten sie zunächst das Erstgespräch mit dem behandelnden Arzt abwarten, bevor sie sich definitiv für das fremde Kind entscheiden würden, "aber als mir die Schwestern dieses kleine Bündel in den Arm drückten, mit den Worten: ‚Das ist jetzt deine neue Mama‘, mussten wir nur noch heulen. Wir waren sofort verliebt.“ Nach dem verpflichtenden Gespräch mit einem Arzt, der den beiden versicherte, dass ein Entzug in der Regel keine bleibenden physischen Schäden hinterlässt, war klar: "Das ist unser Kind, das ist Nele.“

Nele ist mittlerweile sechs Jahre alt. Die Familie unterscheidet sich nicht im Geringsten von anderen. Außer dass Nele in dem Wissen aufwächst, dass es da noch eine "Bauch-Mama“ gibt. Adoptiveltern werden dazu angehalten, ihren Kindern die Adoption von Anfang an offen zu kommunizieren. Erfahren sie es zufällig von Dritten, bedeute das einen Vertrauensverlust, der kaum zu kitten ist, sagt Reichl-Roßbacher. Bisher spielt die Adoption in Neles Leben kaum eine Rolle. "Ein paarmal hat sie mich gefragt, warum sie nicht bei ihrer ‚Bauchi-Mama‘ ist“, erzählt Katharina. Sie habe ihr dann erklärt, dass die "Bauchi-Mama“ krank ist und sie nicht behalten konnte. "Aber sie wollte, dass du zu Eltern kommst, die dich lieb haben. Wir konnten kein Baby bekommen und haben ein Kind gesucht, das wir lieb haben können. Und wir haben dich gefunden.“

Alle weggebenden Mütter wünschen sich für ihre Kinder, dass sie in eine Umgebung kommen, in der sie geliebt werden, sagt Reichl-Roßbacher. Vergessen kann eine Mutter ihr Kind nie. Dass die gemeinsamen Monate, in denen das Baby im Bauch der Mutter wächst, Spuren hinterlassen, weiß auch Susanne Damböck. "Bis heute kann ich meine Kinder spüren. Ich habe sehr oft an sie gedacht. Zu jedem Geburtstag habe ich eine Kerze angezündet. Und zu Weihnachten natürlich auch. Sie haben eine kleine leere Stelle in meinem Herzen hinterlassen.“ Trotzdem sah sie sich außerstande, sie zu behalten.

Während ihrer ersten Schwangerschaft lernte Susanne ihre große Liebe kennen. Die beiden heirateten und nahmen zwei Rottweiler-Welpen auf. Da war Susanne Anfang 20, und ihr Leben fühlte sich für kurze Zeit "richtig“ an. "Bis ich schwanger wurde. Da lernte ich meinen Mann plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen.“ Kinder kamen für ihn nicht infrage, in der 28 Quadratmeter kleinen Wohnung sei schließlich kein Platz, ganz abgesehen von der finanziellen Belastung. Als Susanne sich weigerte, das Kind "wegmachen zu lassen“, folgten die Drohungen, folgten die Schläge. "Ich hatte damals einfach überhaupt kein Selbstbewusstsein. Ich habe mich von meinem Mann dominieren lassen wie eine moderne Sklavin. Ich bin bei ihm geblieben aus Angst, es nicht allein zu schaffen, nicht auf eigenen Beinen stehen zu können. Natürlich hat er mir das auch eingeredet. ‚Du bist nichts, du hast nichts, du kannst nichts, niemand würde dich vermissen‘“ waren Sätze, die Susanne täglich zu hören bekam. "Ich wollte nicht, dass meine Kinder so eine Mutter haben.“

Sozialkontakte hatte Susanne kaum, arbeiten durfte sie überhaupt nicht. Ihr Mann bestand darauf, dass sie sich um Haushalt und Hunde kümmerte. Sie bekam nur wenig Haushaltsgeld, und die zehn Euro, die sie pro Woche für sich selbst abzwacken konnte, hätten für die Pille nicht gereicht. "So wurde ich immer wieder schwanger. Und immer war ich schuld.“ Sobald sich der Babybauch abzeichnete, durfte sie das Haus nicht mehr verlassen. So konnte später keiner nach den Kindern fragen. Einzig die Schwiegermutter war eingeweiht - und einverstanden. Drei Mädchen brachte Susanne innerhalb von elf Jahren zur Welt. So wie ihren Sohn gab sie alle unmittelbar nach der Geburt zur Adoption frei.

