Kampf gegen Terroristen von

Luftangriffe auf IS
töten vor allem Zivilisten

Amnesty-Bericht deckt auf: Syrische Regierung tötet zumeist die eigenen Bürger

Ein Marktplatz nach einem Luftangriff in Idlib, Syrien © Bild: REUTERS/Ammar Abdullah

Ihre Häuser werden zerbombt, ihr Leben wird rücksichtslos ausgelöscht. In Syrien sterben regelmäßig unschuldige Menschen im Namen des Kampfes gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International jetzt aufgedeckt hat, verstärken die Luftangriffe der syrischen Regierung gegen den IS nur das Leid der Zivilisten in der Region Ost-Ghouta.

Die betroffene Region liegt östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus, mehr als 163.000 Menschen leben dort. Zwischen Jänner und Juni 2015 hat das Assad-Regime mindestens 60 Luftangriffe in Ost-Ghouta ausgeführt. Dabei sind laut Amnesty rund 500 Zivilisten ums Leben gekommen. Der Bericht stuft 13 Luftangriffe und andere Attacken als Kriegsverbrechen ein. Dabei sollen insgesamt 231 Zivilisten und nur drei Terroristen umgekommen sein. In zehn Fällen sei ein militärisches Ziel nicht einmal in der Nähe des Angriffs gewesen, teilt Amnesty in einer Pressemitteilung mit.

Rücksichtloses Zerstören

Die Analyse von Satellitenbildern hat zudem ergeben, dass Luftangriffe zwischen dem 28. Dezember und dem 10. Februar zahlreiche Behausungen in Douma, nahe Damaskus, komplett zerstört haben. Ein Augenzeuge berichtet von mehreren Toten, die bei einem Luftangriff am 9. Februar ums Leben gekommen sein sollen.

Auf dieser von Amnesty veröffentlichten 360-Grad-Aufnahme sind Bewohner zu sehen, die an der zerbombten Taha Moschee vorbeigehen.

Oftmals sind die Luftangriffe laut Amnesty auf öffentliche Plätze, wie einem Marktplatz, einer Moschee oder einer Schule, erfolgt. "Knapp drei Jahre lang ist das Leben der Zivilisten in Ost-Ghouta nun schon von Blutvergießen und Tragödien geprägt. Sie sind gefangen und umzingelt von Kämpfen an allen Fronten", sagt Said Boumedouha, der für den Nahen Osten zuständige Amnesty-Direktor. Es gebe kein Entrinnen vor den Luftangriffen und dem Beschuss durch die Assad-Truppen. Ost-Ghouta wird derzeit von den Rebellen gehalten und ist immer wieder Ziel von Luftangriffen der syrischen Regierung.

Türkei für flugfreie Zone

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat sich nun ebenfalls zum Leid der zivilen Bevölkerung in Syrien geäußert: Er plädiere für die Schaffung einer Sicherheitszone, in der Flugverbot herrscht, wie der Premier gegenüber dem britischen TV-Sender BBC mitteilt. So solle die syrische Bevölkerung sowohl vor den IS-Terroristen als auch vor den Luftangriffen der syrischen Regierung geschützt werden. Davutoglu hat auch einen möglichen Bodentruppeneinsatz in Syrien nicht ausgeschlossen. Laut UN halten sich in der Türkei derzeit rund 1,8 Millionen Flüchtlinge aus Syrien auf.

Kommentare

strizzi1949

Und die UNO schaut weiter zu! Wozu ist dieser Verein überhaupt noch gut?

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