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Strache: Wichtig ist
"wieder aufzustehen"

Nimmt Strache EU-Mandat an?

Der designierte FPÖ-Obmann Norbert Hofer trifft heute seinen wegen der "Ibiza-Affäre" zurückgetretenen Vorgänger Heinz-Christian Strache. Dabei geht es um die mögliche Annahme eines EU-Mandats durch Strache. Es sei alles offen, hieß es aus der FPÖ. Hofer hatte zuletzt einen Mandatsverzicht Straches angedeutet, Strache selbst gab sich kryptisch und sprach davon "wieder aufzustehen".

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Der langjährige FPÖ-Chef und ehemalige Vizekanzler erhielt bei der EU-Wahl fast 45.000 Vorzugsstimmen und hat damit Anrecht auf einen der drei FPÖ-Sitze im EU-Parlament. Der über das Ibiza-Video gestolperte Strache ließ bisher offen, ob er dieses Mandat annimmt. Am gestrigen Mittwoch bekam er von der Bundeswahlbehörde offiziell eines der drei EU-Mandate zugeteilt. Zieht er bis zur Konstituierung des EU-Parlaments am 2. Juli nicht aktiv zurück, gilt das Mandat als angenommen. Wenn man eine E-Mail an heinz-christian.strache@europarl.europa.eu schickt, erhält man derzeit jedenfalls keine Fehlermeldung.

Wie sieht Straches politische Zukunft aus?

In der FPÖ kursieren derzeit verschiedene Szenarien über die Zukunft Straches. Der ehemalige Parteichef könnte sein durch Vorzugsstimmen errungenes EU-Mandat nehmen und nach Brüssel bzw. Straßburg gehen. Oder Strache verzichtet auf den Einzug ins Europäische Parlament, hält bis nach der Nationalratswahl still und wird dann freiheitlicher Spitzenkandidat bei der Wien-Wahl.

In Wiener FPÖ-Kreisen gilt diese Möglichkeit auch nach Straches demokratiegefährdenden Aussagen im Ibiza-Video als opportun. Bei einer internen Sitzung der Wiener Parteigremien, bei der Strache vergangene Woche gemeinsam mit seiner Frau Philippa mit von der Partie war, wurde der langjährige Wiener Parteichef etwa als "der Mann, dem wir alles verdanken" bejubelt. In der Bundespartei hätte man mit einem baldigen Comeback Straches derzeit hingegen keine Freude, weshalb zuletzt auch kolportiert wurde, dass statt Strache seine Frau Philippa auf einem aussichtsreichen Listenplatz bei der Wiener Landtagswahl antreten könnte.

Nimmt Strache das EU-Mandat an?

Der designierte FPÖ-Chef Hofer deutete erst am Mittwoch an, dass Strache nicht ins EU-Parlament geht. "Ich habe den Eindruck, dass er eher dazu tendiert, das Mandat nicht anzunehmen", sagte Hofer in der "ZiB 2". FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker meinte zuvor in einem Interview, dass er eine Rückkehr Straches als freiheitlicher Spitzenkandidat bei der Wien-Wahl für möglich halte, und ruderte danach halb zurück, weil sich die Frage einer Kandidatur derzeit nicht stelle.

»Ich habe den Eindruck, dass er eher dazu tendiert, das Mandat nicht anzunehmen«

Das für Donnerstagnachmittag angesetzte Gespräch zwischen Hofer und Strache soll Klärung bringen. Strache selbst hatte kurz nach der Wahl via Facebook bekanntgegeben, dass er das Mandat annehmen will. Die Mitteilung wurde aber umgehend gelöscht. Strache kommunizierte danach weiter über das soziale Netzwerk. "Man kann hinfallen und man kann Fehler machen, jedoch entscheidend ist, wieder aufzustehen", schrieb er Donnerstagvormittag an seine Fans und verurteilte einmal mehr die Produktion des Videos.

Hofer gegen Parteiausschluss Straches

Von einem Parteiausschluss hält Hofer offensichtlich nichts. Er räumte zwar ein, dass "was er gesagt hat (in dem Ibiza-Video, Anm.), komplett falsch war. Aber es ist niemals umgesetzt worden" - und: "Man kann nicht das gesamte Leben eines Menschen auf der Basis von sieben Stunden (Video, Anm.) beurteilen". Man müsse "die Lebensleistung auch beurteilen". Diese sei in Bilanz positiv, "ich bin kein Unmensch", sagte Hofer, angesprochen auf Parteiausschlüsse etwa für Facebook-Postings.

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Letztlich - auf Nachfrage - sehr großes Lob gab es von Hofer für Bundespräsident Alexander Van der Bellen, gegen den er in der Stichwahl verloren hatte. Er sei "sehr zufrieden" damit, wie Van der Bellen die Situation rund um den Regierungscrash gemeistert hat, er habe "seine Sache gut gemacht", sagte Hofer, und schließlich: Das sei "aber wirklich eine herausragende Leistung des Bundespräsidenten" gewesen, der "auch mein Bundespräsident ist, natürlich".

Kommentare

Egal welche Politiker gerade im Gespräch sind, sie drehen sich immer wieder auf diese Seite von der der Wind am günstigsten für sie weht. Anscheinend muss man dazu geboren sein ?

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