Gruppe E von

Fußball-WM 2014: Schweizer ohne große Anstrengung weiter

Effektive Eidgenossen besiegen limitierte Honduraner mit 3:0 - drei Shaqiri-Tore

Schweiz-Honduras Shaqiri Jubel © Bild: APA/EPA/JEON HEON-KYUN

Die Schweiz hat sich am Mittwoch erstmals seit 2006 fürs Achtelfinale der Fußball-WM qualifiziert. Die Eidgenossen besiegten Honduras 3:0 (2:0) und beendeten damit die Gruppe E hinter Frankreich auf Platz zwei. Denn Mitkonkurrent Ecuador musste sich im Parallelspiel gegen die Franzosen mit einem 0:0 begnügen.

Matchwinner für die Schweizer war Xherdan Shaqiri, der 22-Jährige von Bayern München erzielte alle drei Treffer (6., 31., 71.). Shaqiri ist der erste Schweizer Fußballer seit 1954, der in einem WM-Match mehr als ein Tor erzielte. Die Honduraner wachten erst nach der Pause auf, verlassen Brasilien aber nach drei Niederlagen punktlos. Die "Nati" trifft hingegen im Achtelfinale am 1. Juli in Sao Paulo auf Argentinien.

Bereits vor vier Jahren in Südafrika hatten die Schweizer das entscheidende Match um den Aufstieg ins WM-Achtelfinale gegen Honduras bestritten, ebenfalls an einem 25. Juni. Damals war man in Bloemfontein trotz drückender Überlegenheit aufgrund eines 0:0 auf der Strecke geblieben.

Shaqiris Geniestreich

Diesmal half das schnellste Schweizer Tor der WM-Geschichte, um das 2:5 vor fünf Tagen gegen Frankreich endgültig zu verdauen und den Knoten zu lösen. Shaqiri, der zuvor schon eine Topchance vergab (2.), schoss den Ball aus 18 Metern wuchtig ins linke Kreuzeck zum 1:0 (6.). Die Schweizer präsentierten sich wild entschlossen, hatten das Geschehen sicher im Griff und erhöhten nach rund einer halben Stunde auf 2:0.

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© APA/EPA/JEON HEON-KYUN Shaqiri und Drmic bejubeln das 1:0

Einen mustergültigen Konter über die Stationen Gökhan Inler und Josip Drmic schloss Shaqiri eiskalt flach ins rechte Eck ab (31.). Der Matchplan von Teamchef Ottmar Hitzfeld ging perfekt auf. Sein Truppe überließ den Honduranern, die ebenfalls noch eine Mini-Aufstiegschance hatten, meistens den Ball, der Außenseiter agierte jedoch damit meist einfallslos. Mit blitzschnellen Kontern sorgten Shaqiri und Co. dann für zahlreiche brenzlige Situationen.

Honduraner kamen auf

Nach der Pause war plötzlich auch Honduras torgefährlich. Zweimal tauchte Jerry Bengtson alleine vor dem Schweizer Tor auf, zunächst verfehlte er eine Flanke im Tiefflug um wenige Zentimeter (49.), dann rettete Verteidiger Ricardo Rodriguez auf der Linie (52.). Und bei einem Foul von Johan Djourou gegen Jerry Palacios hatten die Schweizer Glück, dass der argentinische Referee Nestor Pitana nicht auf Elfmeter entschied (61.).

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© APA/EPA/JEON HEON-KYUN Für Ottmar Hitzfeld war es doch nicht das letzte Spiel seiner Trainer-Karriere

Mit dem 3:0 per Konter sorgten die Schweizer dann vor allem bei Hitzfeld für große Erleichterung. Drmic tanzte Victor Bernardez aus, legte klug zurück und Shaqiri verwandelte seelenruhig zum dritten Mal an diesem Abend (71.). Das Ehrentor der Honduraner verhinderte Schweiz-Goalie Diego Benaglio gegen Bengtson (81.).

Stimmen zum Spiel

Xherdan Shaqiri (Schweiz-Mittelfeldspieler, 3 Tore): "Wir haben nach dem Frankreich-Spiel eine super Reaktion gezeigt. Drei Tore in einem WM-Match, das ist natürlich schon ganz speziell. Aber nicht nur meine Leistung war gut, ich bin auf die ganze Mannschaft stolz. Wir sind im Achtelfinale, jetzt ist vieles möglich."

Ottmar Hitzfeld (Schweiz-Teamchef): "Wir haben nach der Frankreich-Niederlage nicht alles schlecht gesehen und an unsere Stärken geglaubt. Shaqiri war natürlich überragend, sein 1:0 in den Winkel war natürlich Doping für die Mannschaft. Auch die defensive Organisation hat mir gut gefallen. Ich bin überglücklich, dass wir es ins Achtelfinale geschafft haben, dort wartet jetzt eine große Mannschaft auf uns."

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