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Amazon: 7 Dinge, die
die Zukunft bringen wird

Handel - Amazon: 7 Dinge, die
die Zukunft bringen wird © Bild: Shutterstock

Die Gewinne von Online-Händler Amazon schießen durch die Decke. Zuletzt verbuchte man mit 1,6 Milliarden US-Dollar zum vierten Mal in Folge einen Rekordgewinn. Damit das so bleibt, schraubt das Unternehmen fleißig an der Entwicklung bestehender und neuer Dienste. Das sind 7 Dinge, die Amazon für die Zukunft plant.

1. Comeback für das Geschäft von nebenan

Mit dem neuen Service "Counter" will Online-Händler Amazon künftig verstärkt auf Click and Collect setzen, das heißt: Der Kunde bestellt die Ware online und holt sie dann in einem stationären Geschäft ab.

Das Geschäft kann zum einen die Filiale eines Kooperationspartners sein, wie das beispielsweise in Großbritannien schon die Bekleidungskette Next praktiziert. Die Zusammenarbeit mit Amazon kann die Relevanz und Lebendigkeit stationärer Geschäfte sichern.

© iStockPhoto.com Die ersten Amazon-Supermärkte gibt es bereits in den USA.

Zum anderen ist es aber auch so, dass Amazon selbst gerade evaluiert, welche Geschäfte flächendeckend etabliert werden sollen. Bis 2021 sollen angeblich jedenfalls weltweit 3.000 Filialen der kassenlosen Supermärkte "Amazon Go" entstehen. Weiters plant Amazon auch, Bücher- und 4-Sterne-Shops zu eröffnen, in denen Kunden zudem ausgewählte Produkte ausprobieren können.

In den USA hingegen schon verabschiedet hat sich das Unternehmen von Pop-Up-Stores, also zeitlich befristete Mini-Verkaufsflächen in Geschäften von Kooperationspartnern

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2. Blitzschnelle Zustellung

Die Geschwindigkeit der Zustellung hat bei Amazon in den letzten Jahren rasant zugelegt. In ausgewählten Gebiten der USA und Europas ist es mit dem Amazon-Dienst "Prime Now" jetzt schon möglich, bestellte Ware innerhalb von einer Stunde zugestellt zu bekommen.

In Deutschland funktioniert das erst in den Städten Berlin und München, in Österreich gibt es dieses Service noch gar nicht. Mit dem Ausbau der Lager-Infrastruktur ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis die Blitz-Zustellung flächendeckend angeboten werden kann. Die Erweiterung der Zustellmöglichkeiten beschleunigt diesen Prozess zusätzlich (siehe Punkt 4).

© iStockPhoto.com Eine Stunde nach Bestellung schon geliefert: Amazons "Prime Now".

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3. Pack-Roboter statt Personal

Das Ausbeuten der Amazon-Mitarbeiter in den Lagerhallen hat in absehbarer Zukunft ein Ende. Nicht aber etwa, weil das Unternehmen eine moralische 180-Grad-Wende vollzieht; Amazon testet nach Angaben anonymer Mitarbeiter Pack-Roboter, die den Menschen komplett ersetzen sollen.

Ersten Berichten zufolge können die Roboter bis zu 700 Paketen pro Stunde verpacken und wären somit um ein Vielfaches schneller als eine menschliche Alternative. Komplett ersetzt würde der Mensch freilich nicht: Nach wie vor benötigt es einen Arbeiter zum Nachfüllen der Verbrauchsmaterialien sowie einen Techniker, der zur Wartung der Maschinen abrufbereit sein muss.

4. Zustellung mittels Drohnen

Wer gut aufgepasst hat, wird feststellen: Amazon hat sich mit der ursprünglichen Prognose von Drohnen massiv verschätzt. Die Pakete werden noch immer von Menschen ausgeliefert und nicht - wie angenommen - schon von Drohnen.

© iStockPhoto.com Schon bald werden Drohnen die Auslieferung unterstützen.

Fakt ist aber auch, dass Amazon am Plan festhält, Drohnen in seine Infrastruktur einzubinden. Sogenannte "Drone Development Center" des Unternehmens sind auf der ganzen Welt verteilt, darunter übrigens auch eins im Graz, und erforschen die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Ausgewiesenes Ziel bleibt nach wie vor: "Wir planen, Pakete mit Drohnen in 20 Minuten oder weniger zu liefern".

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5. Zeit für Versicherungen

Neuerdings soll Amazon auch in Erwägung ziehen, Versicherungen anzubieten. So soll es in den USA bereits die Möglichkeit geben, Elektronik-Artikel mit einer Versicherungspolizze auf einer unternehmenseigenen Plattform zu ergänzen und somit die Garantie zu verlängern.

Wird dieses Modell von den Kunden gut angenommen, ist nicht auszuschließen, das es weltweit in allen Amazon-Ländern Schule machen könnte.

6. Spielen als Eigenmarke

Mit Twitch besitzt Amazon bereits seit Jahren den wichtigsten Markt und größten Player für Live-Streams von Videospielen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Amazon in naher Zukunft mit Spielen selbst oder möglicherweise sogar mit einer Konsole die Branche aufmischen könnte.

Die Amazon Game Studios gibt es auch schon seit 2012, die Schwerpunkte des Unternehmens legen allerdings nahe, dass eine Marktreife der Produkte noch auf sich warten lässt. Der Fokus richtet sich nämlich auf Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Sprachassistenz, also Themen, die noch in ihren Kinderschuhen stecken.

7. Ausflug zum Mond

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist die Erde nicht genug. Erst kürzlich kündigte der Unternehmer an, sich mit seiner Firma Blue Origin am Wettlauf zum Mond zu beteiligen. Der Mondlander hat vier Beine und soll je nach Modell 3,6 bis 6,5 Tonnen Ausrüstung zum Erdtrabanten transportieren können.

© APA/AFP Amazon-Gründer Jeff Bezos und sein Mondlandefahrzeug "Blue Moon".

Einen Termin für den ersten Start von "Blue Moon" nannte Bezos nicht. Laut Blue Origin könnte das Landegerät jedoch dazu beitragen, das von US-Präsident Donald Trump ausgegebene Ziel zu erreichen, bis zum Jahr 2024 wieder Menschen zum Mond zu bringen. Was wäre in weiterer Folge naheliegender als Flugtickets für den Individualverkehr via Amazon anzubieten?! Diese Zukunftsmusik ertönt von allen Unterfangen aber wohl noch aus der größten Distanz.

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