Frühling von

Pollen: Das sollten
Sie unbedingt wissen

Wir beantworten die zehn brennendsten Fragen rund um die Pollenallergie

© Video: News.at

Wie aber erkenne ich eine Pollenallergie? Wo kann ich mich austesten lassen? Und wie kann ich Abhilfe schaffen? Wir beantworten die zehn brennendsten Fragen zum Thema Pollen.

Des einen Freud, des andren Leid. Während sich die einen an den blühenden Bäumen, Sträuchern und Wiesen erfreuen, kommen die anderen gar nicht mehr aus dem Niesen heraus. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Allergiker verdoppelt. Heute leidet rund ein Fünftel der Österreicher an einer Pollenallergie.

1. Woran erkenne ich eine Pollenallergie?

Von diesen Symptomen können Pollenallergiegeplagte ein Lied singen: juckende, gerötete Augen, geschwollene Augenlider, Niesreiz, Schnupfen und/oder Atemnot bis hin zu Asthma. Nicht jedem bekannt, aber ebenso möglich: juckende Hautausschläge.

2. Wie kann ich eine Allergie von einer Erkältung unterscheiden?

Ein Indikator dafür, dass es sich um eine Pollenallergie und nicht etwa um eine Erkältung handelt, ist die Tatsache, dass die Symptome wiederholt auftreten – und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Je nachdem, auf was der Betroffene allergisch ist, können die Beschwerden wochen-, mitunter sogar monatelang dauern. In jedem Fall ist es ratsam, einen Arzt oder - noch besser - einen Allergiespezialisten aufzusuchen.

3. Wie kann ich die Allergie behandeln?

Reagieren Sie bereits bei den ersten Anzeichen und konsultieren Sie einen Arzt! Antihistaminika etwa lindern die Symptome, indem sie das bei der allergischen Reaktion ausgeschüttete Histamin blockieren. Cortison-Tropfen und -Sprays lindern die Beschwerden lokal. Sie dämpfen die Aktivität des Immunsystems, was dazu führt, dass weniger Entzündungsstoffe ausgeschüttet und letztlich wieder die Symptome gelindert werden.

Im Video: Die größten Allergie-Mythen im Check

© Video: News.at

4. Kann man eine Pollenallergie für immer heilen?

Einen dauerhaften Erfolg verspricht die Spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt: Der Patient bekommt das Allergen in Form von Tabletten, Tropfen oder Spritzen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren hinweg verabreicht. Die Dosen werden dabei langsam gesteigert, mit dem Ziel, dass sich der Körper an den Allergieauslöser gewöhnt und die Überreaktion des Immunsystems schließlich ausbleibt. Die Erfolgsrate der Spezifischen Immuntherapie liegt bei 60 bis 80 Prozent. Bleibt die Pollenallergie unbehandelt, besteht das Risiko, dass der Patient im Laufe der Zeit an Asthma erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt 40 Prozent.

5. Was passiert im Körper bei einer allergischen Reaktion?

Sowohl Bäume als auch Sträucher, Gräser, diverse Getreidearten und Kräuter können eine Pollenallergie auslösen. Die allergische Reaktion wird in zwei Phasen eingeteilt: Beim ersten Kontakt mit dem Allergen kommt es zur Sensibilisierung des Körpers. Diese verläuft meist noch symptomfrei. Erst bei einem neuerlichen Kontakt kommt es zu Beschwerden. An der allergischen Reaktion beteiligt sind verschiedene Teile des Immunsystems. Die wohl bedeutendsten sind die T-Helferzellen und die lgE-Antikörper. Sie regen die sogenannten Mastzellen an. Mastzellen sind Zellen der körpereigenen Abwehr, in denen diverse Botenstoffe, unter anderem Histamin, gespeichert sind. Kommt es nun zum Kontakt mit dem Allergen, werden die Substanzen ausgeschüttet. Das wiederum löst besagte Symptome wie Schnupfen, Niesen und Co. aus.

6. Wie kann ich einer allergischen Reaktion vorbeugen?

Regel Nummer eins: Meiden Sie den Allergieauslöser – was allerdings leichter gesagt ist als getan. Was aber hilft, sind tägliche Nasenduschen. Zudem sollten Sie jeden Abend vor dem Schlafengehen die Haare und mehrmals täglich das Gesicht waschen. Ziehen Sie die Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer aus, um dieses möglichst pollenfrei zu halten. Waschen Sie die Bettwäsche regelmäßig und lüften Sie, wenn Sie am Land wohnen, zwischen 19.00 und 24.00 Uhr. Städter sollten die Fenster nur morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr öffnen. Was das Autofahren betrifft: Legen Sie sich einen Pollenfilter für die Lüftungsanlage zu und halten Sie die Fenster während der Fahrt geschlossen. Beim Pollenwarndienst können Sie sich übrigens über den aktuellen Pollenflug informieren. Tipps, wie Sie der Pollenallergie vorbeugen können, finden Sie hier.

7. Was fliegt wann?

Die Pollensaison beginnt meist schon Ende Februar und kann sich bis Ende Oktober, manchmal sogar in den November hinein erstrecken. Eröffnet wird die Pollensaison von der Hasel, knapp gefolgt von der Erle. Ab März werden die Ulme, die Weide, die Pappel, die Esche, die Birke, die Hainbuche, die Plantane, die Eiche und die Rotbuche spürbar. Gräser, Spitzwegerich und Sauerampfer machen sich ab Mai bemerkbar. Dann fliegen auch schon bald die Roggenpollen, gefolgt von Beifuß und Ragweed. Logischerweise variiert die Pollensaison der einzelnen Gewächse Jahr für Jahr – je nach Temperatur, Licht- und Regenmenge.

8. Was ist eine Kreuzallergie?

Bei jedem zweiten Birkenpollen-Allergiker kribbelt die Zunge, wenn er einen Apfel isst. Das rührt daher, dass sich die Allergene in Äpfeln und Birkenpollen ähneln. Der Organismus verwechselt die beiden Stoffe und schlägt Alarm. Hier liegt eine Kreuzallergie vor. Diese kann sowohl bei Baum- und Gräserpollen untereinander vorkommen – so zeigt Ragweed etwa Kreuzreaktionen mit Beifuß -, als auch in Kombination mit diversen Nahrungsmitteln von Anis bis zur Zwiebel.

9. Wie kann ich mich austesten lassen?

Es gibt drei Methoden zur Diagnose einer Pollenallergie: die Befragung, den Haut- und den Bluttest. Der bekannteste unter den Hauttests ist wohl der Pricktest. Hier werden Allergieextrakte auf die Haut aufgetropft. In der Folge wird die Haut mit einer Art Nadel leicht angestochen. So kann die Substanz eindringen. Quaddeln und gerötete Haut deuten auf eine Allergie hin. Das Ergebnis ist bereits nach 20 Minuten sichtbar, der Test schmerzfrei. Bringt der Hauttest keine eindeutige Diagnose, folgt meist eine Untersuchung des Blutes im Labor.

10. Wo kann ich mich austesten lassen?

Allergie-Ambulatorium Innere Stadt
Walfischgasse 3, 1010 Wien
Tel: 01 512 79 26
Email: office@allergie-wien1.at
www.allergie-wien1.at

Allergie-Ambulatorium Rennweg
Rennweg 28, 1030 Wien
Teil: 01 798 10 55
Email: mail@allergieambulatorium.at
www.allergieambulatorium.at

Gesundheitszentrum Wien Mitte
Strohgasse 28, 1030 Wien
Tel: 01 601 22-40300
Email: gz03@wgkk.at
www.wgkk.at

Gesundheitszentrum Mariahilf
Mariahilfer Straße 85-87, 1060 Wien
Tel: 0 1 601 22-40600
Email: gz06@wgkk.at
www.wgkk.at

Allergieambulatorium Reumannplatz
Reumannplatz 17/1/4, 1100 Wien
Tel: 01 604 24 70
www.allamb.at

Gesundheitszentrum Wien Süd
Wienerbergstraße 13, 1100 Wien
Tel: 01 601 22-1722
Email: GZ10@wgkk.at
www.wgkk.at

Allergiezentrum Wien West
Hütteldorfer Straße 46, 1150 Wien
Tel: 01 982 41 21
Email: office@allergiezentrum.at
www.allergiezentrum.at

FAZ – Floridsdofer Allergiezentrum
Franz Jonas-Platz 8/6, 1210 Wien
Tel: 01/2702530
Email: office@faz.at
www.faz.at

Weiterführende Links

Österreichischer Pollenwarndienst
Vorhersage der Pollenbelastung durch die ZAMG

Kommentare