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Lkw-Maut brachte in 10 Jahren
9,8 Mrd. Euro für Autobahnausbau

2018 könnte Mautsystem modernisiert werden

Asfinag - Lkw-Maut brachte in 10 Jahren
9,8 Mrd. Euro für Autobahnausbau © Bild: Patrick Pleul / dpa

Am 1. Jänner 2004 ist bundesweit die Maut für Lkw und Busse über 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht auf Autobahnen und Schnellstraßen gestartet. Seither hat sie 9,8 Mrd. Euro für die Asfinag gebracht, die damit das hochrangige Straßennetz ausgebaut, saniert, erweitert und sicherer gemacht hat.

Sieben Jahre zuvor war bereits die Vignette für Pkw eingeführt wurden, womit die Asfinag von einer Steuerzahler- zu einer Nutzerfinanzierten Staatsholding wurde. 2018 könnte eine Modernisierung des Systems anstehen. Asfinag-Chef Klaus Schierhackl warnt in diesem Zusammenhang vor technologischen Experimenten, denn ein Mautsystem sei "ein Werkzeug und kein Spielzeug".

Ob es dann auch zu einer kilometerabhängigen Pkw-Maut und einer Ausdehnung der Lkw-Maut kommen soll, sei Entscheidung der Politik. Schierhackl und sein Co-Vorstand Alois Schedl outeten sich aber einmal mehr als Vignetten-Fan. Sollte die Pkw-Maut nach Fahrleistung abgerechnet werden erwartet Schierhackl viel Ausweichverkehr auf Landstraßen, was weder im Sinne der Verkehrssicherheit noch der Anrainer wäre.

Im Regierungsprogramm der SPÖ-ÖVP-Koalition ist jedenfalls kein Paradigmenwechsel vorgesehen. Die im Programm festgelegten Infrastrukturmaßnahmen begrüßte Schierhackl, es stehe das drinnen "was wir auch gewollt hätten". Wolle die Regierung Änderungen bei der Bemautung dann müsse sie das drei Jahre vorher sagen, denn solange dauere die Umstellungszeit.

Künftiges Mautsystem soll "roamingfähig" sein

Wird das Mautsystem modernisiert dann soll es europaweit kompatibel sein. Das derzeitige Mikrowellensystem der Asfinag funktioniert auch für deutsche und schweizer Frächter. Technologisch gehe es in Richtung GPS-Technik, wie sie die Deutschen für die Lkw-Bemautung einsetzen, so Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl. Derzeit sei diese Technik im Vergleich zu aktuellen Mikrowellentechnik noch zu teuer.

Ein Vorteil der GPS-Technnologie ist die Ortsunabhängigkeit. Es könnten damit also auch Landstraßen bemautet werden.

Von zentraler Bedeutung sei, dass das System stabil funktioniere und Mautpreller effektiv erkennt. Das sei beim derzeitigen System hervorragend gegeben, betonte Schierhackl. Idealerweise sollte das künftige Mautmodell im Ausland so einfach funktionieren wie ein Handy - die "Go-Box" im Lkw zur Mautabrechnung sollte sich automatisch ins Mautsystem des jeweiligen Landes einwählen. "Roaminggewinne wollen wir aber keine", erteilte Schierhackl Zusatzkosten für die Frächter eine Absage.

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