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Rechtsabbiegen bei Rot:
Pilotprojekt startet 2019

Verkehr - Rechtsabbiegen bei Rot:
Pilotprojekt startet 2019 © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Ab 1. Jänner darf auf drei Linzer Kreuzungen bei Rot abgebogen werden. Das Verkehrsministerium startet dann seinen einjährigen Pilotversuch.

Ziel sei es, "den Verkehr flüssiger zu gestalten", sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Auto-, Moped-, Motorrad- und Radfahrern wird rechtsabbiegen bei roter Ampel erlaubt. Verboten bleibt es für Lkw und Busse.

Für die nun ausgewählten Kreuzungen im Linzer Stadtgebiet wurde von der Technischen Universität Wien, die das Projekt ein Jahr wissenschaftlich begleitet, ein Kriterienkatalog entwickelt. Dieser baut auf Vorschriften und Erkenntnisse aus Deutschland auf, ist aber strenger, betonte der Minister. Im Katalog finden sich gleich elf Ausschlusskriterien. So muss etwa von der Haltelinie aus eine gute Sicht gegeben sein und die Ampeln dürfen über keine Richtungspfeile verfügen. Außerdem darf es weder beidseitig kreuzende Radwege, abgesetzte Radfahrüberfahrten oder Gleise von Schienenfahrzeugen geben. Auf den infrage kommenden Straßen darf maximal 50 km/h gefahren werden und Schulen dürfen nicht in der Nähe sein. Die Kreuzungen müssen außerdem mit akustischen oder anderen Zusatzeinrichtungen für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet sein. Beim Rechtsabbiegen bei Rot handle es sich jedenfalls um eine Kann-Bestimmung, es muss nicht abgebogen werden, sagte Frey.

© APA/Schmitt

Ein Zusatzschild mit einem grünen Pfeil soll die Verkehrsteilnehmer ab Jahresbeginn über die Möglichkeit bei Rot abzubiegen informieren. Die neue Regelung sei jedenfalls "eine herausfordernde Situation für den einzelnen Verkehrsteilnehmer", sagte Frey. Hofer verwies auf "viele Staaten, wo Rechtsabbiegen bei Rot funktioniert". Dazu zählen laut dem Minister unter anderem die USA, Kanada, Australien, Frankreich, Tschechien, Polen und Teile Deutschlands.

Linz "ein sehr gutes Testgebiet"

Die begleitende Studie der TU Wien lässt sich das Verkehrsministerium 99.750 Euro kosten. Die Obergrenze für Direktvergaben liegt bei 100.000 Euro, ab diesem Betrag müssen Projekte ausgeschrieben werden. "Ich wollte, dass die TU den Auftrag bekommt", deshalb sei man knapp unter den 100.000 Euro geblieben, begründete Hofer. Mit diesem Betrag werde man "so viele Daten sammeln und Messungen durchführen wie möglich ", sagte Frey. Der Pilotversuch werde laut Hofer "exakt ausgewertet", unter anderem mit Vorher-Nachher-Gegenüberstellungen. Die TU will Nutzungshäufigkeit, Anhalte-Bereitschaft, Ausweichverhalten sowie potenzielle Konfliktsituationen zwischen den Verkehrsteilnehmern untersuchen.

In der oberösterreichischen Landeshauptstadt gebe es jedenfalls "sehr, sehr viele Staus", sagte Hofer. Linz habe "mehr Arbeitsplätze als Einwohner", dies sei im Verkehr zu spüren, sagte Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ). Die Kreuzungen "repräsentieren ein sehr gutes Testgebiet", sagte Hein. Die ursprünglich auch in Wels vorgesehene Kreuzung ist nicht Teil des Versuchs, weil diese die Kriterien nicht erfüllt, sagte der Minister.

Gleich elf Ausschlusskriterien

Im Katalog finden sich gleich elf Ausschlusskriterien. So muss etwa von der Haltelinie aus eine gute Sicht gegeben sein, die Ampeln dürfen über keine Richtungspfeile verfügen. Außerdem darf es weder beidseitig kreuzende Radwege, abgesetzte Radfahrüberfahrten oder Gleise von Schienenfahrzeugen geben. Auf den infrage kommenden Straßen darf maximal 50 km/h gefahren werden, Schulen dürfen nicht in der Nähe sein.

© APA/Harald Schneider

Ein Zusatzschild mit einem grünen Pfeil soll die Verkehrsteilnehmer ab Jahresbeginn über die Möglichkeit, bei Rot abzubiegen, informieren. Die neue Regelung sei jedenfalls "eine herausfordernde Situation für den einzelnen Verkehrsteilnehmer", sagte Harald Frey vom Institut für Verkehrswissenschaften der TU. Hofer verwies auf "viele Staaten, wo Rechtsabbiegen bei Rot funktioniert". Dazu zählen laut dem Minister unter anderem die USA, Kanada, Australien, Frankreich, Tschechien, Polen und Teile Deutschlands.

Kommentare

Peter Meyer

Das ist wieder einmal typisch Österreich… Was in fast ganz Europa bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, muss bei uns erst neu getestet werden...

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