Fakten von

Strache vertraut einer Mystikerin

Magierin aus Niederösterreich sollte Schutz und Hilfe im In- und Ausland gewähren

FPÖ-Chef Strache © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Heinz Christian Strache lässt sich von Spin Doctoren gerne als harter Hund inszenieren. Optisch wie inhaltlich. Wenn er in der Lederhose im Bierzelt mit geballter Faust klar macht, wer keine „Nächstenliebe“ verdient hat und warum dem Wiener Bürgermeister - im Gegensatz zu ihm, dem durchtrainierten Partytiger - keine Badehose mehr passt, dann kommt ein solch kantiges Auftreten gut an bei den meisten seiner Anhänger.

Doch Heinz Christian Strache hat auch eine ganz andere Seite. Er ist zerbrechlich, wie viele andere auch. Er ist ratlos, wie die meisten anderen auch. Er ist schutzbedürftig, wie fast alle. In solchen Fällen konsultiert der freiheitliche Parteiobmann, der sich auch gerne als Retter des Abendlandes darstellt, allerdings keine abendländische Glaubensgemeinschaft. Sondern Tina Puchinger, eine Magierin aus Niederösterreich.

Tina Puchinger ordiniert in Sieghartskirchen, Bezirk Tulln, eine knappe Autostunde von Wien. Seit frühester Kindheit, betont sie auf ihrer Homepage, beschäftige sie sich mit „Karten, Zahlen, Namen, Geburtsdaten, Autonummern, Adressen und vielen Dingen in dieser Richtung. Es war bald klar, dass ich vielen Menschen helfen konnte, wenn man mir nur das Geburtsdatum sagte.“

Im Fall von HC Strache also der 12. 6. 1969. Vorname und Geburtsdatum, sagt die Numerologin, das reiche schon, um zu berechnen, warum man da ist auf dieser schönen Welt.

Abrechnung an FPÖ-Parlamentsklub geschickt

Interessant ist: Die Wahrsagerin schickt ihre Abrechnung an den FPÖ-Parlamentsklub. In einem Dokument, das News vorliegt (siehe Faksimile) hält sie am 26. April 2012 in einer Leistungsaufstellung - adressiert an den Klub der Freiheitlichen im Hohen Haus - fest, dass alle Sitzungen bezahlt seien. Im Zeitraum April 2010 bis Juli 2012 hat sie der prominenten Kundschaft sogar Rabatt gewährt: „Sonderpreis = 6000 €“ statt der üblichen „6750 Euro“. Dafür hat die FPÖ auch einiges geboten bekommen. Puchinger dokumentiert in dieser Mail, was die 6000 Euro beinhalteten: „Schutz für In- und Ausland, Kraft, Energie, Schutzmantel bei Auftritten, Diverse Utensilien.“ Ein Schutzmantel bei Auftritten also. So etwas kann der scharfzüngige Chef einer populistischen Partei mit Sicherheit gut gebrauchen.

In der Sonntags-Ausgabe von "Österreich" hat Heinz-Christian Strache eingeräumt, freundschaftlichen Kontakt zu einer niederösterreichischen Wahrsagerin unterhalten zu haben. Zahlungen des FPÖ-Klubs für deren Dienste bestritt er allerdings. Er kenne die Frau, sagte Strache. Sie habe den früheren FPÖ-Chef und BZÖ-Gründer Jörg Haider 2008 vor Unheil gewarnt. "Kurz darauf hatte er den tödlichen Unfall. Sie hat sich dann auch bei mir gemeldet. Wir haben uns ein paar Mal getroffen. Daraus ist so etwas wie eine Freundschaft entstanden. Das war's aber auch schon."

Die FPÖ reagierte zudem mit einer Aussendung, zu der wir gerne Stellung nehmen:
1. Die in der Geschichte dargestellten Fakten sind zu 100 Prozent abgesichert und beweisbar.
2. News ist bereit, jederzeit den Wahrheitsbeweis anzutreten.
3. Folgende Fragen wurden bereits am Dienstag, 15:53 Uhr, an Martin Glier, Leiter der FPÖ-Pressestelle, übermittelt und blieben unbeantwortet:

Sehr geehrter Herr Glier,
Ich wende mich einer kurzen Anfrage an Sie:
+ Laut News-Recherchen hat der FPÖ-Parlamentsklub für Schutz im In- und Ausland für HC Strache an Frau Tina Puchinger bezahlt. Bitte um Stellungnahme.
+ Wir verfügen weiters über Informationen, dass G. (Name von der Red. geändert) Herrn Strache u.a. zu TV-Diskussionen begleitet. In welcher Funktion?
+ Herr Strache wird von G. (Name von der Red. geändert) darüber hinaus energetisch behandelt und sitzt regelmäßig mit anderen FPÖ-Spitzenpolitikern im Schwitz-Tipi. Bitte um Stellungnahme.
Ich wäre Ihnen für eine baldige Rückmeldung dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Rainer Fleckl

Kommentare

Pata Pata

Eine Mystikerin soll Österreich leiten?

Mag Ayten Mehdi
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Das ist ja jetzt allerletzte, was sich die Medien überhaupt erlaubt und einen Akademiker in solcher Art schikaniert. Na ja, typisch Österreich! Lebt wohl, Blödsinn - Redner!