»Das Adoptieren wird akzeptiert, aber für die weggebenden Mütter gibt es von der Gesellschaft kein Verständnis«

Den Absprung aus der Spirale von Unterdrückung, Gewalt, Scham, Selbstvorwürfen und Verdrängung schaffte Susanne erst zehn Jahre nach ihrer letzten Geburt, als ihr Mann wegen Körperverletzung für längere Zeit im Gefängnis saß. Jahrelang verließ sie das Haus "nur bewaffnet“, sie fürchtete sich vor seiner Rache. Aber die blieb aus. Heute lebt Susanne mit mehreren Vogelspinnen, Reptilien und ihren beiden "Mädels“, den zwei Hunden, in einer kleinen Gemeindebauwohnung in Floridsdorf. Im Lauf der Jahre hat sie viele verschiedene Jobs angenommen und wieder verloren, auch eine weitere Scheidung hat sie hinter sich. Ihre Kinder hat sie oft vermisst. "Ich habe immer daran denken müssen, wie sie wohl aufwachsen, ob sie schon laufen oder sprechen können, wie es ihnen in der Schule geht und welche Fortschritte sie machen. Vor allem nach der Trennung von meinem ersten Mann gab es Phasen, in denen ich meine Kinder gern bei mir gehabt hätte, in denen ich mir gewünscht hätte, dass wir eine kleine, liebe Familie sind“, erzählt sie mit belegter Stimme. Im nächsten Moment zündet sie sich eine Zigarette an, wischt diese Gedanken beiseite und sagt trotzig-bestimmt: "Das waren rein egoistische Gedanken, das hab ich mir früher auch immer gesagt. Für die Kinder war es das Beste. Meine Entscheidung war top, ich hätte es nicht besser machen können. Frauen, die ihr Kind weggeben, haben immer einen massiven Grund. Definitiv ist es nicht mangelnde Liebe.“

Ihr Versprechen, die Kinder zu suchen, sobald sie erwachsen sind, hat sie wahr gemacht. Mithilfe einer Sozialarbeiterin schrieb sie jedem von ihnen einen Brief, in dem sie ihre Beweggründe erklärte. Im Februar dieses Jahres kam eine Antwort. Susanne lag auf ihrem Sofa, als sie auf ihrer Facebook-Seite die Freundschaftsanfrage einer Unbekannten sah. "Wer bist du, was willst du?“, schrieb sie der Absenderin zurück. "Ich bin deine jüngste Tochter. Lisa.“

Die beiden hatten sich viel zu erzählen. Mehrere Stunden lang schrieben sie einander hin und her, bis sie noch für denselben Tag ein Treffen vereinbarten. "Lisa hat mich gleich erkannt und umarmt“, erzählt Susanne. Weil Lisa in dem Bewusstsein aufgewachsen war, dass es eine "Bauch-Mama“ gibt, und keinen Groll gegen sie hegte, konnten sich die beiden unvoreingenommen begegnen. Nach wie vor sind sie in Kontakt. "Mit Lisa verbindet mich eine mütterliche Freundschaft“, sagt Susanne. Muttergefühle habe sie nicht, schließlich konnte sie der Tochter nie eine Mutter sein. Die emotionale Bindung habe in der Adoptivfamilie stattgefunden. "Aber ich bin froh zu sehen, dass alles so gekommen ist, wie ich es mir für sie gewünscht habe.“ Dass die anderen Kinder keinen Kontakt wollen, kann Susanne akzeptieren, und sie hofft, "dass es ihnen so gut geht, wie sie es verdient haben“.

Katharina und Christoph haben Nele "zu tausend Prozent angenommen“. Sie wissen nicht, was sie noch alles erwartet. Sie haben keine Ahnung, welche Veranlagungen und Begabungen Nele mitbringt. Aber sie sehen, dass sie glücklich ist, und das zählt für sie. Sie wissen nicht, wer Neles Mutter ist, aber sie empfinden "eine tiefe Dankbarkeit“ ihr gegenüber. Denn sie hat ihnen das größte Geschenk gemacht, das man bekommen kann.

Kommentare

Nun ja, ich finde ja auch so manche öffentliche Diskussion verlogen und pervers und wenn ich mir so manche Postings durchlese, frage ich mich auch, was das für Menschen sind. Sind das überhaupt Menschen? Naja sind sie wohl, aber sie sind wohl in ihrer Entwicklung einige Male falsch abgebogen (worden). Ist in ihrer Erziehung etwas schief gelaufen oder in der Sozialisierung.

Offen gesagt, finde ich unsere Gesellschaft so was von pervers, wenn sie so mit den Menschen umgeht. Wenn Frauen schwanger werden, sie dann im Stich lassen und dann, wenn sie es nicht umbringen läßt, sondern austrägt und anderen dann zum Glück verhilft, die sich vielleicht schon lange ein Kind wünschen und keines bekommen können. Erstens mal gehören zum Kinder produzieren immer noch zwei.

In erster Linie sind solche Entscheidungen höchst persönlich, die außer den Betroffenen auch niemanden was angehen. Zudem niemand der sich nicht selbst in so einer Situation befindet, oder das gleiche Persönlichkeitsbild aufweist, so eine Entscheidung nachvollziehen oder beurteilen kann. Deswegen wird es diesen Frauen auch nicht gerecht, wenn man versucht sie als Unbeteiligter zu stigmatisieren.

