Frankreich-Wahl von

Emmanuel Macron und Marine
Le Pen ziehen in die Stichwahl ein

Das wird das Duell Hell vs Dunkel, Optimismus vs Pessimismus, Zukunft vs Vergangenheit

Frankreich-Wahl - Emmanuel Macron und Marine
Le Pen ziehen in die Stichwahl ein © Bild: SAGET / AFP

In die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich gehen der europafreundliche Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen. Die beiden lieferten sich am Sonntag im ersten Wahlgang lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gegen Ende wurde der Vorsprung des Linksliberalen dann etwas deutlicher.

THEMEN:

Laut Angaben des Innenministeriums vom frühen Montag lag Macron nach Auszählung fast aller Stimmen mit 23,82 Prozent vorne vor Le Pen, auf die 21,58 Prozent entfielen. Die Kandidaten der 60 Jahre lang das Staatsoberhaupt stellenden Konservativen oder Sozialisten schafften es nicht in die zweite Runde am 7. Mai. Für diese sagten die noch am Abend veröffentlichte Umfragen dem unabhängigen Macron fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit vorher. Dieser kündigte an, er wolle das europäische Projekt erneuern und sich rasch eine Mehrheit im Parlament verschaffen.

Insgesamt waren rund 47 Millionen Franzosen zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 80 Prozent. Politiker der unterlegenen Lager riefen zur Wahl Macrons in der Stichwahl auf. So appellierte der sozialistische Regierungschef Bernard Cazeneuve an seine Landsleute, für Macron zu stimmen und dem Front National eine Niederlage zu bereiten. Auch mehrere Politiker in Europa drückten Macron ihre Unterstützung aus.

Die Ereignisse im Überblick

22:02

Der Linke Jean-Luc Mélenchon tritt vor seine Anhänger. Er betont, dass das Innenministerium erst um Mitternacht die endgültigen Ergebnisse verkünden wird. Demnach solle man vorsichtig mit vorläufigen Ergebnissen sein. Mélenchon gibt die Hoffnungen nicht auf, solange lediglich erste Hochrechnungen veröffentlicht sind. "Vive la République, vive la France", sind seine abschließenden Worte.

21:43

Erfreut kommentierten den sich abzeichnenden Sieg Macrons in der ersten Wahlrunde auch ÖVP-Europaabgeordneter Othmar Karas und Grünen-Chefin Eva Glawischnig . "Emmanuel Macron wird Präsident und das ist gut für Frankreich und Europa. Dies ist die dritte Niederlage für Rechtspopulisten und Nationalisten nach Österreich und den Niederlanden", teilte Karas in einer Aussendung mit. "Danke Frankreich!"

»1:0 für Europa«

Glawischnig sprach von einem "1:0 für Europa". "Das Ergebnis zeigt, dass ein proeuropäischer Kurs von den WählerInnen gewürdigt wird", schrieb die Grünen-Chefin in einer Aussendung. Ihre Parteikollegin Ulrike Lunacek sieht nun in der Stichwahl "die Frage Europäische Union: Ja oder Nein?" auf dem Stimmzettel. Die "noch nicht ganz gebannte Gefahr" eines Einzugs von Le Pen in den Elysee-Palast solle ein "Weckruf sein, die EU-Politik - so wie von uns Grünen schon lange gefordert - auf sozialere, demokratischere und ökologisch nachhaltigere Schienen zu stellen", schrieb die Vizepräsidentin des Europaparlaments.

21:40

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat den Erfolg des parteiunabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen begrüßt. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir sehr gut leben können", erklärte Kern am Sonntagabend in Jerusalem. Er sei zuversichtlich, dass sich Macron in der Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchsetzen werde.

"Wir brauchen eine proeuropäische Politik in Frankreich", unterstrich der Regierungschef, "ein Frankreich, das europäische Akzente setzt." Es gelte, die Europa-Politik einigen Reformen zu unterziehen, aber gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit Marine Le Pen wäre diese europäische Perspektive nicht gegeben. "Sie steht eher für Zersetzung."

