Tödlich von

Die gefährlichsten
Viren der Welt

Mit diesen Erregern sollte man besser nicht in Kontakt kommen

HI-Virus (Symbolbild) © Bild: iStockphoto.com

Einige gelten als offiziell besiegt, anderen wiederum fallen nach wie vor zig-, wenn nicht gar hunderttausende Menschen jährlich zum Opfer. Die Rede ist von jenen Viren, die zu den gefährlichsten der Welt zählen.

Pocken

Im Jahr 1980 hat die WHO die Welt für pockenfrei erklärt. Gänzlich ausschließen kann man das Risiko, dass es eines Tages wieder zu einer Infektion kommt, aber nicht. Das hat mehrerlei Gründe: Zum einen existiert das Virus noch in zwei Laboratorien weltweit. Offiziell. Ob es darüber hinaus irgendwo heimlich gelagert wird, ist natürlich nicht bekannt. So besteht einerseits zumindest theoretisch die Gefahr, dass es willentlich verbreitet wird. Anderseits könnte es durch einen Laborunfall zu Neuinfektionen kommen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass beim Auftauen von Permafrost, also von Boden, der das ganze Jahr über gefroren ist, Viren aus tiefgefrorenem Gewebe früherer Pockenopfer freigesetzt wird.

Ein Kleinkind wird geimpft
© Shutterstock.com

Die Folgen eines neuerlichen Ausbruchs wären fatal. Wie "spektrum.de" berichtet, sind große Teile der Weltbevölkerung nicht geimpft. Das Virus könnte sich verbreiten, ehe Gegenmaßnahmen greifen. Bis zu einem Drittel der infizierten Menschen könnte sterben. Und wer überlebt, läuft Gefahr, schwere neurologische Schäden davonzutragen. Hoffen wir also, dass die Pockengefahr für immer gebannt ist.

Tollwut

Tollwut ist seit Jahrtausenden bekannt. Ausgelöst wird sie durch das Rabiesvirus, auch Tollwutvirus genannt. Dieses wird über einen Biss oder einen Kratzer eines infizierten Tieres übertragen. Wenn man nicht geimpft ist oder binnen 24 Stunden nach der Infektion mit einer entsprechenden Prophylaxe behandelt wird, verläuft die Infektion in der Regel tödlich.

Hund mit schäumendem Maul
© Shutterstock.com

Die Inkubationszeit kann zwischen einer Woche und drei Monaten schwanken. Schließlich befällt das Virus das Zentralnervensystem. Typische Symptome sind Verwirrung, extreme Furcht, starke Reizbarkeit und die sogenannte Wasserscheu. Bei Letzterer ist der Betroffene nicht in der Lage zu trinken oder zu schlucken. Krampfanfälle überkommen ihn allein schon beim Anblick von Wasser. Laut WHO erliegen rund 55.000 Menschen jährlich der Tollwut. 99 Prozent davon in Entwicklungsländern in Asien und Afrika.

Masern

Masern sind hoch ansteckend. In einem Umfeld, in dem niemand geimpft ist, steckt eine Infizierte Person rund 15 bis 18 weitere an. Zum Verhängnis kann die Krankheit vor allem Menschen mit einer Immunschwäche werden. So kann es neben den roten Hautflecken, Fieber und einem stark geschwächten Allgemeinzustand auch zu einer Lungen-, einer Mittelohr- oder gar einer Gehirnentzündung kommen. Letztere endet oft tödlich.

Kind mit Masern
© Shutterstock.com

In erster Linie sind es Kinder, die an Masern erkranken. Eine Impfung ab dem ersten Lebensjahr beugt einer Infektion vor. Auf diese Weise wurde die Zahl der Fälle bereits stark reduziert. Dennoch ist das Virus noch nicht ausgerottet. Wie das Institute for Healh Metrics and Evaluation berichtet, starben im Jahr 2013 immer noch rund 100.000 Menschen an Masern.

Rotaviren

Eine Frau hält sich den Bauch
© Shutterstock.com

Das Rotavirus wurde in den 1950er Jahren entdeckt. Heute gilt es als weltweit häufigster Durchfallauslöser - mit mitunter fatalen Folgen. So fällt dem Virus jährlich eine halbe Million Kinder zum Opfer. Was nicht sein müsste, bedarf es im Falle einer Erkrankung in erster Linie doch nur einer Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyten, also Salzen. Zudem sind zwei Impfstoffe auf dem Markt, die vor einer Infektion Virus schützen. In jenen Gegenden, in denen sie zum Einsatz kommen, ist die Erkrankung bereits deutlich zurückgegangen.

