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Adipositas: 6 (mögliche)
Ursachen für Übergewicht

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Adipositas ist eine chronische Krankheit und stellt ein enormes Risiko für die Gesundheit dar. Doch was sind die Ursachen für Übergewicht?

Die durchschnittliche Österreicherin ist 1,65 Meter groß und wiegt 64 Kilogramm, hat das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut "Marketagent.com" im Rahmen eines "Der Speck muss weg Reports" Anfang April repräsentativ erhoben. Herr Österreicher bringt bei einer mittleren Körpergröße von 1,79 Meter im Durchschnitt 82 Kilo auf die Waage. Knapp 45 Prozent fühlen sich im Großen und Ganzen mit ihrer Figur wohl, nur jeder Fünfte kann sich damit nicht so recht anfreunden. Hinsichtlich des Körpergewichtes ist das Wohlbefinden etwas niedriger.

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55 Prozent der Bevölkerung gelten nach der BMI-Klassifikation als übergewichtig oder adipös. "Mit dem Gewicht steigt auch die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper", erläuterte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. "Bei Übergewicht sind 41 Prozent, bei Adipositas sogar 70 Prozent der Betroffenen unzufrieden mit dem eigenen Körpergewicht."

Mögliche Ursachen für Adipositas

Adipositas ist eine chronische Krankheit, die einer ärztlichen Behandlung bedarf. Oftmals werden Empfehlungen für eine Gewichtsabnahme ausgesprochen. Ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt, um die Ursachen für die Erkrankung ausfindig zu machen, wird häufig nicht angeboten. Zudem herrscht das Vorurteil, Adipositas sei selbst verschuldet und durch einen Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung ausgelöst. Dabei werden Faktoren, die eine Gewichtszunahme begünstigen oder eine Gewichtsabnahme erschweren können, außer Acht gelassen.

Doch welche Ursachen gibt es, die Adipositas begünstigen? Wissenschaftler aus den Niederlanden und Kanada sind in einer aktuellen Studie möglichen Ursachen auf den Grund gegangen.

  • Genetische Faktoren: Dazu zählen diverse Krankheiten wie beispielsweise das Prader-Willi-Syndrom oder das Bardet-Biedl-Syndrom
  • Schäden am Hypothalamus: Beispielsweise durch Operation oder Strahlenbehandlung
  • Hormonelle Ursachen: Dazu zählt beispielsweise das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndromt) oder das Cushing-Syndrom
  • Medikamente: Einige Medikamente können Adipositas verstärken vor allem Medikamente zur Behandlung von Depressionen, Psychosen und Epilepsie, Blutdruckmedikamente, Insulin oder Kortikosteroide
  • Psychische Krankheiten: Insbesondere Depressionen und die Binge-Eating-Störung
  • Lebensstilfaktoren: Eine zu hohe Nahrungsaufnahme, fehlende Bewegung, Alkoholmissbrauch, nächtliches Essen, wiederholte Diäten, die zu einem Jojo-Effekt führen, schlechte Schlafgewohnheiten, Nachtarbeit, chronischer Stress

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Adipositas führt zu drastisch erhöhtem Krankheitsrisiko

Adipositas stellt ein enormes Risiko für die Gesundheit dar. Eine neue britische Studie mit der Auswertung der Daten von 2,8 Millionen Arztpatienten erbrachte eine bis zu zwölffach höhere Diabetesgefährdung als sie Normalgewichtige haben. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde beim Europäischen Adipositas-Kongress in Glasgow präsentiert.

Für die Studie wurden von den Autoren unter Christiane Haase (Novo Nordisk-Pharmakonzern/Dänemark) die Daten von 2,8 Millionen Patienten analysiert, welche bei Allgemeinmedizinern in Großbritannien zwischen Jänner 2000 und Juli 2018 in Behandlung waren. Das Sample war repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung.

Die Berechnungen wurden bezüglich Normalgewichtigkeit (BMI 18,5 bis 25) , Übergewicht (BMI 25 bis 30) , Adipositas I (BMI 30 bis 35) , Adipositas II (BMI 35 bis 40) und Adipositas III (BMI 40 bis 45) durchgeführt. Schon Fettsucht der KIasse I bedeutete gegenüber Normalgewicht das fünffach höhere Risiko für Typ-2-Diabetes und Schlafapnoe. Das steigerte sich bei Adipositas der Klasse II auf das Acht- bzw. das Zwölffache.

Personen in der höchsten Gewichtsklasse (Adipositas III) zeigten dreifach häufiger chronische Herzschwäche, hohen Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen. Mehr noch: Ihr Sterberisiko war im Vergleich zu Normalgewichtigen um 50 Prozent erhöht.

Dicker Mann
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BMI-Formel - Wie wird der BMI berechnet?

Die BMI-Formel setzt sich zusammen aus dem Körpergewicht (in Kilogramm), dividiert durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat (Körpergröße mal Körpergröße).

BMI = Körpergewicht (kg) / Körpergröße (m)²

Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen (nach WHO, 2008)

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