Marine Le Pens kurzer Auftritt

21:21

© Video: News/Lehermayr

Marine Le Pen tritt vor ihre Anhänger und spricht von einem "historischen Ergebnis". "Die Franzosen müssen diese historische Gelegenheit ergreifen", betonte die Chefin des Front National am Sonntagabend.
"Die große Debatte ist da: eine brutale Globalisierung, Massenimmigration und Sicherheit werden die Themen sein." Nun gehe es darum, die Franzosen von der "Arroganz der Eliten" und der "Massenimmigration" zu befreien. Nach nur wenigen Minuten tritt Le Pen wieder von der Bühne. Eine sehr kurze Rede, der Applaus verhaltener als erwartet, zum Abschluss wird noch die Marseillaise angestimmt. Der offizielle Teil ist nun beendet.

© News/Lehermayr

21:10

In Paris kommt es indes zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten. Im Vorfeld hatten antifaschistische Bewegungen zu einer Nacht der Barrikaden am heutigen Abend aufgerufen.

© THOMAS SAMSON / AFP

21:03

Premierminister Bernhard Cazeneuve sagt, es gehe darum, die rechtsextreme Front National zu schlagen, und "ihr unheilvolles Programm eines Rückschritts Frankreichs und der Spaltung der Franzosen" zu verhindern. Auch Außenminister Jean-Marc Ayrault spricht sich für Macron aus.

»Macron ist der beste Gegenkandidat für Marine«

20:58

Auf der Wahlparty von Marine Le Pen schwanken die Meinungen ihrer Anhänger zwischen "Macron ist der beste Gegenkandidat für Marine" und "das geht sich wohl nicht aus".

20:50

Auch der ehemalige Premierminister Manuel Valls , der in den Vorwahlen der Sozialisten Benoît Hamon unterlag, ruft dazu auf, am 7. Mai Macron zu wählen.

Fillon gesteht Niederlage ein, unterstützt Macron

20:47

Francois Fillon , der Kandidat der Konservativen, spricht: Auf der Wahlparty von le Pen wird gebuht. Dennoch hoffen le Pen-Fans, dass Fillon-Wähler nun le Pen unterstützen. François Fillon aber nennt den Front National "eine Partei der Extremisten" und ruft dazu auf "Macron und damit den europäischen Kandidaten" zu unterstützen. "Die Enthaltung liegt nicht in meinen Genen", sagt er.

Zur Erinnerung: Der entscheidende zweite Wahlgang findet am 7. Mai statt

20:35

Le Pen schnitt diesmal wesentlich besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte, aber es nicht in die zweite Wahlrunde schaffte. Die Wahl wird auch in ganz Europa mit Spannung verfolgt. Denn die FN-Chefin will die Euro-Währung in Frankreich abschaffen und ihre Mitbürger über einen Austritt aus der EU abstimmen lassen.

20:34

Nach Angaben des Institutes Ipsos erhält Macron, der für seine eigene Bewegung "En Marche!" (Vorwärts) antritt, 23,7 Prozent der Stimmen.

© FEFERBERG / AFP

20:31

Benoît Hamon , der Kandidat der Sozialistischen Partei, gibt auf. Er landete abgeschlagen auf dem fünften Platz. Nun ruft er dazu auf, Emmanuel Macron zu wählen. Die "Auslöschung der Linken durch die extreme Rechte" sei eine schwere Niederlage, sagte er vor seinen Anhängern. "Ich rufe dazu auf, die Front National so deutlich wie möglich zu schlagen, mit Stimmen für Emmanuel Macron, auch wenn er nicht der Linken angehört."

Zur Erinnerung: Die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen kommen in die zweite Runde. Der Rest scheidet aus.

20:21

"Das wird das Duell Hell versus Dunkel, Optimismus vs Pessimismus, Zukunft vs Vergangenheit - und beide werden vom anderen genau das sagen .", kommentiert unser Redakteur Christoph Lehermayr das Ergebnis.

»On est chez nous«

20:15

Le Pen-Anhänger singen die Marseillaise und warten auf ihre Heldin. Sie rufen "on est chez nous", "hier sind wir daheim". Als eine Umfrage verkündet, dass Le Pen Macron noch überholen könnte, bricht lautstarker Jubel aus.

