Gesundheit von

Gratis Aidstest: Wohin Sie
in Österreich gehen können

Gesundheit - Gratis Aidstest: Wohin Sie
in Österreich gehen können © Bild: kaan tanman

Im Grunde ist HIV gar nicht so einfach übertragbar: weder beim Küssen, noch Anhusten, beim Sport oder Benutzen derselben Toilette. Ein hohes HIV-Risiko besteht jedoch beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen. Auch hier atmen die meisten Österreicher auf, weil Drogenkonsum für sie kein Thema ist. Wäre da nicht noch ein anderes Übertragungsrisiko: nämlich Sex.

Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr übertragen. Und das betrifft dann doch einige Menschen in Österreich. Auch wenn die Gefahr der Ansteckung bekannt ist, kann man - durch welche Umstände auch immer - in eine ungewisse Lage geraten. Und dann muss man es einfach wissen. Gerade nach einer Risikosituation ist es wichtig, Klarheit zu haben, dass nichts passiert ist. Ein HIV-Test hilft.

© istock images

Wichtig: Nach Risikosituation 6 Wochen warten

Wer Gewissheit haben will und sich entschieden hat einen HIV-Test zu machen, muss unbedingt die Zeitkomponente bedenken: Das HIV-Virus braucht mitunter bis zu sechs Wochen Zeit, bis es nachweisbar ist. Für eine zuverlässige Aussage des HIV-Selbsttests muss genau diese Zeitspanne verstrichen sein. Tests in professionellen Labors bringen rascher ein Ergebnis.

HIV & Aids: Das sollten Sie wissen

So funktioniert der HIV-Selbsttest

Zur Früherkennung von HIV-Infektionen kann ein HIV-Selbsttest hilfreich sein. Diesen gibt es seit Sommer 2018 rezeptfrei in den österreichischen Apotheken und ist speziell für die Laienanwendung zu Hause konzipiert. Die Kosten dafür betragen rund 30 €. Wie oben bereits erklärt muss der Tester die zeitliche Frist miteinkalkulieren, um seinen HIV-Status korrekt bestimmen zu können. Wichtig: Sollte der HIV-Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigen, muss dieser zusätzlich durch einen Labortest verifiziert werden!

Hier können Sie sich gratis testen lassen

Den HIV-Antikörpertest (Labortest) können Sie bei einem Arzt, in einem Behandlungszentrum der Österreichischen AIDS Gesellschaft (ÖAG) oder der Aids Hilfe machen lassen. Nach der Blutabnahme wird das Ergebnis im Labor ermittelt. Der Verein „Österreichische AIDS-Hilfe“ wurde mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums gegründet und bietet den HIV-Antikörpertest kostenlos an. Interessant: Für Menschen, die häufig HIV-Risikosituationen erleben, könnte die HIV-Prophylaxe PrEP eine gute Schutzmöglichkeit sein.

Die Aidshilfen Österreichs

© Thomas Faull

So läuft der HIV-Antikörpertest ab

Keine Angst, einen HIV-Test machen zu lassen, ist nichts anderes als ein üblicher Arztbesuch, sogar deutlich anonymer. Auf Nachfrage bei der Aidshilfe Wien hat uns ein Mitarbeiter erklärt, wie es vor Ort abläuft.


1. Es ist keine Terminvereinbarung notwendig. Man muss sich also nur an die Öffnungszeiten halten.
2. Wer das Aids Hilfe-Hauses am Mariahilfer Gürtel 4 betritt wird begrüßt und in den ersten Stock geschickt, Dort zieht man eine rote Nummer. Wenn die Nummer am Monitor erscheint, wird man ins Beratungszimmer gerufen.
3. Dort erfolgt die anonyme Datenaufnahme. Statt Vor- und Zuname wird ein selbsterstelltes Kennwort eingetragen. 4. Danach erfolgt die Blutabnahme.
4. Für das komplette Prozedere müsse man circa eine Stunde an Zeit einplanen.
5. Eine Woche nach der Blutabnahme muss man erneut zur Aidshilfe kommen. Dieses Mal zieht man eine blaue Nummer und es dauert insgesamt nur 15 Minuten. gemeinsam mit einem Berater der Aidshilfe werden die Ergebnisse besprochen.

Interessant: Ab 2020 werden bei der Aids Hilfe Wien neben HIV auch andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie virale Hepatitis, Syphilis, Tripper und Chlamydien via Blutabnahme getestet - diese sind allerdings kostenpflichtig.

© APA/UNAIDS

Die Zahlen: HIV und Neudiagnosen in Österreich

In Österreich sind geschätzt 8.000 bis 9.000 Personen HIV-positiv, etwa die Hälfte von ihnen lebt in Wien. Täglich werden ein bis zwei Neudiagnosen gestellt. Allerdings klaffen der Zeitpunkt der Infektion und jener der Diagnose meist weit auseinander: Viele Betroffene erhalten die Diagnose erst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Und: In Westeuropa wird die Dunkelziffer der HIV-Infizierten, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, auf bis zu 25 Prozent geschätzt! Darum gilt: Im Zweifelsfall einfach einen HIV-Test machen!

Warum ein HIV-Test so wichtig ist

Dank moderner Medizin und enormer Behandlungsfortschritte hat sich HIV von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung gewandelt. "Bei rechtzeitiger Behandlung haben Menschen mit HIV eine fast normale Lebenserwartung und können in den Bereichen Arbeit, Sexualität und Familie ein weitgehend normales Leben führen", klärt der Allgemeinmediziner Horst Schalk auf. Wer in HIV-Therapie ist, ist selbst beim ungeschützten Geschlechtsverkehr nicht mehr ansteckend. Dafür muss man sich jedoch rechtzeitig auf HIV testen und behandeln lassen.