Gruppe E von

WM 2014: Team-Check Schweiz

Eidgenossen sind Österreich weit voraus und zum dritten Mal in Folge bei der WM

Schweizer Teamspieler jubeln © Bild: Marc Eich/Getty Images

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Schweiz.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

SCHWEIZ

Steckbrief

Verband: Schweizerischer Fußballverband
WM-Teilnahmen: 9 - zuletzt 2010
Erfolge: Viertelfinale 1934, 1938, 1954
Teamchef: Ottmar Hitzfeld

Die Qualifikation

Die Schweiz ist das, was Österreich gerne wäre - Dauergast bei einer WM. Zum dritten Mal in Folge nehmen die Eidgenossen am wichtigsten Fußball-Event der Welt teil - da ist die Enttäuschung über die verpasste EM-Qualifikation 2012 schon längst wieder vergessen. Allerdings muss unseren heimischen Kickern zugute gehalten werden, dass sie in der Quali-Gruppe der Schweiz wohl auch um den Gruppensieg mitgespielt hätten. Island, letztlich Gruppenzweiter, Slowenien, Norwegen, Albanien und Zypern sind wirklich nicht die großen Kaliber. Dennoch bleibt die Bilanz der Mannschaft von Teamchef Ottmar Hitzfeld mit sieben Siegen und drei Unentschieden bei einem Torverhältnis von 17:6 absolut beeindruckend. Die Schweizer sind einfach ein Vorbild. Immerhin haben wir ihnen den Trainer weggeschnappt. Das ist ja schon etwas.

Der Superstar

Gökhan Inler im Dress der Schweiz
© Marc Eich/Getty Images

Türkische Wurzeln, italienischer Arbeitgeber, Schweizer Herzstück in einem starken Mittelfeld - das ist Gökhan Inler . Der 29-Jährige krönte sich schon in jungen Jahren mit dem FC Zürich 2005 und 2006 zwei Mal zum Meister, ehe ihn der Ruf der Serie A ereilte. In den vier Jahren bei Udinese reifte der spiel- und schussstarke Regisseur zu einem Fußballer von Weltformat, was sich bald auch in seinem Marktwert widerspiegeln sollte. Die kolportierte Ablösesumme von 17,7 Millionen Euro, die Napoli 2011 an den Liga-Konkurrenten überwies, ist bis heute die höchste für einen Schweizer Fußballer. Noch mehr Aufsehen als die Kosten erregte allerdings die Präsentation des Transfers. Die SSC lud Medienvertreter eigentlich zur Vorstellung neuer Dressen und ließ als Model zugleich den eben verpflichteten Schweizer Nationalmannschafts-Kapitän auflaufen. Obwohl sich dieser zunächst noch geschickt zu tarnen versuchte...

Der Kader

PositionNameVerein
TorDiego BenaglioVfL Wolfsburg
-Roman BürkiGrasshoppers Zürich
-Yann SommerFC Basel
AbwehrJohan DjourouHamburger SV
-Michael LangGrasshoppers Zürich
-Stephan LichtsteinerJuventus Turin
-Ricardo RodriguezVfL Wolfsburg
-Fabian SchärFC Basel
-Philippe SenderosValencia
-Steve von BergenYoung Boys Bern
-Reto ZieglerSassuolo
MittelfeldTranquillo BarnettaEintracht Frankfurt
-Gökhan InlerSSC Napoli
-Valon BehramiSSC Napoli
-Blerim DzemailiSSC Napoli
-Gelson FernandesSC Freiburg
-Admir MehmediSC Freiburg
-Xherdan ShaqiriBayern München
-Valentin StockerFC Basel
-Granit XhakaBorussia Mönchengladbach
AngriffJosip DrmicFC Nürnberg
-Mario GavranovicFC Zürich
-Haris SeferovicReal Sociedad

Bekanntester Abwesender im Kader von Ottmar Hitzfeld ist Angreifer Eren Derdiyok. Der Neo-Türkei-Legionär, er wechselt im Juli zu Kasimpasa, steht nach seiner durchwachsenen Saison allerdings nicht ganz unerwartet nur auf der Abrufliste.

Vergessene Legenden

Heinz Hermann als Luzern-Sportchef
© imago sportfotodienst/Geisser

Wer ist Rekord-Teamspieler der Schweiz? Stephane Chapuisat? Nein. Die Dortmund-Ikone brachte es "nur" auf 103 Länderspiele. Ciriaco Sforza? Nicht einmal annähernd. Der Ex-Bayern-Spieler blieb bei 79 Spielen stehen. Rekordmann der "Nati" ist Heinz Hermann . Heinz wer? Der Mittelfeldspieler war zu einer Zeit aktiv, als Schweizer Spieler im Ausland noch nicht en vogue waren und verbrachte daher seine gesamte Karriere in der Heimat. Hermann schnürte für Grasshoppers Zürich, Xamax Neuchatel, Servette Genf und Aarau die Schuhe und trug 1978 bis 1981 das Trikot der Eidgenossen. Dabei sammelte er die Erfahrung von 117 Länderspielen, nein halt, es waren doch 118. 18 Jahre nach seinem letzten Einsatz im Nationalteam, 2009, durfte sich der 15-fache Torschütze nämlich über ein zusätzliches Spiel freuen. Der Verband wertete auf der Suche nach dem 1.000 Treffer ein Repräsentativspiel als offizielle Partie neu und brachte Hermann so wieder in die Schlagzeilen. Seine Leistungen als Sportchef des FC Luzern, wo er 2013 entlassen wurde, taten das hingegen nur bedingt.

Die Chancen

Die "Nati" ist Österreich voraus, soviel wurde schon eingangs festgehalten. Auch vom Losglück war schon die Rede. Selbiges blieb der Hitzfeld-Truppe auch bei der WM-Endrunde treu. Frankreich ist klarer Favorit auf den Gruppensieg, aber Ecuador und Honduras gehören zu den vermeintlich leichtesten der 31 potenziellen Gegner. Wie schon 2010, wo das Eröffnungsspiel gegen den späteren Weltmeister Spanien gewonnen werden konnte, wird die Schweiz auch in Brasilien eine gute Figur abgeben. Ab dem Achtelfinale gibt es allerdings kein Losglück oder -pech, dann heißt es nur noch gegen die Top-Teams zu bestehen.

NEWS.AT-Tipp

Die Schweiz holt hinter Frankreich Platz zwei, scheidet dann aber gegen den Sieger der Gruppe F aus.

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