© Video: news/Lehermayr

20:05

Jubel bei Le Pen Anhängern

© News/Lehermayr

20:01

Erste Hochrechnungen

Ifop-Institut

Emmanuel Macron: 23,7%
Marine Le Pen: 21,7%
François Fillon: 19,5%
Jean-Luc Mélenchon: 19,5%

Der parteiunabhängige Kandidat Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen dürften in die Stichwahl der französischen Präsidentenwahl kommen..

19:54

"Marine Présidente" rufen die rund 1000 Anhänger Le Pens in der "Halle François Mitterrand", in der die Wahlparty steigen soll.

19:50

Die Anhänger von Emmanuel Macron fiebern den ersten Hochrechnungen entgegen.

»Es ist die wichtigste Wahl unseres Lebens.«

19:45

Der französische Fernsehsender France2 stellt nochmals alle Kandidaten vor und betont: "Es ist die wichtigste Wahl unseres Lebens. Eine, die alles ändern kann, was wir kennen."

19:40

© News/Lehermayr

Journalisten und Fotografen sind da, nun werden die Marine-Fans hereingelassen.

19:36

Die Auszählung beginnt

Noch rund 25 Minuten bis zur ersten Hochrechnung. Allerdings sind auch diese Hochrechnungen, die auf Nachwahlbefragungen beruhen, mit Vorsicht zu genießen. Die Abstände in den Umfragen waren enorm klein.

© CHARLY TRIBALLEAU / AFP

19:18

News ist live in der "Halle François Mitterrand". Hier plant Marine le Pen mit ihren Anhängern das Wahlergebnis zu feiern. Die letzten Vorbereitungen laufen.

© Video: News/Lehermayr

19:14

Bei der Präsidentenwahl in Frankreich sehen belgische Medien aufgrund von Umfragen den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron in Führung. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen müsste eventuell auch um ihren Einzug in die Stichwahl bangen, schreibt LaLibre.be am Sonntag.
Nach Angaben der Internetseite des Blattes "L'Echo" am Sonntag stehe Le Pen vermutlich an zweiter Stelle. Das berichtete lecho.be mit Berufung auf drei nicht genannte Umfrageinstitute.

Laut LaLibre.be sieht das Institut Harris Interactive Le Pen mit dem Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon Kopf-an-Kopf. Laut Ifop liegt dagegen Melenchon ein Stück weit hinter der Rechtspolitikerin, gleichauf mit dem Konservativen Francois Fillon.

» Unsere Informationen sind vertrauenswürdig«

Der belgische Sender RTBF hatte ebenfalls erste Einschätzungen veröffentlicht, wonach Macron mit 24 Prozent der Sieger des ersten Durchgangs werden dürfte. Demnach werde für Le Pen, Fillon und Melenchon ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen 18 und 20 Prozent erwartet.

In Frankreich selbst dürfen keine Resultate vor Schließung des letzten Wahllokals um 20.00 Uhr veröffentlicht werden. Französischsprachige belgische und Schweizer Medien umgehen dieses Verbot jedoch seit Jahren.

Der Direktor von RTBF in Brüssel, Jean-Pierre Jacqmin, erklärte entgegen der Kritik an der Veröffentlichung solcher Daten bzw. an deren Zuverlässigkeit: "Unsere Informationen sind vertrauenswürdig." Es handle sich "nicht um Bauernfängerei, sondern um Umfragen mehrerer Institute. Es sind Einschätzungen, Nachwahlumfragen an den Urnen und Untersuchungen im Internet", so Jacqmin.

19:00

Wahllokale schließen

Die letzten Wahllokale, in größeren Städten, schließen um 20 Uhr. Dann gibt es auch die ersten Hochrechnungen.

Whistleblower Edward Snowden schaltet sich via Twitter ein und fragt: Haben Sie gewählt?

18:56

In wenigen Minuten schließen die Wahllokale. Online wird indes am meisten über die Kandidatin des rechtspopulistischen Front National Marine Le Pen gesprochen.

18:09

Vergessen zu wählen? Das französische Innenministerium mobilisiert nochmals via Twitter. Die Wahllokale haben bis 19 Uhr geöffnet. In größeren Städten sogar bis 20 Uhr.

