Dunkles Kapitel mit Schauplatz Kroatien: Zwielichtige Geschäfte der Hypo Alpe-Adria?
- FORMAT: Geldwäsche-Vorwurf gegen Kärntner Bank
- Hypo-Chef Tilo Berlin wehrt sich gegen die Vorwürfe

Seit Ende der 90er-Jahre hat die Kärnter Hypo Alpe-Adria Bank alle wichtigen Immobiliendeals in Kroatien finanziert und dafür mitunter mehr Kritik als Lob geerntet. Unvergessen ist eine über die Bank abgewickelte zweifelhafte Transaktion aus dem Jahr 2000. Damals kaufte eine österreichische Firma zum Spottpreis von 5,12 Euro je Quadratmeter ein Stück unberührter Meeresküste. Die 374.000 Quadratmeter wurden nur kurze Zeit später auf ominöse Weise zur touristischen Nutzfläche, also zu Bauland, umgewidmet. In der Folge kam es zu einer Reihe umstrittener Immodeals, die Jahre später zu einem Köpferollen bei der kroatischen Hypo-Tochter führten.
Immer wieder macht die Hypo Alpe-Adria in Kroatien aber auch durch die Wahl ihrer Geschäftspartner von sich reden - und steht daher gerade wieder unter Beschuss kroatischer Medien. Ein Beispiel ist der Rechtsradikale Ivic Pasalic, einst Berater des verstorbenen kroatischen Staatspräsidenten Franjo Tudjman. Für den Bau eines Einkaufszentrums hat ihm die Hypo dreißig Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Und das, obwohl Pasalic jedwede einschlägige Erfahrung fehlt. Auch eine Wohnanlage in Zagreb hat der Mediziner vor kurzem zu Ende bauen lassen. Hier soll Geld ebenfalls von der Hypo geflossen sein.
Als Hintergrund für diese Beziehungen zu zwielichtigen Geschäftsleuten nennt ein kroatischer Bankmanager mögliche Geldwäsche: "Zu Kriegszeiten haben sich die Mächtigen des Landes bereichert und ihr Vermögen unter anderem nach Österreich gebracht. Das ist längst kein Geheimnis." Die Vermutung: Die Gelder, welche die Hypo als Kredite gewährte, könnten, wie der Insider sagt, von den jeweiligen Kreditnehmern selbst stammen. Hypo-Chef Tilo Berlin wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Die Kredite sind in einer Zeit vergeben worden, in der es keine Gründe gab, ein Kreditbegehren abzulehnen."
Geldwäscheverdacht erhärtet
Den Geldwäscheverdacht betreffend, sorgte kürzlich aber auch der Bericht des renommierten kroatischen Zeitungsportals necenzurirano.com für Wirbel. Der prominente Zagreber Journalist Domagoj Margetic spricht darin von einem im Kabinett von Premier Ivo Sanader aufbewahrten Dokument mit dem Titel "sluzbena tajna" (Amtsgeheimnis), das Verdachtsmomente hinsichtlich der Hypo Kroatien und der Hypo Klagenfurt in den 90er-Jahren belegen soll.
Laut dem Bericht wurden Gelder, die aus staatsnahen Unternehmen sowie direkt aus der Staatskassa stammten, über Geheimkonten bei kroatischen Banken (genannt werden Zagrebacka banka und Privredna banka) oft direkt zur Hypo Alpe-Adria nach Klagenfurt geschleust. In weiterer Folge soll die Hypo Teile davon nach Liechtenstein transferiert haben, wo die Bank über eine Tochter präsent ist. Ebendiese 49-Prozent-Beteiligung will die Hypo nun wegen des schlechten Rufs der Steueroase verkaufen.
Die gesamte Story finden Sie im aktuellen FORMAT 14/08!