Wie ich den Beitrag lese wäre es die alleinige Entscheidung der Mutter, ein Kind zur Adoption freizugeben. Ist das denn so ?

Habe großes Mitgefühl für diese mutige und auch weise Frau. Sie kam aus tristen Verhältnissen und wollte dies ihren Kindern ersparen. Das größte Geschenk, das sie ihren Kindern geben konnte war, ihnen ein besseres Leben bei Adoptiveltern zu bescheren. Arme, arme Frau, sie konnte und dorfte nie das Werden ihrer Kinder erleben und sie ein Stück des Weges begleiten. Respekt und Hochachtung.

ich habe meinem Adoptivsohn von anfang an immer wieder von dem Mut seiner leiblichen Mutter erzählt und ging von Anfang an sehr offen mit der Thematik um. Ich schätze aber dass dieses Thema noch mehr in ihm reifen muss und darf. Jedenfalls sollten eher jene Scham empfinden die eine Situation be(ver)urteilen, ohne sie je selbst erlebt zu haben. Mutige Frau, Hut ab!

Oberon
Oberon melden

Es lohnt sich, den Artikel von Anfang bis Ende zu lesen, denn fast wäre ich ungerecht geworden. Susanne D. hatte kein Geld, um sich die Pille verschreiben zu lassen, und mit der Schwiegermutter darüber zu reden, hätte sicher nichts gebracht. Männer suchen sich Frauen, die sie unterwerfen und schlecht behandeln können, die so ein schwaches Selbstbewusstsein haben, dass sie glauben, nichts .....

Oberon
Oberon melden

.... Besseres zu verdienen. Das kann zum Muster in der Partnerwahl werden.

Zu 100% verstehe ich weder, dass Frauen abtreiben, noch, dass sie ihr Kind zur Adoption freigeben, aber - es muss diese Möglichkeiten geben, um womöglich Schlimmeres(!) zu verhindern. Susanne D. war
zu schwach, um sich von ihrem Mann zu lösen und hat erst recht spät erkannt, dass eine Frau nicht erst durch .......

Oberon
Oberon melden

.... einen Mann an ihrer Seite ein Mensch wird.

Die Vogelspinnen und Reptilien, mit denen Susanne D. jetzt zusammen lebt, können wohl kaum gefährlicher sein, als der "liebende" Ex-Mann. Ihre soziale Situation in ihrer Ehe war so, dass sie für mich nicht vorstellbar ist.

nureinnick
nureinnick melden

Hut ab vor Frau D! Dazu gehört viel Mut, sich dem ganzen nachher zu stellen und so stark sich selbst im Spiegel zu betrachten. Wer hier den ersten Stein werfen will, sollt mal versuchen, ein paar Schritte in ihren Schuhen zu gehen.

Oberon
Oberon melden

Bitte sinnerfassend(!) lesen und dann erst wichtig machen. Ich habe nicht verletzend kritisiert, ist auch nicht mein Stil! Außerdem - man bemerkt Schwäche an Menschen nur dann, wenn man selber nicht davon betroffen ist. Susanne D. hat ihr Kind weg gegeben. War DAS mutig? Für mich ist Mut sich von
einem Menschen zu trennen, der nicht gut für einen ist, und dann das Kind zu behalten.....

Oberon
Oberon melden

... Susanne D. war für den Haushalt zuständig, und dazu gehört auch einkaufen. Sie hätte Hilfe suchen können, denn die gibt
es für alleinstehende Mütter in Notsituationen überall...!

nureinnick
nureinnick melden

Das war nicht auf Ihre Kommentare bezogen (22222), sondern allgemein. Daher auch nicht als Kritik an Ihren Kommentaren zu lesen.

Ich werte nicht und ich kritisiere nicht, schon gar nicht die Weggabe der Kinder. Wie gesagt, das kann nur jemand machen, der die gleiche Situation erlebt hat.

Wie geschrieben, gehört sehr viel Mut dazu sich dem nachher zu stellen, so wie Frau D. das getan hat.

Oberon
Oberon melden

Sorry, war wohl ein MISTverständnis. ;-)
Den Mut, sich sein alles andere als ideales Leben im Rückblick anzuschauen, spreche ich Susanne D. auch nicht ab. Nicht alle würden das schaffen.....!

bruderteddy melden

Naja, nicht alle Männer sind so. Nur was ich nicht ganz verstehe, sind Frauen wie die Schwiegermutter von Frau D. Frauen, die ihre Söhne zu solchen Monstern erziehen. Wobei ich nicht sagen möchte, daß Frauen freiwillig oder mit Absicht Ihre Söhne zu solchen Monstern erziehen. Da ist wohl manchmal eine Eigendynamik im Spiel.

bruderteddy melden

Nur wenn ich mit einer Frau zusammen bin, dann möchte ich, daß das ein liebevolles Zusammensein mit gegenseitigem Respekt und voll Rücksichtnahme aufeinander ist

Seite 1 von 1