Schulferien von

Termin für Herbstferien in
Österreich steht fest

Ab dem Schuljahr 2020/21 sollen rund einwöchige Herbstferien zwischen dem Nationalfeiertag (26. Oktober) und Allerseelen (2. November) eingeführt werden.

Die Regierung beschließt am Mittwoch im Ministerrat die von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) initiierten einheitliche Herbstferien. Ab dem Schuljahr 2020/21 haben alle Kinder österreichweit vom 27. bis 31. Oktober frei. Für 2019/2020 gibt es eine Übergangsregelung: Die Bildungsdirektionen können in Absprache mit den Bildungsregionen die Herbstferien für ihr Bundesland vorgeben.

Der Gesetzesentwurf für die Herbstferien - der kommende Woche in Begutachtung geht - bringt den Schülern allerdings nicht mehr unterrichtsfreie Tage: Denn für die freie Woche zwischen dem Staatsfeiertag am 26. November und Allerseelen am 2. November werden (je nachdem wie die Feiertage fallen) ein bis drei schulautonome Tage verwendet - und müssen die Schüler künftig nach Ostern und Pfingsten schon am Dienstag wieder zur Schule.

Kurz: Ferien bringen Planungssicherheit

Derzeit würden viele Familien darunter leiden, dass die Herbstferien von Schule zu Schule unterschiedlich geregelt sind. Die fixen Herbstferien brächten den Eltern Planungssicherheit, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem schriftlichen Statement. Auch FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hält eine bundeseinheitliche Regelung für sinnvoll. "Nach einem Vierteljahrhundert der Debatte wird endlich eine klare Regelung eingeführt", freut sich Bildungsminister Faßmann, dass sein Vorschlag umgesetzt wird.

Faßmann findet "kein Haar in der Suppe"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) findet bei der Einführung einheitlicher Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November ab 2020/21 "kein wirkliches Haar in der Suppe". Mit der Maßnahme würde bei gleichbleibender Zahl der schulfreien Tage die Vereinbarkeit von Schule, Beruf und Familie gefördert, so Faßmann bei einer Pressekonferenz am Montag.

Nicht zuletzt bringe die Maßnahme auch eine Vereinfachung für die Gemeinden als Schulerhalter. Im Gegensatz zu den verstreuten schulautonomen Tagen hätten sie nun Gewissheit, wann eine Ferienbetreuung angeboten werden müsse, betonte der Minister. Im Bildungsinvestitionsgesetz, in dem die Förderung ganztägiger Schulformen geregelt ist, werde man daher entsprechende Maßnahmen vorsehen.

Nicht alle zufrieden

Faßmann ist sich durchaus im Klaren, dass die nach jahrzehntelangen Diskussionen mit Eltern, Lehrern und Schülern zustande gekommene Regelung nicht alle zufriedenstellen wird. "Hätten wir weiter versucht, einen Konsens zu suchen, wären wir auch diesmal nicht weitergekommen."

»Die einzige einheitliche Meinung unter den Eltern ist, dass es keine einheitliche Meinung geben kann.«

Auch die Koordinatorin des Elternbeirats, Elisabeth Rosenberger, sah das ähnlich: "Die einzige einheitliche Meinung unter den Eltern ist, dass es keine einheitliche Meinung geben kann." Es mache eben einen Unterschied, ob man daheim ein Volksschulkind habe oder einen Schüler, der im Maturajahr seine vorwissenschaftliche Arbeit schreibt. Wichtig sei aber, dass die Betreuungsfrage in den Herbstferien gelöst werde.

Die Vorarlberger Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) hob die Planungssicherheit für die Eltern hervor. Das Ländle ist das einzige Bundesland, das durch eine landesgesetzliche Regelung bereits seit 2004 "künstliche" Herbstferien geschaffen hat. Die Eltern könnten sich sicher sein, dass ihre Kinder im Gegensatz zur Regelung mit den schulautonomen Tagen alle zur gleichen Zeit frei haben.

Rast für Kinder sinnvoll

Der niederösterreichische Bildungsdirektor Johann Heuras sieht die neue Ferienstruktur ebenfalls positiv. Im Gegensatz zum mit Ferien- und Feiertagen gespickten Sommersemester sei der Weg vom Schulbeginn bis Weihnachten doch sehr weit. "Da ist es sinnvoll, eine Rast einzulegen - vor allem für jüngere Kinder." Sein Bundesland werde den Gemeinden jedenfalls organisatorisch, finanziell und personell dabei helfen, in den Herbstferien ein Betreuungsangebot auf die Beine zu stellen. Bundesschulsprecher Timo Steyer von der ÖVP-nahen Schülerunion wiederum begrüßte die geplante Regelung: Wichtig sei vor allem, dass die verbleibenden schulautonomen Tage auch weiter von den Schulen vergeben werden dürfen.

Herbstferien in Europa: In den meisten Ländern Realität

Ab dem Schuljahr 2020/21 sollen rund einwöchige Herbstferien zwischen dem Nationalfeiertag (26. Oktober) und Allerseelen (2. November) eingeführt werden. Österreich wäre damit nicht alleine: In den meisten europäischen Staaten gibt es bereits eine solche Auszeit für Schüler - die Dauer variiert dabei von einigen Tagen bis zu drei Wochen. Rund ein Dutzend Staaten kommt ohne Herbstferien aus.

In der Regel dauern die Herbstferien laut dem Bildungsnetzwerk Eurydice aber eine Woche, etwa in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Rumänien, Serbien, Slowenien, Schweden, Ungarn sowie den drei baltischen Staaten. Länger frei haben die Schüler in Frankreich und Liechtenstein (zwei Wochen). In anderen Staaten dauern die Ferien je nach Region und Schule auch unterschiedlich lange - in Deutschland und der Schweiz etwa je nach Bundesland zwischen einer und sogar drei Wochen, in Schottland je nach Schule zwischen einer und zwei Wochen.

In Tschechien sind wiederum nur zwei Tage frei, in Island zwei bis drei, in Malta und der Slowakei drei Tage und in Finnland zwischen zwei und fünf Tage. Ganz ohne Herbstferien kommen Albanien, Bosnien, Griechenland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Portugal, Spanien und die Türkei aus - zu einem guten Teil also jene südlichen Länder, die besonders lange Sommerferien haben.

Vom Termin her liegt Österreich ebenfalls im europäischen Trend. Die meisten Länder legen "ihre" Herbstferien auf den Zeitraum Ende Oktober bzw. Anfang November. Vereinzelt sind aber auch Termine Anfang bzw. Mitte Oktober (Liechtenstein, Dänemark) an der Tagesordnung. In der Schweiz und Deutschland, wo die Herbstferien je nach Bundesland bzw. Kanton gestaffelt sind, ziehen sich die jeweiligen Termine über einen ganzen Monat (Deutschland: zwischen 1. Oktober und 2. November, Schweiz: 22. September bis 27. Oktober).

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