Gruppe E von

Fußball-WM 2014: Frankreich
zündet gegen Schweiz Feuerwerk

"Equipe Tricolore" schießt die Eidgenossen mit 5:2 ab und unterstreicht Ambitionen

Valbuena jubelt für Frankreich © Bild: Adam Pretty/Getty Images

Nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Honduras hat Frankreich auch im zweiten Gruppenspiel der WM 2014 überzeugt. In Salvador de Bahia fertigt die Truppe von Teamchef Didier Deschamps die Schweiz mit 5:2 (3:0) ab und steht so gut wie fix im Achtelfinale. Der Aufstieg ist bei 6 Punkten und 8:2 Toren nur noch Formsache.

Giroud (17.), Matuidi (18.) und Valbuena (40.) sorgten vor 51.000 Zuschauern in der Arena Fonte Nova bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Eine auch in dieser Höhe hochverdiente Führung der Franzosen, die die Eidgenossen von der ersten Minute an überrollten. In der zweiten Hälfte legten Benzema mit seinem dritten Turniertreffer (67.) und Sissoko (73.) nach, ehe Dzemaili per Freistoß (81.) und Xhaka (86.) für Ergebniskosmetik sorgten.

Benzema im Spiel Frankreich gegen Schweiz
© Elsa/Getty Images Benzema war einmal mehr überragend

Umstellungen von Deschamps fruchten

Deschamps nahm gegenüber der Auftaktpartie zwei Umstellungen vor und brachte Giroud als Mittelstürmer, Benzema wich auf den linken Flügel aus. Es erwies sich als goldrichtig. Das Sturm-Trio Giroud-Benzema-Valbuena war von der Schweizer Defensive nicht zu halten, Angriff auf Angriff rollte in den ersten 45 Minuten in den Strafraum der überforderten Eidgenossen.

Die erste Aktion von Giroud war noch höchst unglücklich. Der Arsenal-Stürmer traf mit einem hohen Bein Verteidiger Von Bergen im Gesicht, der Schweizer konnte nicht mehr weiterspielen und wurde mit einem stark blutenden Cut unter dem Auge und einer leichten Gehirnerschütterung ins Spital eingeliefert.

Giroud trifft erstmals

In der 17. Minute trat Giroud aber als Torjäger in Erscheinung. Nach einem Eckball von Valbuena wuchtete er den Ball aus rund zehn Metern per Kopf zur Führung ins Tor. Es war das 100. Tor der Franzosen bei einer WM-Endrunde.

Benaglio pariert einen Elfer für die Schweiz
© Christopher Lee/Getty Images Benaglios parierter Elfer war zu wenig

Tor Nummer 101 folgte eine Minute später. Nach einem Abspielfehler von Behrami schickte Benzema Matuidi, der Torhüter Benaglio mit einem satten Schuss ins kurze Eck überraschte (18.). Nach einem Bilderbuch-Konter und Stanglpass von Giroud erhöhte Valbuena schließlich auf 3:0 (40.). Die Führung hätte sogar durchaus höher ausfallen können, die größte Chance dafür vergaben Benzema und Valbuena in der 32. Minute: Benzema scheiterte mit einem Elfmeter an Benaglio, Cabaye setzte den Abpraller an die Latte.

Defensive steht sicher

Doch nicht nur offensiv überzeugten "Les Bleus". Defensiv zeigten sie gute Organisation und Zweikampfstärke und ließen - bis zur Schlussphase - so gut wie nichts zu. Lediglich einmal herrschte in der ersten Hälfte Gefahr vor Torhüter Lloris, doch Shaqiri vergab einen Abpraller nach Mehmedi-Schuss (30.).

Die Luft war bei diesem Pausenstand aus dem Spiel, die Schweizer konnten in der zweiten Hälfte das Spiel offener gestalten. Doch wirklich entgegensetzen konnte das Team von Ottmar Hitzfeld den Franzosen auch in der zweiten Hälfte nichts. Erst beim Stand von 0:5 gab es auch für die Eidgenossen, die ihre zweithöchste WM-Niederlage nach einem 0:5 gegen die BRD 1966 kassierte, Erfolgserlebnisse. Die Chance auf den Aufstieg lebt aber trotzdem.

Benzema-Treffer kommt zu spät

Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers sorgte kurz vor Ende für Verwirrung. Mitten im Angriff der Franzosen pfiff der Referee die Partie ab, unmittelbar danach traf Stürmer Karim Benzema noch ins Tor.

Kuipers erkannte zum Ärger von Benzema den Treffer zum möglichen 6:2 nicht mehr an. Es wäre das vierte Tor des Stürmers von Real Madrid gewesen. Besonders bitter für Benzema: Schon beim 3:0 gegen Honduras war ihm ein Tor nicht zugesprochen worden, als die Torlinientechnik ein Eigentor des Torhüters erkannt hatte. Zudem vergab Benzema gegen die Schweiz auch einen Elfmeter.

Stimmen zum Spiel

Didier Deschamps (Frankreich-Teamchef): "Das war ein sehr gutes Spiel von uns, wir haben viel richtig gemacht. Fünf Tore gegen eine starke Schweizer Mannschaft, das ist genial. Es war ein richtig schöner Abend für uns. Wir müssen aber jetzt auch noch gegen Ecuador gut spielen. Und im Achtelfinale beginnt dann alles wieder bei Null."

Olivier Giroud (Frankreich-Torschütze): "Es ist bisher hervorragend für uns gelaufen. Wir haben einen super Teamgeist in der Truppe und bisher einen tollen Job hier gemacht."

Gökhan Inler (Schweizer Kapitän): "Fünf Tore gegen Frankreich zu bekommen, das ist bitter. Wir müssen versuchen, weniger Fehler zu machen. Es ist noch nichts vorbei. Es ist nur ein Spiel. Lieber mal so hoch als 0:1 zu verlieren. Es ist immer noch offen. Das letzte Spiel müssen wir gewinnen, und dann sind wir weiter. Jeder muss jetzt aber seine Leistung kritisch hinterfragen. Und dann müssen wir positiv das Honduras-Spiel vorbereiten."

Ottmar Hitzfeld (Schweizer Teamchef): "Es geht mir jetzt natürlich sehr schlecht. Das war ein ganz harter Abend für uns. Wir hatten erhebliche Schwierigkeiten, obwohl wir die erste Viertelstunde gut gespielt hatten - bis zur ersten Ecke. Wir haben es nicht geschafft, unser Potenzial abzurufen, und schwere individuelle Fehler gemacht. Da ist es dann natürlich schwer, wieder die Ordnung zu finden. Trotzdem haben wir uns nicht aufgegeben und dann noch zwei Tore im Finish gemacht, das war wichtig. Wir haben jetzt noch immer eine gute Chance, uns für das Achtelfinale zu qualifizieren."

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