17:58

Wie die Tageszeitung "Le Parisien" berichtet, rechnen französischen Sicherheitskräfte mit gewaltsamen Demonstrationen im Anschluss an die Verkündung der Wahlergebnisse. Insbesondere, wenn Marine Le Pen oder Jean-Luc Mélenchon sich für die Stichwahl qualifizieren sollten.

17:47

Ein wegweisender Name? Le Pen will in ihrer Hochburg in der "Halle François Mitterrand" feiern. Der Sozialist Mitterrand war von Mitte 1981 bis Mitte 1995 französischer Staatspräsident. Den Sprung in den Élysée-Palast schaffte er jedoch erst im dritten Anlauf.

17:40

© News/Lehermayr Willkommen bei Marine le Pen?

650 Journalisten sollen für die Medienkonferenz bei Le Pen akkreditiert sein. Das Medieninteresse ist groß. Auch unser Redakteur Christoph Lehermayr versucht sein Glück.

17:35

Was sagt eigentlich US-Präsident Donald Trump zur Wahl in Frankreich? Am Vortag hatte sich Trump übrigens für Le Pen ausgesprochen.

17:31

Die meisten Wahllokale sind diesmal bis 19.00 Uhr geöffnet, also eine Stunde länger als vor fünf Jahren. Manche Sprengel in großen Städten haben sogar - wie schon beim letzten Mal - bis 20.00 Uhr offen.

Hochrechnungen von Umfrageinstituten gingen aufgrund der angegebenen Werte von einer Gesamtbeteiligung um die 80 Prozent aus. Das Institut Ifop-Fiducial schätze sie auf 81 Prozent, während Harris Interactive von 78,5 Prozent ausging.

Hohe Wahlbeteiligung

17:00

Die Wahlbeteiligung liegt um 17 Uhr bei 69,42 Prozent (2012: 70,59 Prozent). Die Zahlen liefert das französische Innenministerium.

16:30

Der scheidende französische Präsident Francois Hollande hat die Bevölkerung zu einer regen Teilnahme an der Präsidentenwahl aufgerufen. Die beste Botschaft dieser Wahl sei "zu zeigen, dass die Demokratie stärker ist als alles", indem man sich an der Abstimmung beteilige.

16:15

Der belgische TV-Sender RTFB hat die Ergebnisse einer ersten Nachwahlbefragung herausgegeben. Demnach bahnt sich wie erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen der vier Top-Favoriten an:
Emmanuel Macron (En Marche): 24%
Marine Le Pen (Front National): 22%
François Fillon (Les Republicains): 20,5%
Jean-Luc Mélenchon (Parti de Gauche): 18%

Französische Medien dürfen vor 20 Uhr keine Prognosen veröffentlichen. Wie groß die Schwankungsbreite zum tatsächlichen Wahlergebnis sein kann, verdeutlicht diese Tabelle.

Angenommen, die durchschnittliche Fehlerspanne der französischen Präsidentschaftswahlen seit 1969 gilt auch 2017, ist ein Sieg für Le Pen, Macron, Fillon und Mélenchon möglich.

14:56

Das Militär ist präsent. Rund 7000 Soldaten sind an diesem Sonntag im Einsatz. Auch in den Rathäusern, wo die Franzosen wählen gehen.

© Ludovic MARIN / AFP

14:09

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist nach den Worten ihres Präsidenten Thomas Jordan darauf vorbereitet, einem Aufwertungsdruck des Franken nach der Präsidentenwahl in Frankreich etwas entgegenzusetzen. Die Bank sei bereit, dazu die vorhandenen Instrumente zu nutzen, sagte der SNB-Chef am Samstag der Nachrichtenagentur Bloomberg.
"Wir hoffen, dass ein vernünftiger Kandidat gewinnt, jemand der für freie Märkte ist. Aber wir können nicht ausschließen, dass es mehr Druck auf den Schweizer Franken geben wird." Die SNB setzt bereits auf Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen, um den Kurs des Franken zu deckeln. Wenn der Franken steigt, verteuert das Schweizer Waren im Ausland und bremst somit die Exporte und die Wirtschaft der Alpenrepublik

14:01

In Le Pens Wahllokal. Sie ist längst weg, der Andrang hält sich auch in Grenzen. Mit ersten Hochrechnungen wird gegen 20 Uhr gerechnet.

