"Pille danach" ab sofort ohne Rezept
erhältlich: Präparat "Vikela" freigegeben
- Beschluss zur Notfallverhütung erfolgte einstimmig
- Kontrolle durch Frauenarzt nachdrücklich empfohlen

Die "Pille danach" ist ab sofort in Österreichs Apotheken rezeptfrei erhältlich. Der entsprechende Bescheid wurde nun vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen ausgestellt, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mit. Freigegeben wurde das Mittel "Vikela". Das Präparat zur Notfallverhütung wurde "für Frauen aller Altersgruppen rezeptfrei gestellt", hieß es im Ministerium.
Der Beschluss erfolgte einstimmig nach Prüfung der vorliegenden Gutachten. Auch der Oberste Sanitätsrat hat kürzlich eine positive Empfehlung ausgesprochen. Es wurde nun doch nicht der Wirkstoff, sondern eine bestimmte Arzneispezialität freigegeben, was das Verfahren verkürzt hat. Dazu wurde ein mehrere Jahre alter Antrag herangezogen. Gesundheitsminister Alois Stöger hat sich seit längerem für die Freigabe starkgemacht.
Kontrolle durch Frauenarzt empfohlen
Zeitgleich mit der Freigabe der Vikela 1,5-mg-Tablette (Wirkstoff Levonorgestrel) erhalten die Apotheken ein Info-Schreiben des Gesundheitsministeriums. Darin wird um Information der Patientinnen gebeten, unter anderem darüber, dass ein Notfallkontrazeptivum keinesfalls eine reguläre Verhütungsmethode ersetze. Auch eine Kontrolle durch einen Facharzt für Frauenheilkunde soll "nachdrücklich" empfohlen werden.
Zusätzlich sollen die Apotheker die Frauen darauf hinweisen, dass eine bestehende Schwangerschaft durch die Einnahme nicht abgebrochen werden kann und eine Verhinderung einer Schwangerschaft nicht in jedem Fall gegeben sei (besonders, wenn Unsicherheit über den genauen Zeitpunkt des ungeschützten Geschlechtsverkehrs besteht). Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten durch die Anwendung sei nicht gegeben, auch darüber soll informiert werden.
(apa/red)
