Sturm von

"Harvey": Spur der Verwüstung

"Texas kommt mit allem klar"

US-Präsident Donald Trump hat die Ausmaße des Sturms "Harvey" als "historisch" beschrieben.

Aus Angst vor Plünderungen ist in der überschwemmten US-Metropole Houston eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Das teilte der Bürgermeister der texanischen Stadt, Sylvester Turner, am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz mit.

"Ich verhänge eine Ausgangssperre von 22.00 Uhr (05.00 Uhr MESZ) bis sieben Uhr (12.00 Uhr MESZ), um Übergriffe auf das Eigentum in den verlassenen Häusern zu verhindern", sagte Turner.

Passend dazu: "Harvey" beeinträchtigt US-Wirtschaft

Unterdessen wurden Anrainer einer im Überschwemmungsgebiet liegenden Chemiefabrik in Texas in Sicherheit gebracht. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilten die Behörden mit. Der französische Konzern Arkema, dem die Fabrik in Harris County gehört, erklärte, die Anlage sei überschwemmt. Es sei möglich, dass Chemikalien reagierten und ein Feuer ausbreche, das eine schwarze Rauchwolke auslöse. Wie giftig diese Wolke sein würde, teilte der Konzern nicht mit. In der Fabrik werden organische Peroxide produziert.

Trump nennt Ausmaße des Sturms "historisch"

Bei seinem Besuch in Texas hat US-Präsident Donald Trump die Ausmaße des Sturms "Harvey" als "historisch" beschrieben. "Es ist historisch, es ist episch, aber ich sag's euch: Es ist in Texas passiert - und Texas kommt mit allem klar", sagte er am Dienstag (Ortszeit) in der vom Hurrikan verwüsteten Stadt Corpus Christi.

»Es ist in Texas passiert - und Texas kommt mit allem klar«

Der Sturm "Harvey" sorgt in der Millionenmetropole Houston und anderen Orten in Texas seit Freitag für Chaos. Straßen wurden überflutet, Krankenhäuser und Flughäfen mussten schließen. Mindestens sechs Menschen kamen bisher bei dem Unwetter ums Leben.

Trrump war mit seiner Frau Melania in das Flutgebiet gereist, um sich ein Bild von den Verwüstungen zu machen. Die texanische Küstenstadt Corpus Christi war in der Nacht zum Freitag mit voller Wucht von dem Sturm getroffen worden. "Wir lieben euch, ihr seid besonders, wir sind hier, um uns um euch zu kümmern", rief der Präsident Zuschauern in einer spontanen Ansprache zu.

Bei einer Krisensitzung erklärte Trump: "Niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen." Dort beriet er sich unter anderem mit dem republikanischen Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott.

Trump will mit Kongress Rettungspaket für Opfer schnüren

US-Präsident Donald Trump will den hochwassergeplagten Menschen in Texas finanzielle Hilfe zukommen lassen. Es werde sehr kostspielig, sagte Trump am Dienstag in den Katastrophengebieten, ohne jedoch genaue Summen zu nennen. Er werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um ein Rettungspaket zu schnüren und die Folgen von Hurrikan "Harvey" zu beheben.

"Ich denke, wir werden die richtige Antwort finden", sagte Trump. Aber womöglich habe es noch nie größere Schäden in der Geschichte des Landes gegeben, so Trump in Austin.

Vor allem die Öl-Metropole Houston versinkt wegen des anhaltenden Starkregens im Wasser. Mindestens zwölf Menschen haben ihr Leben verloren. Der Wirbelsturm "Katrina", der 2005 New Orleans zerstörte, gilt als bisher teuerster Hurrikan in den USA. Die Regierung in Washington half damals mit rund 100 Mrd. Dollar.

Einige Bankenregulierer riefen die Geldhäuser des Landes unterdessen auf, ihren Kunden bei den Zahlungsmodalitäten für Kredite entgegenzukommen. Spätere Zahlungen von Darlehensnehmern in den betroffenen Hochwassergebieten sollten möglich sein. Zugleich sollten mehr neue Kredite in diese Gemeinden gehen.

Stark betroffen von dem Unwetter sind weiterhin auch viele Airlines. Tausende Flüge mussten in den vergangenen Tagen bereits gestrichen werden. In Houston bleiben die Flughäfen geschlossen. Ein Regierungsvertreter sagte, trotz Kerosinengpässen und überfluteten Zufahrtsstraßen könnten die Airports in der Metropole womöglich noch im Laufe der Woche wieder öffnen, würden aber wohl erst nächste Woche wieder voll ausgelastet werden können.

"Harvey" - Louisiana rüstet sich für Fluten

Nach bisher nicht da gewesenen Regengüssen in Texas zieht der Tropensturm "Harvey" weiter in Richtung Louisiana. Der Nachbarstaat, der in der Gegend um New Orleans bereits im Jahr 2005 von Wirbelsturm "Katrina" verwüstet wurde, rüstete sich in der Nacht zum Mittwoch für schlimme Regenfälle mit folgendem Hochwasser.

Kommentare