Dengue

Zwischen 1960 und 2010 hat sich die Zahl der Fälle von Denguefieber verdreißigfacht. Verbreitet wird das entsprechende Virus durch Mücken. Die Symptome ähneln oft denen einer schweren Grippe. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann es zum Dengue-Schock-Syndrom oder zum Hämorrhagischen Denguefieber kommen. Während Letzteres mit Blutungen und Gerinnungsstörungen einhergeht, ist Ersteres von einem gefährlich niedrigem Blutdruck begleitet.

Ein Mann hält eine tote Mücke in einem kleinen Glasbehälter
© Shutterstock.com

Laut WHO erkranken jährilch 50 bis 100 Millionen Menschen an Denguefieber. Bei einer halben Million zeigt sich ein schwerer Krankheitsverlauf, rund 22.000 erliegen der Krankheit. Doch es gibt Hoffnung: Erste Ende letzten Jahres wurde ein Impfstoff zugelassen, der einen Schutz von mindestens 93 Prozent gegen sämtliche Varianten des Virus bietet.

Zika

Lange Zeit nahm man an, dass der Mensch mit dem Zikavirus nur per Moskitostich infiziert werden kann. Heute weiß man, dass es der Erreger auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, etwa beim Geschlechtsverkehr. Nur 20 Prozent der Betroffenen entwickeln Symptome wie etwa Hautausschlag, Fieber, Erbrechen, Gelenks-, Muskel- oder Kopfschmerzen. In der Regel klingen die Symptome nach wenigen Tagen ab. Spätestens nach einer Woche ist alles überstanden.

Infiziertes Blut
© REUTERS/Paulo Whitaker

Halb so wild also - außer man ist schwanger. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann nämlich dazu führen, dass das Kind mit einer schweren Fehlbildung des Gehirns zur Welt kommt. Diesen Zusammenhang entdeckten die Forscher erst Anfang dieses Jahres.

Grippe

Eine Frau im Bett mit Fieberthermometer in der Hand
© Shutterstock.com

Der "echten" Grippe, also der Influenza, fallen jährlich bis zu 500.000 Menschen zum Opfer. Verglichen mit anderen Seuchen wie etwa den Pocken ist ihre Ansteckungsgefahr zwar geringer, das Heimtückische an ihr ist aber, dass eine infizierte Person die Viren bereits in großer Menge weitergeben kann, noch bevor sie überhaupt merkt, dass sie infiziert ist. Genauer gesagt können die Erreger schon zwei Tage vor Auftreten der ersten Symptome übertragen werden. Außerdem sind sie relativ resistent. Auf Banknoten zum Beispiel können sie länger als zwei Wochen überleben, wie "spektrum.de" berichtet. Man stelle sich vor, durch wie viele Hände eine mit Viren verseuchte Banknote während dieser Zeit wandern kann.

Ebola

Vor kurzem erst konnten wir mit Schrecken verfolgen, welches Ausmaß eine derartige Epidemie annehmen kann. Rund 30.000 Menschen infizierten sich in Westafrika mit dem Ebolavirus, rund 11.300 starben. Die gute Nachricht (sofern man unter diesen Umständen von "gut" sprechen kann): Etwa zwei Drittel haben die Erkrankung überlebt. Bis dato ging man nämlich von einer Sterblichkeitsrate von 25 bis 90 Prozent aus.

© John Moore/Getty Images

Die schlechte Nachricht: Bei den Überlebenden besteht die Gefahr, dass sie irgendwann einmal wieder an Ebola erkranken, können sich die Viren doch nach dem Ende der akuten Krankheit in den Nerven, den Augen oder den Hoden verstecken. Geheilt werden kann Ebola im Übrigen nicht.

Gelbfieber

Gelbfieber, auch Schwarzes Erbrechen genannt, wird durch Stechmücken übertragen. Verbreitet ist das Virus in tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas und Afrikas. In 85 Prozent der Fälle ist der Krankheitsverlauf leicht. Die Betroffenen leiden an Fieber, Übelkeit und Schmerzen. Nach einigen Tagen klingen die Symptome wieder ab. In 15 Prozent der Fälle kommt es aber zum Ausbruch von Gelbsucht. Die Hälfte der hiervon betroffenen überlebt die Erkrankung nicht.

Mücke
© Shutterstock.com

Im 19. Jahrhundert galt Gelbfieber als eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten überhaupt. Heute erkranken laut WHO rund 200.000 Menschen. Rund 30.000 erliegen dem Gelbfieber. Es gibt kein Medikament, mit dem man die Erkrankung heilen kann. Aber es gibt einen Impfstoff, der sich als wirksam erwiesen hat. Das Problem ist nur, dass dieser stets knapp ist.

Kommentare