Gruppe E von

Fußball-WM 2014: Frankreich
zum Abschluss torlos gegen Ecuador

0:0 reicht "Equipe Tricolore" für den Gruppensieg - Südamerikaner ausgeschieden

Sakho im Spiel Frankreich gegen Ecuador © Bild: GEPA pictures/ Fotoarena/ Celso Pupo

Frankreich ist am Mittwoch als Sieger der Gruppe E ins Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien aufgestiegen. Den Franzosen reichte im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro ein torloses Remis gegen Ecuador, um mit sieben Punkten aus drei Spielen Rang eins abzusichern. Die Südamerikaner müssen hingen die Heimreise antreten, da die Schweiz im Parallelspiel Honduras besiegte und ebenfalls aufstieg.

Die Franzosen verabsäumten es aufgrund der fehlenden Effizienz nach der Pause mit drei Siegen wie beim bisher einzigen WM-Titel 1998 in der eigenen Heimat in ein WM-Turnier zu starten. Im Achtelfinale wartet auf die Truppe von Chefcoach Didier Deschamps jetzt am Montag in Brasilia der Gruppe-F-Zweite Nigeria. Das ab Minute 50 nach einer Roten Karte für Antonio Valencia in Unterzahl agierende Ecuador verpasste hingegen den zweiten Achtelfinal-Einzug nach 2006.

Deschamps schont halbe Mannschaft

Die Franzosen hatten den Aufstieg aufgrund des deutlich besten Torverhältnisses schon vor der Partie so gut wie sicher. Deshalb konnte es sich Coach Didier Deschamps leisten, mehr als eine halbe Mannschaft zu schonen. Von den 5:2-Siegern gegen die Schweiz blieben nur Goalie Hugo Lloris, Mamadou Sakho, Moussa Sissoko, Blaise Matuidi und Topstürmer Karim Benzema in der Anfangsformation.

Avoyi im Spiel Frankreich-Ecuador
© GEPA pictures/ Fotoarena/ Mexsport/ Adrian Macias Ecuador stemmte sich gegen die favorisierten Franzosen

Der neu zusammengewürfelten Truppe war anzumerken, dass sie so wohl noch nie zusammengespielt hatte. Von Tempo-Fußball und blitzschnellem Umschalten wie zuletzt bei den Siegen gegen Honduras (3:0) und die Schweiz (5:2) war vorerst kaum etwas zu sehen, die Automatismen klappten nicht. Ecuador konnte davon aber nicht profitieren. Die Südamerikaner waren viel zu langsam im Spielaufbau und konnten sich überhaupt nicht in Szene setzen.

So gab es vorerst nur Halbchancen, die Antoine Griezmann (11.) und Sissoko (15.) vorfanden. Zudem flog Ecuador-Goalie Alexander Dominguez an einer Sagna-Flanke vorbei, Benzema kam aber knapp nicht zum Kopfball (27.). Nur einmal wurde es wirklich gefährlich: Dominguez drehte einen Pogba-Kopfball über die Latte (38.). Auf der anderen Seite deutete nur Enner Valencia mit einem Kopfball aus spitzem Winkel, den Lloris parierte (41.), seine Gefährlichkeit an. Es sollte die einzige nennenswerte Chance des dreifachen Turnier-Torschützen bleiben.

Antonio Valencia im Spiel Frankreich Ecuador
© GEPA pictures/ Fotoarena/ Mexsport/ Adrian Macias Schneiderlin war einer von vielen Neuen bei Frankreich

Die Ecuadorianer waren auch nach dem Seitenwechsel - auch bedingt durch den durchaus gerechtfertigten Valencia-Ausschluss - nicht in der Lage zuzusetzen. Die Franzosen nützten die numerische Überlegenheit gut aus, hatten ein klares Übergewicht und fanden zahlreiche Chancen vor. Dominguez wehrte einen Griezmann-Schuss an die Stange ab (47.), Schüsse von Benzema und Pogba (je 58.) wurden gerade noch abgeblockt, Matuidi war bei einem Abschluss aus rund zwölf Metern nicht kaltschnäuzig genug (62.) genauso wie Pogba bei einem Kopfball, den er stümperhaft neben das Tor setzte (73.).

Heiße Schlussphase

In Minute 82 hätte Alex Ibarra beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, Lloris war aber auf dem Posten. Die Schlussphase gehörte dann noch einmal den Franzosen, doch der Ball wollte bei Chancen von Benzema (84.), Pogba (87.) und Olivier Giroud (92.) einfach nicht ins Tor.

Das Spiel war übrigens auch geprägt von Härteeinlagen auf beiden Seiten. Sakho hatte Glück, dass sein Ellbogencheck gegen Oswaldo Minda (8.) nicht geahndet wurde. Zudem erlitt Christian Noboa nach einem Ellbogencheck ein Cut (29.), konnte aber mit einem Verband weiterspielen. Bei der dritten Unsportlichkeit griff der ivorische Schiedsrichter dann erstmals durch und zückte gleich Rot. Antonio Valencia versuchte im Duell mit Lucas Digne den Ball zu spielen, traf allerdings auch das Knie des französischen Außenverteidigers. Zu guter Letzt übersah der ivorische Schiedsrichter Noumandiez Doue noch in der Schlussphase eine Tätlichkeit von "Joker" Giroud gegen Achilier.

Stimmen zum Spiel

Karim Benzema (Frankreich-Stürmer): "Wir haben nicht verloren, sind für das Achtelfinale qualifiziert und daher glücklich und stolz. Der Torhüter war einfach sehr gut, hat viele Schüsse gehalten, aber wichtig ist, dass wir viele Chancen hatten. Beim nächsten Mal müssen wir diese einfach in Tore umwandeln. Es wird nicht einfach, es gibt keine leichten Gegner mehr."

Didier Deschamps (Frankreich-Teamchef): "Wir hätten gewinnen können, hatten genug Chancen. Ihr Torhüter hat gute Paraden gemacht, leider ist der Ball einfach nicht reingegangen. Es hat uns ein wenig die Effizienz gefehlt, aber das Wichtigste ist, dass wir im Achtelfinale sind und das als Erster der Gruppe. Durch die vielen Wechsel war das Zusammenspiel sicherlich schwieriger, es war aber wichtig für die Mannschaft. Wir haben jetzt fünf Tage Zeit, uns auf Nigeria vorzubereiten. Sie sind nicht zufällig dort, haben große Fähigkeiten."

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