Norbert Hofer von

Norbert Hofer:
Sein Versuch als Minister

Norbert Hofer © Bild: APA/Hans Punz

Nobert Hofer, der neue Infrastrukturminister, sein Aufstieg in die Regierung kommt alles andere als überraschend.

Norbert Hofer wird Infrastrukturminister, an sich ein Wunschjob für den Flugtechniker, wäre er vor gut einem Jahr nicht knapp am höchsten Amt im Staat vorbeigerauscht. Die Hofburgkandidatur hat den Burgenländer zu einem der bekanntesten Politiker des Landes gemacht. Zwar hat er sich in der Kampagne eine treue Fan-Basis aufgebaut, doch ist das Image des freundlichen Blauen ein wenig verwelkt.

Fröhlich, für ein Scherzchen zu haben

Gehen es freiheitliche Politiker in der Regel öffentlich eher resch an, ist Hofer ganz anders geartet. Stets fröhlich mit sanfter Stimme ist er immer für ein kleines Scherzchen zu haben. Selbst Journalisten, denen Freiheitliche selten allzu wohl gesonnen sind, geht Hofer offen entgegen.

Dass er auch anders kann, verbirgt er selbst gar nicht. Unangenehme Personalia in der FPÖ wie Parteiausschlüsse exekutierte er ungerührt im Namen seines Parteichefs und auch bei diversen Wahlkampf-Auseinandersetzungen zeigte Hofer, dass er auch anders kann. Zynisch und polemisch attackierte er seinen Kontrahenten Alexander Van der Bellen und sein bedrohlicher Satz, wonach man noch sehen werde, was alles möglich sei, dürfte ihn letztlich sogar die Präsidentschaft gekostet haben.

Aufstieg in der Regierung

Seit dieser Mega-Wahlkampf zu Ende ist, sieht man wieder den "alten" Norbert Hofer, jenen Freiheitlichen, der über die Parteigrenzen hinweg als Sachpolitiker anerkannt ist und bei seiner Wiederwahl zum Dritten Nationalratspräsidenten jüngst sogar ein besseres Ergebnis einfahren konnte als die Kandidatinnen von Schwarz und Rot.

Sein Aufstieg in die Regierung kommt daher alles andere als überraschend. Hofer konnte sich seinen Posten sogar aussuchen, denn auch als Sozialminister wäre der nach einem Paragleit-Unfall stark gehbehinderte Hofer in Frage gekommen, ist er doch seit vielen Jahren in der Behindertenpolitik aktiv. Als Umweltpolitiker hat er sich ebenfalls einen Namen gemacht.

Seine starke Position in der FPÖ rührt auch daher, dass sich Hofer bei der Abspaltung des BZÖ zur Überraschung vieler dafür entschied, im Team der Freiheitlichen zu bleiben. Damals gehörte er zu den Hoffnungsträgern der Partei. Schon in seinen frühen 20ern war der aus einem ÖVP-Haushalt stammende Hofer zum Eisenstädter FPÖ-Obmann und burgenländischen Landesparteisekretär aufgestiegen und bestimmt bis heute führend die Geschäfte in seinem Heimatbundesland mit.

Die FPÖ "zu altem Glanze" zurückgeführt

Hofer gehört seit langem zum engsten Führungszirkel von Parteichef Heinz-Christian Strache, hat das aktuelle Parteiprogramm geschrieben, umgibt sich mit schlagenden Burschenschaftern, ist selbst Mitglied der umstrittenen Marko-Germania Pinkafeld, vertritt in der Flüchtlingspolitik einen restriktiven Kurs und ist deklarierter EU-Kritiker. Neben Generalsekretär Herbert Kickl hat er nebenbei wohl eine entscheidende Rolle dabei gehabt, die FPÖ wieder zu altem Glanz und letztlich wieder in die Regierung zu führen.

Privat inszeniert Hofer ein eher beschauliches Leben. In zweiter Ehe mit einer Pflegerin verheiratet lebt er mit ihr, einer Tochter im Schulalter und Hund und Katze in einem unauffälligen Haus in der mittelburgenländischen Gemeinde Pinkafeld. Drei weitere Kinder entstammen einer früheren Ehe. Trotz seines körperlichen Handicaps ist Hofer sportlich, vor allem das Mountainbike hat es ihm angetan. Seit neuerem ist er auch im Besitz eines Flugscheins. Überhaupt hat Hofer ein Herz für Mobilität aller Art, womit das Infrastrukturressort für ihn wie maßgeschneidert scheint. Allzu wagemutige Politik ist von ihm wohl nicht zu erwarten. Denn Hofer will unverändert in die Hofburg und um beim nächsten Anlauf zu reüssieren, sollte er in den kommenden fünf Jahren nicht allzu viele Wähler vergrämen.

Zur Person

Norbert Hofer, geboren am 2. März 1971, in zweiter Ehe verheiratet, Vater von vier Kindern, gelernter Flugzeugtechniker, 1995 Stadtparteiobmann von Eisenstadt, 1996 Landesparteisekretär im Burgenland, 1997 Gemeinderat in Eisenstadt, 2005 stv. Bundesparteiobmann, seit 2006 Nationalratsabgeordneter und FPÖ-Behindertensprecher, seit Oktober 2013 Dritter Nationalratspräsident.

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