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1. Mai: Was feiern wir
an diesem Tag eigentlich?

Seinen Ursprung hat der Feiertag in Österreich im Jahr 1890

Österreich-Flagge © Bild: istockphoto.com/RossHelen

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, wurde in Österreich zum ersten Mal im Jahr 1890 begangen. Welche Geschichte hinter diesem Tag steckt und wann er zum Staatsfeiertag geworden ist.

Wie alles begann ...

Angefangen hat alles am 1. Mai 1886 in Chicago. Damals haben Arbeiter in den Vereinigten Staaten unter Führung der Gewerkschaften für die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages - statt 12 Stunden - gestreikt. Der Protest in Chicago endete jedoch blutig, mehrere Menschen starben unter anderem, weil eine Bombe in die Menge am Haymarket-Square geworfen wurde. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt. Daraufhin wurden acht Organisatoren des Streiks angeklagt und in einem umstrittenen Prozess für schuldig befunden. Vier Todesurteile wurden vollstreckt.

Die Forderungen der Arbeiter verstummten aber nicht: 1889 rief ein Internationaler Arbeiterkongress in Paris dazu auf, jährlich einen "Kampftag der Arbeiterklasse" zu feiern. Und ein Jahr später, 1890, machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massendemonstrationen unter dem Motto "Heraus zum 1. Mai" auf ihre Anliegen aufmerksam - auch in Österreich gingen die Menschen auf die Straße.

Von den Protesten zum Feiertag

Der Brüsseler Kongress der Zweiten Internationalen von 1891 beschloss dann, den 1. Mai fortan alljährlich zu begehen - als "Festtag der Arbeiter aller Länder, an dem die Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden sollen". Heute ist der "Tag der Arbeit" in zahlreichen Ländern ein gesetzlicher Feiertag, unter anderem auch in Österreich.

Zum offiziellen Festtag wurde der 1. Mai in Österreich freilich erst nach dem Ende der Monarchie. Die Nationalversammlung beschloss 1919, den 1. Mai zum "allgemeinen Ruhe- und Festtag" zu erheben. Der "Rebellensonntag" von einst war zum Staatsfeiertag geworden. Die Regierung Dollfuß verbot allerdings Jahre später jede Straßendemonstration und nahm 1933 den Maifeiern ihre traditionelle Inhalte. Unter dem NS-Regime wurde der Tag als "Tag der nationalen (bzw. deutschen) Arbeit" begangen.

Die zentralen Forderungen von damals

In der Geschichte des 1. Mai nimmt Österreich eine führende Position ein: Der Gründer der österreichischen Sozialdemokratie, Victor Adler, hatte der Idee bei der Konferenz in Paris 1889 zwar prinzipiell zugestimmt, sah damals ihre praktische Realisierung im "armen Österreich" aber mit Skepsis. Er sollte sich irren. Friedrich Engels stellte später fest, dass "Feind und Freund darüber einig sind, dass auf dem ganzen Festland Österreich und in Österreich Wien den Festtag des Proletariates am glänzendsten und würdigsten begangen hat."

In den Anfangsjahren waren zentrale Forderungen der österreichischen Arbeiter die Einführung des allgemeinen Wahlrechts sowie die Alters-, Invaliditäts-, Witwen- und Waisenversorgung.

So wird heute gefeiert

Im Österreich nach 1945 nahmen die Feiern zum 1. Mai - nun wieder der "Tag der Arbeit" - allmählich die uns heute vertraute Gestalt an. Der 1. Mai 1955 stand ganz im Zeichen der erfolgreichen Moskauer Staatsvertragsverhandlungen über die österreichische Unabhängigkeit und der Aussicht auf ein freies, neutrales und unabhängiges Österreich.

1981 wurde der 1. Mai von der Ermordung des sozialistischen Stadtrat Heinz Nittel überschattet. Der Wiener Verkehrsstadtrat und Präsident der österreichisch-israelischen Freundschaftsgesellschaft, wurde von palästinensischen Terroristen der Abu-Nidal-Gruppe erschossen.

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Kommentare

Heute dient er nur dazu gegen die Regierung zu schimpfen und dumme Sprüche loszulassen, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken!! Große Sprüche, Null Leistung! Typisch Politiker (bis auf ganz wenige Ausnahmen!)

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