Du bist nicht allein von

#Metoo: Tausende Frauen
machen ihr Schicksal öffentlich

Unter dem Hashtag melden sich Opfer sexueller Gewalt zu Wort

#metoo © Bild: News

Vor dem Hintergrund der Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein machen derzeit unter dem Hashtag #metoo auf Twitter, Facebook und Instagram Frauen gegen sexuelle Übergriffe mobil. Tausende Frauen weltweit reagierten damit auf den Aufruf der US-Schauspielerin Alyssa Milano und machten damit öffentlich, bereits auch Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein.

Die „Charmed“-Darstellerin Alyssa Milano hatte am Sonntag auf Twitter geschrieben: "Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte 'Ich auch' auf diesen Tweet". Mehr als 30.000 Menschen antworteten ihr allein an diesem Tag, #MeToo war am Sonntag der am häufigsten verwendete Hashtag, inzwischen kamen tausende weitere Stimmen dazu.

Die Aktion erinnert an den kollektiven #aufschrei im deutschsprachigen Raum im Jahr 2013. Die Journalistin Laura Himmelreich machte damals unter diesem Schlagwort auf eine übergriffige Begegnung mit dem FDP-Politiker Rainer Brüderle aufmerksam. Die Tweets lösten eine Debatte über Sexismus aus, in der zahlreiche Frauen Bemerkungen und Übergriffe in ihrem täglichen Leben schilderten.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der einst einflussreiche US-Filmproduzent Harvey Weinstein offenbar seit Jahren Frauen sexuell belästigte. Mehrere Frauen erhoben zudem Vergewaltigungsvorwürfe. Milano, die vor allem durch ihre Rollen in den Serien "Wer ist hier der Boss?" und "Charmed" bekannt ist, war nicht unter ihnen.

Niemand wollte zuhören

Eine Nutzerin antwortete der Schauspielerin: "Ich auch. Ich hab darüber gesprochen. Was hab ich gelernt. Dass niemand, absolut niemand, mir zuhören wollte, geschweige denn helfen." Das große Echo auf Milanos Aufruf machte deutlich, dass neben Prominenten auch viele andere Frauen sexuelle Belästigung erleben.

Auch Männer drücken Mitgefühl aus

Parallel startete die französische Journalistin Sandra Muller einen ähnlichen Aufruf: Unter dem Schlagwort #balancetonporc (etwa: Entlarve das Schwein) berichteten Frauen über Erfahrungen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder auf der Straße. Viele Frauen schienen ihre Erlebnisse auf Twitter erstmals zu teilen, oft war die Offenbarung mit Scham verbunden. Auch Männer meldeten sich zu Wort und drückten ihr Mitgefühl mit den Frauen aus.

Vor allem die Antworten auf Milanos Aufruf nahmen Bezug auf den Skandal rund um Hollywood-Produzent Weinstein. Insgesamt haben sich mehr als zwei Dutzend Frauen mit Vorwürfen gegen Weinstein zu Wort gemeldet, unter ihnen Stars wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Manche Tweets thematisierten aber auch US-Präsident Donald Trump, dem ebenfalls sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde.