Wie packt man bloß die Arbeitslosigkeit an?
Hundstorfer nimmt Jugendliche in die Pflicht
- Foglar kritisiert Beschäftigungspolitik der Betriebe
- Mitterlehner erinnert: "Jetzt müsst ihr konsumieren"

·Arbeitslosigkeit von
Bregenz bis Eisenstadt
GRAFIK: Jobsuchende
in Österreichs Bezirken
·EU: Arbeitslosenrate schnellt in die Höhe
9,2 Prozent: Höchste Quote seit dem Jahr 1999
·Bis zum Sommer gibt
es 62.000 Kurzarbeiter
Minister Hundstorfer geht
von weiterem Anstieg aus
Das Gespenst der Arbeitslosigkeit schwebt über der Republik. Erst im Mai hat die Wirtschaftskrise die Zahl der Beschäftigungslosen auf 239.777 Menschen anschwellen lassen - ohne dass ein Ende der Talfahrt in Sicht wäre. Grund genug, dagegen etwas zu unternehmen. Während sich ÖGB-Präsident Erich Foglar die Beschäftigungspolitik der Unternehmer vorknöpft, nimmt Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit auch junge Menschen in die Pflicht: "Es muss auch mobiler zugehen", fordert er Jugendliche bei einem Besuch der Jugendkonferenz zu mehr Flexibilität auf.
Viele freie Lehrstellen werden wegen regionaler Distanz oder individuellen Wünschen oft nicht angenommen, wie der Sozialminister beklagte. Speziell bei den "Sorgenkindern", 19- bis 25-jährigen Jobsuchenden, ist in dieser Hinsicht mehr Flexibilität gefragt.
Für junge Jobsuchende ist die Situation allerdings alles andere als einfach, wie auch Hundstorfer einräumt. "Wir haben noch viel zu tun", bestätigte der Sozialminister, der immerhin die Ausbildungsgarantie der Regierung bekräftigte. "Jeder Jugendliche, der heuer eine Lehrstelle sucht, bekommt eine", leistete Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner seinem Kollegen Schützenhilfe.
Gunst der Stunde
ÖGB-Präsident Foglar ortet die Probleme am Arbeitsmarkt anderswo. "Es gebe sehr viele, die die Gunst der Stunde nützen wollen", kritisierte er anlässlich massiver Stellenkürzungen die Unternehmen. Rezepte gegen den Jobabbau hat Foglar gleich mehrere in der Tasche. Kurzarbeit und flexiblere Arbeitszeitmodelle hätten nach Ansicht des ÖGB-Bosses bereits bis jetzt rund 30.000 Arbeitsplätze gerettet.
Auch ein bereits seit vier Jahren bestehendes Solidaritätsprämien-Modell soll nun forciert werden: Dabei verzichten vier Beschäftigte auf einen Teil ihrer Arbeitszeit, um einem Arbeitslosen eine Stelle zu eröffnen. Dieses Modell, das seit seinem Bestehen unter den Arbeitnehmern nicht sonderlich gut ankommt, soll nun auf Lehrlinge ausgeweitet werden.
Schließlich sei eine internationale Transaktionssteuer und eine Vermögenszuwachssteuer geeignet, um eine größere Steuergerechtigkeit zu erzielen. Das umzusetzen dürfte angesichts der Position der Regierung kein leichtes Unterfangen sein. "In der Krise ist nicht die Zeit für neue Steuern. Jetzt müsst ihr alle konsumieren", erinnerte Minister Mitterlehner die jungen Österreicher an ihre Pflichten.
(red)
Bilderberg-Treffen07:04
Faymann bei GeheimtreffKanzler nimmt erneut an Konferenz der Welt-Elite aus Finanz und Politik teil
Sexy Kicker07:23
Woki mit deim PopoDen EM-Titel gibt's erst am 1. Juli. Die Wahl des heißesten Stars der EM gibt's schon jetzt
Fürst Albert & Charlene07:05
Ehe unter DruckGanz Monaco wartet auf einen Thronfolger: Ein Paar im Focus der Öffentlichkeit

