WM-Finale von

Fußball-WM 2014: Goldjunge Götze

Bayern-Jungstar wurde vom Bankdrücker zum Goldtorschützen im WM-Endspiel

Götze jubelt im WM-Finale © Bild: Jamie McDonald/Getty Images

Deutschlands neuer Nationalheld heißt Mario Götze. Lange Zeit war der Jungstar von Bayern München den hohen Erwartungen bei der Fußball-WM in Brasilien nicht gerecht geworden. Rekordtorschütze Miroslav Klose verdrängte den 22-Jährigen gar aus der Stammformation. Im Finale am Sonntag in Rio de Janeiro schlug aber seine große Stunde.

Mit einem sehenswerten Tor schoss Götze Deutschland zum vierten WM-Titel. Ausgerechnet Götze. Der Offensivspieler, der erst kurz vor Ende der regulären Spielzeit für Klose aufs Feld gekommen war, nahm sich den Ball sehenswert mit der Brust herunter, ehe er Argentiniens Schlussmann Sergio Romero bezwang. Es waren schon immer seine technischen Fähigkeiten, die Götze ausgezeichnet hatten.

Götze schießt das Tor im WM-Finale
© Laurence Griffiths/Getty Images Der entscheidende Moment: Götze trifft

In einer Reihe mit Rahn, Müller und Brehme

Für 37 Mio. Euro war der Edeltechniker im Sommer 2013 in einem viel beachteten Transfer von Borussia Dortmund zum Erzrivalen Bayern München gewechselt. Das elfte Länderspieltor war das wichtigste seiner Karriere. Götze steht nun in einer Reihe mit den Legenden Helmut Rahn, Gerd Müller und Andreas Brehme, die Deutschland 1954, 1974 und 1990 zum WM-Titel geschossen hatten.

Dabei war das Turnier gar nicht das von Götze gewesen. Zu Beginn stand er in der Startformation, im Gruppenspiel gegen Ghana traf er noch zum 1:0. Doch wirklich zu überzeugen vermochte er in der Rolle der "falschen Neun" nicht. Löw vertraute fortan Torjäger Klose. Vor der Einwechslung von Götze redete der Teamchef aber wie wild auf seinen Jungstar ein. Er sollte alles richtig machen.

Götze küsst den WM-Pokal
© Laurence Griffiths/Getty Images Götze: Ein Schuss, ein Kuss

Parallelen zu Bierhoff

Götze erfüllte sich seinen Traum. Die Erfolgsgeschichte im Maracana gleicht ein wenig jener des letzten deutschen Titelhelden Oliver Bierhoff, der 1996 bei der EM in England ebenfalls nicht ins Turnier gefunden hatte und Deutschland schließlich im Finale gegen Tschechien mit seinem Golden Goal zum Triumph schoss. Etwas ungläubig kratzte sich Götze nach seinem Geniestreich und lächelte.

Auch seine erste Saison bei den Bayern war nicht perfekt gelaufen. Dennoch hat Götze nun seinen Platz in der deutschen Fußball-Geschichte. Auf einen vergaß der deutsche Goldtorschütze auch in der Stunde seines größten Triumphes nicht: seinen Dortmund-Nachfolger Marco Reus. Der Offensivspieler hatte sich kurz vor der WM eine Knöchelverletzung zugezogen und fiel für das Turnier aus. Götze präsentierte bei der Siegerehrung dessen Trikot mit der Nummer 21.

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