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Wer ist Bischof
Alois Schwarz?

Kirche - Wer ist Bischof
Alois Schwarz? © Bild: Gilbert Novy / KURIER / picturedesk.com

Schon vor zehn Jahren hatte es heftige Debatten um Schwarz gegeben. Doch wer ist Bischof Alois Schwarz?

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Der langjährige Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, ist im heurigen Frühjahr in seine Heimat St. Pölten zurückgekehrt. Im Zuge dieses Wechsels brachen Spannungen wieder auf, welche in Kärnten schon seit Jahren das innerkirchliche Klima belasteten. Schon vor zehn Jahren hatte es heftige Debatten um Schwarz gegeben, dem nachgesagt wurde, sich auf die falschen Berater zu verlassen.

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Alois Schwarz kam am 14. Juni 1952 in Hollenthon in der Buckligen Welt in Niederösterreich als Sohn des Landwirts Alois Schwarz und seiner Frau Ernestine zur Welt. Der Bauernbub besuchte das humanistische Gymnasium Sachsenbrunn der Erzdiözese Wien in Kirchberg am Wechsel mit angeschlossenem Internat. Er maturierte 1970, trat ins Wiener Priesterseminar ein und studierte katholische Theologie in Wien. Am 29. Juni 1976 wurde er zum Priester geweiht, 1981 promovierte er zum Doktor der Theologie.

Andrea Enzinger

Seine priesterliche Tätigkeit begann im niederösterreichischen Krumbach, wo er von 1983 bis 1992 Pfarrer war. Im September 1987 übernahm er die Leitung des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien. Im Dezember 1996 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Wien ernannt, im Februar 1997 weihte ihn Kardinal Christoph Schönborn zum Bischof. Im August des gleichen Jahres wurde Schwarz Bischofsvikar für das Vikariat unter dem Wienerwald.

Am 22. Mai 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt und am 23. Juni offiziell in dieses Amt eingeführt. Er folgte Bischof Egon Kapellari nach, der Diözesanbischof in der Steiermark wurde. Schwarz machte sich in Kärnten durch seinen offenen Umgang mit den Menschen durchaus beliebt, seine seelsorgerischen Qualitäten wurden auch von seinen Kritikern stets betont. Allerdings gab es schon bald Gerüchte, dass sich Schwarz zu sehr auf den Rat einiger weniger Personen verlassen würde. Die Tatsache, dass mit Andrea Enzinger eine Vertraute des Bischofs im Diözesanhaus ein und aus ging, sorgte nicht nur kirchenintern für Spekulationen. Die Rede war von umstrittenen Personalentscheidungen, schlechter Kommunikation und generell einem Klima des Misstrauens.

Affären, Macht, Intrigen

Dazu kamen personelle Aderlässe, nach dem Chauffeur und Zeremonienmeister des Bischofs, der Ende 2006 das Handtuch warf, kündigte im April 2008 der bischöfliche Sekretär nach 26 Dienstjahren. Seine Begründung: Die Probleme seien zu schwerwiegend. Nur einen Monat später wurde Generalvikar Gerhard Kalidz völlig überraschend abgelöst und als Pfarrer nach Gurk versetzt. Bereits damals gab es Gerüchte, dass Andrea Enzinger hinter dieser Entscheidung stecken würde. Der Wirbel war so groß, dass der Salzburger Metropolit, damals Bischof Maximilian Kothgasser, in Kärnten nach dem Rechten sehen musste. Schwarz holte den jetzigen Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger als Generalvikar und saß die Krise aus.

© APA/HANS PUNZ

In den vergangenen Jahren verdichteten sich die Gerüchte, dass der Bischof zunehmend abhängig von seiner Beraterin sei. Schließlich machte er sie zur Leiterin des Bildungshauses St. Georgen, das zum Bistum Gurk, dem bischöflichen Mensalgut, gehört. Er änderte die Statuten des Bistums und entmachtete den Wirtschaftsbeirat. Im April dieses Jahres tauchte dann plötzlich ein ehemaliger Geheimdienstchef am Bischofssitz auf. Von Schwarz engagiert, um nach Schwachstellen in der Diözese zu suchen, wie er sagte.

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Nur einen Monat später, am 17. Mai 2018, ernannte Papst Franziskus Schwarz zum Bischof von St. Pölten, am 1. Juli trat er dieses Amt an. Der für die Sedisvakanz in Klagenfurt gewählte Diözesanadministrator Guggenberger begann umgehend, Entscheidungen rückgängig zu machen und die Ära Schwarz auch wirtschaftlich aufzuarbeiten. Die Auseinandersetzung gipfelte in einer Weisung aus Rom, welche die Veröffentlichung des Prüfberichts verbot und der Entscheidung des Kärntner Domkapitels, die Ergebnisse trotzdem publik zu machen.

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