Gruppe E von

WM 2014: Team-Check Honduras

2010 unter Wert geschlagen, versuchen die Mittelamerikaner erneut ihr Glück

Honduras-Teamfoto © Bild: NICHOLAS KAMM/AFP/Getty Images

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Honduras.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

HONDURAS

Steckbrief

Verband: Federacion Nacional Autonoma de Futbol de Honduras
WM-Teilnahmen: 2 - zuletzt 2010
Erfolge: 2x Vorrunde
Teamchef: Luis Suarez

Die Qualifikation

Gleich zum Auftakt der Qualifikation gab es für die Honduraner mit dem 0:2 in Panama und einem torlosen Remis gegen Kanada zu Hause zwei herbe Rückschläge wegzustecken. Doch die „Catrachos“ erfingen sich und qualifizierten sich durch drei Siege und ein Unentschieden in den ausstehenden Partien als Gruppensieger für die letzte Quali-Phase. Dort gelangen unter anderem gegen die USA (2:1 zu Hause) und Mexiko (2:1 auswärts) wichtige Erfolge. Den letzten Punkt, der zur Absicherung des dritten Platzes und damit der Direkt-Qualifikation von Nöten war, schnappte man sich auf Jamaika. Klug gemacht, schließlich lässt es sich in Kingston gut feiern.

Der Superstar

Wilson Palacios gegen Neymar
© Jared Wickerham/Getty Images

Bei Roter Stern Belgrad, AS Monaco und Arsenal im Probetraining, an Birmingham verliehen und bei Wigan letztlich unterschrieben. So hört sich in Kurzfassung der Beginn der internationalen Karriere von Wilson Palacios an. Der defensive Mittelfeldspieler wusste bei seinem Stammverein Olimpia sechs Jahre zu überzeugen, ehe er mit 23 den Sprung nach England schaffte. Bei den „Latics“ spielte Palacios seine wohl stärkste Saison – vielleicht weil sein Mitspieler Paul Scharner war – und wurde mit zahlreichen Top-Clubs in Verbindung gebracht. Das Rennen machte schlussendlich Tottenham Hotspur, das für den heute 29-Jährigen knapp 15 Millionen Euro auf den Tisch legte. Nach zwei Jahren in London, wo der zentrale Abräumer zu den Leistungsträger zählte, zog es ihn zu Stoke City, das allerdings nur noch die Hälfte der Ablösesumme berappte. Ob es an Palacios’ Torausbeute liegt? In knapp sieben Jahren in England konnte er erst einmal in der Liga einen Treffer bejubeln. Dabei schoss er in Honduras noch in steter Regelmäßigkeit seine Tore. Unter anderem von der Mittellinie…

Der Kader

PositionNameVerein
TorNoel ValladaresOlimpia
-Donis EscoberOlimpia
-Luis LopezReal Espana
AbwehrArnold PeraltaGlasgow Rangers
-Maynor FigueroaHull City
-Victor BernardezSan Jose
-Emilio IzaguirreCeltic Glasgow
-Osman ChavezQingdao Jonoon
-Juan Carlos GarciaWigan
-Brayan BeckelesOlimpia
-Juan Pablo MontesMotagua
MittelfeldBoniek GarciaHouston Dynamo
-Andy NajarAnderlecht
-Roger EspinozaWigan
-Wilson PalaciosStoke City
-Marvin ChavezColorado Rapids
-Jorge ClarosMotagua
-Luis GarridoOlimpia
-Mario MartinezReal Espana
AngriffJerry BengtsonNew England
-Jerry PalaciosAlajuelense
-Carlo CostlyReal Espana
-Rony MartinezReal Sociedad


Vergessene Legenden

Maynor Suazo im Salzburg-Dress
© GEPA pictures/ Sebastian Krauss

Auf 114 Bundesliga-Spiele kann Maynor Suazo zurückblicken. Alle für Salzburg, das er vor und nach dem Einstieg von Red Bull erlebte und das im Jahr 2000 auf den honduranischen Geschmack gekommen ist. Mit Walter Lopez, Juan Manuel Carcamo und Julio Cesar Suazo wechselten dank groß angelegter Kooperation drei weitere Mittelamerikaner in die höchste Spielklasse Österreichs. Den „bleibendsten“ Eindruck dort hat auf jeden Fall Suazo hinterlassen, nicht nur bei seinen Gegenspielern, die das schmerzlich zu spüren bekamen. Mit einer resoluten Art und nicht immer nur leichtem Gemüt, aber auch mit Spielintelligenz und Übersicht, eroberte sich der zentrale Mittelfeldspieler die Herzen der Fans in der Mozartstadt. Bei seinen weiteren Stationen in Europa, Brann Bergen, Antalyaspor und FC Köln, gefiel es dem heute 34-Jährigen hingegen nicht mehr so gut, weswegen er 2009 wieder in seine Heimat zurückkehrte. Dort absolvierte er auch die meisten seiner 29 Länderspiele, leider in einer Zeit ohne erfolgreiche WM-Qualifikation. Diese konnte erst 2010 geschafft werden. als Suazos Team-Karriere längst vorbei war und er exklusiv für Atletico Veraguense die Schuhe schnürte.

Die Chancen

Im Kader von Teamchef Luis Suarez (Nein, nicht der, der Branislav Ivanovic gebissen hat) stehen durchaus erfahrene und im Ausland erprobte Kicker, die als Mannschaft nicht zu unterschätzen sind. Auch bei der WM 2010 präsentierte sich Honduras weitaus besser als dies der letzte Platz in der Gruppe mit Spanien, Chile und Schweiz vermuten lässt. Die gewonnene Erfahrung von Südafrika soll ein Pluspunkt für die diesjährige WM-Endrunde werden, gesteigerte Motivation der andere. Deshalb verpflichtete Honduras mit Jorge Valdano einen eigenen Motivator. Der Ex-Real-Madrid-Stürmer und –Manager weiß wie es geht, schließlich wurde er 1986 Weltmeister.

NEWS.AT-Tipp

Honduras bleibt in Gruppe E klare Außenseiter, wird aber für alle drei Gegner äußerst unangenehm. Für den Einzug ins Achtelfinale reicht es jedoch nicht.

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