© News/Lehermayr

13:45

Insbesondere an den Finanzmärkten wird gefürchtet, dass es zu einer Stichwahl zwischen Le Pen und dem Linkspolitiker Melenchon kommen könnte. Le Pen lehnt den Euro ab und befürwortet die Rückkehr zu nationalen Währungen. Melenchon will ein Referendum über einen EU-Austritt abhalten lassen, sollten die anderen EU-Regierungschefs sich einem radikalen Kurswechsel weg von der Sparpolitik widersetzen. Außerdem befürwortet er einen Austritt aus der NATO.

»Es ist gibt nicht mehr die klassische Trennung zwischen links und rechts«

13:39

Den Umfragen zufolge hat Macron die besten Chancen, in zwei Wochen zum Präsidenten gewählt zu werden, unabhängig davon, wer gegen ihn antritt. Doch Meinungsforscher mahnen zur Vorsicht. Noch hätte jeder der vier Führenden die Chance, in die zweite Runde einzuziehen. So holte zuletzt Ex-Ministerpräsident Fillon trotz der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Frau in den Umfragen leicht auf. "Es ist gibt nicht mehr die klassische Trennung zwischen links und rechts", sagte Jerome Fourquet vom Meinungsforschungsinstitut Ifop. "Macron präsentiert sich als Progressiver gegen Konservative, Le Pen als Patriotin gegen die Globalisierer."

»Es ist eine Katastrophe. Ich gehe wählen, aber nur weil es meine Pflicht ist«

Für Unsicherheit sorgt auch die große Zahl der Unentschlossenen: Knapp ein Drittel der Wähler wusste Umfragen zufolge bis zuletzt nicht, wie sie abstimmen würden. "Ich habe keine Ahnung, für wen ich stimmen werde", sagte die 60-jährige Pierrette Prevot in Paris. "Es ist eine Katastrophe. Ich gehe wählen, aber nur weil es meine Pflicht ist."

13:00

Der amtierende Präsident, Francois Hollande gab am Mittag seine Stimme in Tulle ab. Hollande ist seit 2012 im Amt und tritt nicht mehr an.

© GEORGES GOBET / AFP

12:51

Der Linkskandidat Jean-Luc Melenchon, der ebenfalls EU-skeptische Positionen vertritt, und der konservative Ex-Ministerpräsident Francois Fillon lagen in letzten Umfragen rund vier Punkte hinter dem Führungsduo Macron und Le Pen.

12:50

Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon gab seine Stimme in der Hauptstadt, in Paris, ab.

© bertrand GUAY / AFP

12:29

Rege Wahlbeteiligung

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich zeichnet sich eine rege Beteiligung ab. Das Innenministerium meldete Sonntagmittag vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale eine Beteiligung von 28,5 Prozent - etwas mehr als bei der letzten Wahl 2012, als zum gleichen Zeitpunkt 28,29 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Vielerorts bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen.

Bei der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl lag die Beteiligung zunächst etwa so hoch wie bei der letzten Abstimmung vor fünf Jahren. Bei gutem Wetter in ganz Frankreich gaben nach Angaben des Innenministeriums bis zum Sonntagmittag rund 28,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2012 hatten im ersten Wahlgang bis 12.00 Uhr knapp 28,3 Prozent der Wähler abgestimmt; damals lag die Wahlbeteiligung am Ende bei rund 79,5 Prozent.

Die französischen Überseegebiete, die teils schon am Samstag votiert hatten, sind bei den Zwischenständen nicht eingerechnet. Sie machen aber nur einen sehr kleinen Teil der Wähler aus.

12:22

Marine Le Pen besuchte die örtliche Zentrale des Front National, bevor sie sich mit dem Bürgermeister zum Mittagessen traf.

© News/Lehermayr

11:58

Erste Wahllokale berichten von einer höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. Umfragen deuteten im Vorhinein auf eine geringe Wahlbeteiligung hin.

11:53

Erstmals in der französischen Geschichte findet eine Präsidentschaftswahl unter dem Ausnahmezustand statt. Die Sonderbefugnisse zum Kampf gegen Terroristen gelten seit den Anschlägen vom November 2015.

