Atom-Konflikt
Plant Israel Angriff auf den Iran?
- Premier Netanjahu erwägt präventiven Militärschlag auf Atomanlagen

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Ein Schreckensszenario mit unabsehbaren Folgen: Israel soll nach Medienberichten einen präventiven Militärschlag gegen iranische Atomanlagen planen. Laut Regierungskreisen versuche der israelische Premier Netanjahu seit geraumer Zeit, sein Kabinett von einer Attacke auf den Iran zu überzeugen. In Teheran nimmt man die Drohungen jedenfalls ernst.
Der Iran sei vollständig vorbereitet und gut gerüstet für jeden Angriff und nehme Drohungen ernst, sagte der iranische Generalstabschef Hassan Firouzabadi in einer ersten Reaktion. Er warnt vor allem die USA vor den "ernsten Folgen", die jeglicher Angriff Israels gegen den Iran nach sich ziehen würde. Die USA wüssten sehr wohl, dass "jede Attacke des zionistischen Regimes" gegen den Iran auch ihnen "ernsthaft schaden" würde, zitierte die Nachrichtenagentur Fars am Mittwoch den General.
"Keine Option" auszuschließen
Vom offiziellen Israel werden die Berichte allerdings dementiert: Die Medienberichte über einen angeblich von ihm und Regierungschef Benjamin Netanyahu beschlossenen Angriff gegen den Iran seien falsch, sagte Verteidigungsminister Ehud Barak. Es sei offensichtlich, dass so etwas nicht im Alleingang entschieden werden könne, sagte Barak im Armeeradio. Allerdings seien Teherans "Fortschritte bei der Entwicklung von Atomwaffen die Hauptbedrohung für die Sicherheit der Region", fügte Barak hinzu. Darauf müsse "mit allen notwendigen Mitteln" reagiert werden. "Keine Option" sei auszuschließen.
Ein Militärschlag Israels gegen den Iran wäre ein Schreckensszenario für die Region. Syrien und Libanon, enge Verbündete des iranischen Regimes, könnten im Gegenzug Israel angreifen, fürchten Beobachter.
Neue Rakete getestet
Unterdessen haben die israelischen Streitkräfte erfolgreich eine neue Rakete getestet. Das Geschoß sei von einer Militärbasis in der Nähe von Tel Aviv abgefeuert worden, sagte ein Militärsprecher. Zu Medienberichten, es habe sich um eine ballistische Rakete mit großer Reichweite gehandelt, die mit Nuklearwaffen bestückt werden könne, wollte sich der Sprecher nicht äußern.