Pata Pata
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Ein Jahr HASCH und ein Jahr Geschichte zu studieren macht noch keinen Akademiker. Hausverstand-Besitzer sowie Benützer sowieso nicht.

Nudlsupp melden

Also HC unterhält freundschaftliche Beziehungen zu dieser Frau? Der Parlamentsklub bezahlt dafür? Klingt ja fast so, als müsse sich HC Freunde kaufen. Die Reaktion des Parlamentsklubs ist genau so reflexartig wie putzig. :-) Und wenn wir hier alles zusammen legen? Für einen zweiten Freund für HC? Vielleicht wird er ja dann etwas entspannter und geschmeidiger. Kein Wunder, daß er so verbittert ...

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ist in seiner Einsamkeit. Wenn niemand mit ihm spielt. Sein Vorgänger hatte zumindest noch die Massenmörder und Diktatoren Gadaffi als Freunde. Das waren damals scheinbar sowas wie die guten Moslems oder so....zumindest für die F :-) P.S.: Vielleicht könnte man das Arbeitsverbot für Flüchtlinge dahingehend auflockern, daß sich jeder einame Politiker 2 oder 3 zu Freunden nehmen darf..

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...bei diesen Tarifen allemal ein Geschäft. Und nachdem die F in ihrer Regierungszeit die üppigen Parteienforderungen ja auch nicht gekürzt hat, obwohl sie die Partei der Anständigen ist, ist dafür ja genügend Schotter da. :-)

@Christian: Nur zur Info: Blau war 7 Jahre an der Regierung. Die Staatsverschuldung ist um ca. 40% gestiegen. In den 7 Jahren Rot-Schwarz danach, ist die Staatsverschuldung ebenfalls um ca. 40% gestiegen. Also was war da besser? Außer die Arbeitsbeschaffung für Richter und Staatsanwälte durch eine Flut an Korruptionsaffären, die es so vorher wirklich noch nie gab?

Die SPÖ gibt Steuergeld für Spin Doctoren aus den USA aus, damit dann ein Taxler Österreich gegen die Wand fährt.

Was haben Ronald Reagen, François Mitterand, Winston Churchill, Konrad Adenauer und viele mehr gemeinsam?
Alle ließen sich von Astrologen, Nummerologen usw. beraten!
Die Beratungen waren auch nicht gratis. Warum wird darüber nicht berichtet?http://www.amazon.de/Hellseher-Astr…390247596X

Nummerologin sah höchste Bedrohung von Dr. Jörg Haider voraus
http://forum.ueber55.at/showthread.php?t=10886

christian95 melden

Ob es Kreisky mit der SPÖ oder später als Alleinregierung war ist mir grundsätzlich egal. Aber seit der 1960er Jahren gab es mit SPÖ+ÖVP immer Stillstand! Es wir Zeit dass es in diesem Staat wieder aufwärts geht. Wenn jemand glaubt mit den Grünen oder NEOS (beide finde ich derzeit für zu schwach) ist es mir auch egal. Mit den Grünen wird das Flüchtlingsproblem auch nicht zu lösen sein.

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Kreisky war bis in die 80-er Bundeskanzler und so lange gab es Aufschwung. Danach gab es eine kurze kleine Koalition mit Norbert Steger (F). Die ÖVP musste noch länger warten, bis sie wieder in die Regierung kam. Tatsächlich abwärts geht es eigentlich seit wir bei der EU sind.

christian95 melden


Wir sind eines der reichsten Länder der Erde und bringen die armen Flüchtlinge in kalte Zelte unter.
HC Strache kann das Flüchtlingsproblem lösen an dem SPÖ+ÖVP so kläglich scheitern. Schon deswegen müssen wir FPÖ wählen - es gibt derzeit keine andere Alternative!

DiDaDo melden

Dann lass uns an deiner Weisheit teilhaben. Wie wird Strache das Problem lösen?

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HC löst das Problem, indem er Flüchtlinge gar nicht erst aufnimmt und die bereits vorhandenen wieder ausweist. Oder habe ich da was falsch verstanden?

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"Wer glaubt, wird selig." Möge der Herr Strache selig sein. Die Numerologie ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Aber "energetische Handlungen" nicht mehr so ganz. Da muss man wahrscheinlich schon ganz fest dran glauben, dass es wirkt. Wie beim Voodoo. Es gibt genügend Foren, wo man nachlesen kann, wie verzweifelt Menschen jahrelang Kohle abliefern, damit der/die Ex zurück kommt. Oder sonst was.

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Sei's drum, jeder darf machen, was er will, solange er niemand dabei schädigt. Á propos: Wer hat diesen Hokuspokus denn tatsächlich gezahlt? DAS interessiert mich jetzt wirklich an der Geschichtte.

Nudlsupp melden

Aber Voodoo ist ja das Steckenpferd des Hrn. Strache. Ich erinnere nur, wie ihm van der Bellen mit seiner "Voodoo-Politik" im Parlament konfrontiert und sein politisches Know How sehr pointiert bloß gestellt hat.

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Ach ja, der Dr. Van. Ich vermisse ihn. Das war ein Politiker!

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