11:30

Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron gab seine Stimme in Le Touquet im Norden Frankreichs ab. Macron rief seine Landsleute auf, auf jeden Fall von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Angesichts der Zeiten, in denen wir leben, ist es entscheidend, seine Stimme abzugeben, egal für wen."

© Eric FEFERBERG / POOL / AFP

11:15

Anders als Le Pen sucht der Führer der politischen Start-up Bewegung "En Marche!", Emmanuel Macron, den direkten Kontakt zu seinen Anhängern. Begleitet wird Macron von seiner Ehefrau Brigitte Trogneux.

© Philippe HUGUEN / AFP

11:12

Es war ein kurzer Auftritt von Le Pen. Fotografen, die hofften, sie würde aussteigen und zu Fuß in das Wahlloakl reingehen, wurden enttäuscht.

© News/Lehermayr

Lediglich die Agenturfotografen durften das obligatorische "Wahl-Foto" an der Wahlurne schießen.

© ALAIN JOCARD / AFP

11:07

Marine Le Pen kommt in Hénin-Beaumont an. Nicht wie erwartet und angekündigt zu Fuß, sondern im abgedunkelten Wagen. Die Anspannung ist groß. Polizisten, Sicherheitskräfte und Geheimdienstler im Einsatz.

© Video: News/Lehermayr

10:56

Das Medieninteresse ist groß, die Chance, Marine Le Pen zu sehen, eher klein.

© News/Lehermayr

10:49

Le Pens enger Vertrauter und Bürgermeister von Hénin-Beaumont, Steeve Briois, gibt seine Stimme ab.

© Video: News/Lehermayr
© News/Lehermayr

10:37

Ein Fotograf wurde von Securities brutal zu Boden gedrückt.

© News/Lehermayr

10:27

Eine kleinere Gruppe der Protestbewegung "Femen" protestiert gegen Le Pen. Sie sprang, wie von der Aktion bekannt, oben ohne aus einem Wagen, schrie, ließ Konfetti und Dollarscheine regnen, bevor sie von der Polizei festgenommen wurde

© News/Lehermayr
© Video: News/Lehermayr

10:21

Faites vos jeux! Ein Kommentar von unserem Redaketeur Christoph Lehermayr zur Frankreich Wahl.

10:14

In dieser Schule in der Rue Jean Jacques Rousseau wird Le Pen wählen. Hinter dem Zaun wartet der Führungsstab des Front National auf die Chefin, die Paris um 9:00 Uhr mit dem Auto verlassen hat und auf dem Weg hierher ist.

© News/Lehermayr

10:10

Manch Franzose lässt dich vom Getümmel hier nicht irritieren.

© News/Lehermayr

09:39

News ist in Hénin-Beaumont, Hochburg des Front National und dem Ort, an dem Marine Le Pen heute wählen wird. Medien aus aller Welt sind schon da.

© News/Lehermayr

09:30

Seit acht Uhr kann in 66.546 Lokalen in ganz Frankreich gewählt werden und die ersten tun das auch schon.

© News/lehermayr

09:00

Die Stunde der Wahl (oder der Qual)

© News/lehermayr

Als Favorit geht der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron in die Wahl. Der 39-Jährige gilt als Reformer und ist ein Anhänger der europäischen Integration. In den jüngsten Umfragen knapp hinter Macron oder gleichauf mit ihm liegt die rechtsextreme EU-Gegnerin Marine Le Pen. Sie will den Euro in Frankreich abschaffen und das Volk über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen.

Der konservative Ex-Ministerpräsident Francois Fillon und der linke EU-Skeptiker Jean-Luc Melenchon liegen in den letzten Umfragen rund vier Punkte hinter dem Führungsduo. Der scheidende sozialistische Präsident Francois Hollande tritt nicht mehr an. Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen ziehen in die Stichwahl ein. Auch dafür werden Macron die besten Chancen eingeräumt. Kurz vor der Wahl zeigte sich noch rund ein Drittel der Wähler unentschlossen.

Nach einer Reihe von Anschlägen herrscht der Ausnahmezustand. Seit Anfang 2015 wurden mehr als 230 Menschen bei Attentaten getötet, zuletzt am Donnerstag ein Polizist in Paris. Rund 50.000 Polizisten und Gendarmen sowie rund 7000 Soldaten sind im Einsatz.

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