Verkehr von

Lkw-Sicherheitsgipfel
ohne Abbiege-Assistent

Verkehr - Lkw-Sicherheitsgipfel
ohne Abbiege-Assistent © Bild: APA/Schlager

68.620 Unterschriften hat eine Petition, die sich für die möglichst rasche Einführung von Lkw-Abbiegeassistenten ausspricht, bis zum Start des Sicherheitsgipfel von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) Dienstagmittag gesammelt. Bewirkt hat das offenbar wenig.

Nach dem Lkw-Sicherheitsgipfel am Dienstag im Verkehrsministerium haben mehrere Teilnehmer vor einer Pressekonferenz von Ressortchef Norbert Hofer (FPÖ) durchklingen lassen, dass es zu keiner Einführung von verpflichtenden Abbiegeassistenten bei Schwerfahrzeugen kommt. Die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) betonte etwa, der Gipfel "war nett, aber nett ist nicht genug".

Helge Fahrnberger, Initiator der Petition zur Einführung eines verpflichtenden Lkw-Abbiegeassistenten, meinte: "Ich bin erschüttert, die schlimmsten Befürchtungen sind übertroffen worden". Der nächste tote Fußgänger, das nächste tote Schulkind gehe auf Minister Hofer, so Fahrnberger. Die österreichischen Nutzfahrzeugimporteure und der Fachverband der Fahrzeugindustrie begrüßten dagegen in einer Aussendung die Resultate des Gipfels.

Petition nach tragischem Vorfall

Die Petition war nach dem Unfalltod eines Neunjährigen Ende Jänner in Wien gestartet worden, Schulkollegen des Buben übergaben die Unterschriften an den Minister.

"Lieber Herr Hofer, schützte uns vor dem toten Winkel" und "mach die Lastwagen sicherer" forderten die Kinder der dritten Klasse der Volksschule Landstraßer Hauptstraße. "Wir werden versuchen, die Lkw sicherer zu machen" und "wir werden uns sehr anstrengen", versprach Hofer den Schülern. Für Mit-Initiatorin der Petition, Hanna Schwarz, ist der Gipfel nur dann ein Erfolg, "wenn der verpflichtende Abbiegeassistent kommt", sagte sie bei der Übergabe der Unterschriften.

Während mehr als 40 geladene Experten im Anschluss die Sitzung starteten, demonstrierten Kinder in der Lobby des Ministeriums, wie einfach Abbiegeassistenten funktionieren können. Der siebenjährige Kai hatte einen solchen aus Lego gebaut - mit einem programmierbaren Roboticset. Gesteuert wird der Lkw via Tablet, am Fahrzeug ist ein Sensor angebracht. Befinden sich Fußgänger oder Radfahrer im Bereich des toten Winkels, ertönt ein Signal, der Lkw wird automatisch gebremst. Der Schüler der zweiten Klasse der Volksschule Kleine Sperlgasse zeigte seinen Lego-Roboter-Lkw mit funktionierendem Abbiegeassistenten den anderen Schülern sowie Medienvertretern.

Von Lego in den Lkw

Was mit Lego so einfach funktioniert, soll auch bei "großen Lkw" umgesetzt werden. "Lkw sollen einen empfindlichen Sensor haben und ein Geräusch, dass der Fahrer weiß, dass er stehen belieben muss", sagte der Siebenjährige. Am besten fände es Kai, wenn Lkw - wie bei seinem Lego-Modell - automatisch abgebremst werden, wenn sich jemand im toten Winkel befindet. Offenbar wird es vorerst aber beim Lego-Modell bleiben.

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