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Putin und sein besonderes Interesse für Österreich

Mögliche Affinität zur Alpenrepublik seit KGB-Zeiten

Russland - Putin und sein besonderes Interesse für Österreich © Bild: Pavel Golovkin / POOL / AFP

Wladimir Putin, der am Samstag seinen 65. Geburtstag feiert, zeichnet sich durch ein besonderes Interesse für Österreich aus.

Womöglich hat es mit seiner Vergangenheit in der für deutschsprachige Länder zuständigen Abteilung des sowjetischen Geheimdienstes KGB zu tun: Wladimir Putin, der am Samstag seinen 65. Geburtstag feiert, zeichnet sich durch ein besonderes Interesse für Österreich aus. Ihrerseits sind aber auch österreichische Spitzenrepräsentanten dem russischen Staatsoberhaupt stets sehr freundlich begegnet.

»Es ist schwierig mit Leuten im Gespräch zu bleiben, die Austria mit Australia verwechseln«

"Es ist schwierig mit Leuten im Gespräch zu bleiben, die Austria mit Australia verwechseln", ätzte der russische Präsident erst Anfang September über die US-amerikanische Diplomatie und erinnerte damit implizit aber auch daran, dass ihm als Österreich-Kenner ein derartiger Lapsus unmöglich passieren könnte.

Seit wann sich der Deutsch sprechende Putin mit Österreich beschäftigt und ob er in seiner KGB-Zeit auch beruflich einschlägig befasst war, ist unklar. In deutschen Geheimdienstkreisen kursieren Gerüchte, dass der zwischen 1985 und 1989 in der DDR stationierte Agent nach Österreich zum Skifahren kam. In Wien wird im Umfeld eines Ministeriums mit Verweis auf Hörensagen sogar ein konkreter Ort im Süden Niederösterreichs genannt, in dessen Gemeindeamt man auf APA-Anfrage jedoch nichts von einem historischen Wintergast namens Wladimir Putin weiß.

Putin und Bundespräsident Thomas Klestil

Nach seiner Rückkehr ins heimatliche St. Petersburg, wo er ab 1991 (und bis 1996) als rechte Hand des damaligen Bürgermeisters Anatoli Sobtschak für Außenhandel und -beziehungen zuständig war, kam der Russe ohne jeden Zweifel mit österreichischen Agenden in Kontakt. Fotos aus Petersburg zeigen ihn etwa 1992 bei der Einweihung eines Österreich-Platzes mit Bundeskanzler-Gattin Christine Vranitzky oder 1993 bei der Eröffnung einer Österreich-Bibliothek mit Außenminister Alois Mock. Nach russischen Medienberichten dürfte er seinen Chef Sobtschak auch wiederholt bei Dienstreisen nach Wien begleitet haben.

Nach einer mehrjährigen Pause sorgte die Wahl Putins zum Präsidenten der Russischen Föderation für neue Kontakte in die Alpenrepublik. Abgesehen von privaten Besuchen in Österreich, wo er 2001 und 2002 nach Angaben seines Biografen Roj Medwedew Unterricht bei der Wintersportlegende Karl Schranz nahm, kam er im Februar 2001 auch offiziell zur Skiweltmeisterschaft nach St. Anton. Dynamische Bilder, die Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und den russischen Präsidenten beim gemeinsamen Skifahren zeigen, gingen damals um die Welt.


Gleichzeitig entwickelte sich aber auch ein herzliches Verhältnis zwischen Putin und Bundespräsident Thomas Klestil, das nicht nur bei wechselseitigen Staatsbesuchen deutlich wurde: Im Februar 2004 schenkte Putin dem Ehepaar Klestil zwei Welpen seiner geliebten Labrador-Hündin Konni und wenige Monate später erwies Russlands Präsident seinem verstorbenen Amtskollegen Klestil in Wien die letzte Ehre.

Aber auch nach der Ära Klestil wurden freundschaftliche Begegnungen fortgesetzt. Wiederholt kam es zu Treffen zwischen Putin und Bundespräsident Heinz Fischer, nach der russischen Annexion der Krim im Frühjahr 2014 war Österreich der erste EU-Staat, den Putin offiziell besuche. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ermöglichte dem russischen Präsidenten, über eine "gute Diktatur" in Österreich sowie nicht vorhandene österreichische Gebietsansprüche auf die Ukraine und über Diktatoren im Westen zu scherzen. Die betreffenden Passagen wurden genüsslich im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt, RT machte daraus sogar einen Jingle.

»Respekt, dass Sie sie hier eingeladen haben - ich hätte das bei mir zu Hause nicht gemacht«

Scherze spielten auch bei späteren österreichisch-russischen Begegnungen Putins eine Rolle. Beim Treffen von Christian Kern mit Putin am Rand des Internationalen Wirtschaftsforums in Petersburg im vergangenen Juni "lobte" der österreichische Bundeskanzler etwa seinen russischen Gesprächspartner dafür, dass er für die gemeinsame Podiumsdiskussion eine kritische US-amerikanische Journalistin engagiert hatte. "Respekt, dass Sie sie hier eingeladen haben - ich hätte das bei mir zu Hause nicht gemacht", scherzte Kern damals und sorgte für ein sanftes Lächeln beim Staatschef, in dessen Land kritische Medien zunehmend unter Druck gekommen sind.

Während Wintersport ein wenig in den Hintergrund trat - österreichisches Know-how kommt freilich mittlerweile in Russlands Skigebieten massiv zum Einsatz -, zeigte sich Putin zuletzt insbesondere an Wirtschaftsbeziehungen am Gassektor interessiert.

Bei seinem Antritt als Österreichs Botschafter in Russland 2015 habe Putin von sich aus "Baumgarten" erwähnt, erzählte Diplomat Emil Brix. Beim niederösterreichischen Dorf handelt es sich um die größte Import- und Übernahmestelle für russisches Erdgas in Österreich.

Brix, der im vergangenen Sommer nach Wien abberufen wurde, um die Leitung der Diplomatischen Akademie zu übernehmen, berichtete gleichzeitig aber auch, dass Putin 2018 nach Österreich kommen könnte. Anlass wären 50 Jahre österreichisch-russische Gaslieferverträge, die 2018 von der OMV und dem russischen Gazprom-Konzern groß gefeiert werden.

Kommentare

Viele Jahre, so erinnere ich mich noch eines Interviews mit den Quartiergebern, hat Präs. Putin in Österreich in einer Pension seinen Urlaub verbracht. Da lohnte es sich für NES, da nachzurecherchieren.
B. G.

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