Montag, 22. Juni 2009

Wie packt man bloß die Arbeitslosigkeit an?
Hundstorfer nimmt Jugendliche in die Pflicht

  • Foglar kritisiert Beschäftigungspolitik der Betriebe
  • Mitterlehner erinnert: "Jetzt müsst ihr konsumieren"

Das Gespenst der Arbeitslosigkeit schwebt über der Republik. Erst im Mai hat die Wirtschaftskrise die Zahl der Beschäftigungslosen auf 239.777 Menschen anschwellen lassen - ohne dass ein Ende der Talfahrt in Sicht wäre. Grund genug, dagegen etwas zu unternehmen. Während sich ÖGB-Präsident Erich Foglar die Beschäftigungspolitik der Unternehmer vorknöpft, nimmt Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit auch junge Menschen in die Pflicht: "Es muss auch mobiler zugehen", fordert er Jugendliche bei einem Besuch der Jugendkonferenz zu mehr Flexibilität auf.

Viele freie Lehrstellen werden wegen regionaler Distanz oder individuellen Wünschen oft nicht angenommen, wie der Sozialminister beklagte. Speziell bei den "Sorgenkindern", 19- bis 25-jährigen Jobsuchenden, ist in dieser Hinsicht mehr Flexibilität gefragt.

Für junge Jobsuchende ist die Situation allerdings alles andere als einfach, wie auch Hundstorfer einräumt. "Wir haben noch viel zu tun", bestätigte der Sozialminister, der immerhin die Ausbildungsgarantie der Regierung bekräftigte. "Jeder Jugendliche, der heuer eine Lehrstelle sucht, bekommt eine", leistete Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner seinem Kollegen Schützenhilfe.

Gunst der Stunde
ÖGB-Präsident Foglar ortet die Probleme am Arbeitsmarkt anderswo. "Es gebe sehr viele, die die Gunst der Stunde nützen wollen", kritisierte er anlässlich massiver Stellenkürzungen die Unternehmen. Rezepte gegen den Jobabbau hat Foglar gleich mehrere in der Tasche. Kurzarbeit und flexiblere Arbeitszeitmodelle hätten nach Ansicht des ÖGB-Bosses bereits bis jetzt rund 30.000 Arbeitsplätze gerettet.

Auch ein bereits seit vier Jahren bestehendes Solidaritätsprämien-Modell soll nun forciert werden: Dabei verzichten vier Beschäftigte auf einen Teil ihrer Arbeitszeit, um einem Arbeitslosen eine Stelle zu eröffnen. Dieses Modell, das seit seinem Bestehen unter den Arbeitnehmern nicht sonderlich gut ankommt, soll nun auf Lehrlinge ausgeweitet werden.

Schließlich sei eine internationale Transaktionssteuer und eine Vermögenszuwachssteuer geeignet, um eine größere Steuergerechtigkeit zu erzielen. Das umzusetzen dürfte angesichts der Position der Regierung kein leichtes Unterfangen sein. "In der Krise ist nicht die Zeit für neue Steuern. Jetzt müsst ihr alle konsumieren", erinnerte Minister Mitterlehner die jungen Österreicher an ihre Pflichten.
(red)

22.6.2009 15:52
irgendwer01, 23. 06. '09 07:41
???
Anscheinend kommen jeden Tag noch krankere Ideen auf die Welt. Konsumiere - kaufe - jetzt. Die sollen ihr eigene Marie in die Wirtschaft pumpen. Ich bin für Gehaltspfändung eines jeden Politikers zur Unterstützung der Wirtschaft - da können sie dann mit gutem Beispiel voran gehen.

und zusätzlich zur Transaktionssteuer und Vermögenzuwachssteuer könnten wir ja noch eine "Atemluftsteuer", eine "Arbeitnehmerabgabe" und eine "Viel-Verdiener-Sonder-Steuer" einführen. Wie sollen Leute Geld ausgeben, wenn die roten jeden Tag sich neue Steuern ausdenken?
Rasso, 23. 06. '09 06:13
Frechheit
Na so a Wabbla - ohne Geld kann ma nix kaufen - oder sollte zumindest nix kaufen. Außerdem sollte jedem selbst überlassen sein, was er mit seinem Geld anstellt.