Gruppe A von

Fußball-WM 2014: Brasilien schlägt
Kamerun und ist Gruppensieger

"Selecao" fertigt Afrikaner mit 4:1 ab - Superstar Neymar glänzt mit Doppelpack

Neymar jubelt gegen Kamerun © Bild: Stu Forster/Getty Images

Gastgeber Brasilien hat sich am Montag bei der Fußball-WM fürs Achtelfinale qualifiziert. Die "Selecao" gewann in Brasilia gegen Kamerun dank Treffer von Neymar (17., 35.), Fred (49.) und Fernandinho (85.) bzw. Matip (26.) mit 4:1 (2:1) und beendete die Gruppe A damit auf Platz eins. In der Runde der letzten 16 trifft Brasilien nun am Samstag auf Chile.

Trotz des klaren Resultats wussten die Brasilianer nicht wirklich zu überzeugen - letztlich hatten sie vor allem ihrem großen Star Neymar zu verdanken, dass die Partie gegen die bereits zuvor ausgeschiedenen Afrikaner nicht zu einem Zitterspiel wurde. Der Barca-Stürmer war von der Kamerun-Defensive nicht in den Griff zu bekommen.

Neymar im Spiel Kamerun gegen Brasilien
© Stu Forster/Getty Images Neymar war nicht zu halten

Die Brasilianer begannen dermaßen druckvoll, dass alles andere als ein Kantersieg zunächst undenkbar schien. Mit viel Druck wurde das Tor der Kameruner berannt, die beste Chance vergab Paulinho in der 3. Minute aus kurzer Distanz. Ausgerechnet als die erste Angriffswelle abzuebben schien, schlug Neymar zum ersten Mal zu: Der 22-Jährige vollendete eine Hereingabe von Luiz Gustavo mit sehenswerter Schusstechnik zum 100. Tor dieser WM. Drei Minuten später hatte Kameruns Goalie Charles Itandje bei einem Volley von Neymar große Probleme.

Führung als Hemmschuh

Danach aber wirkte der Rekordmeister von der Führung eher gehemmt als beflügelt. Die Folge: Zunächst landete ein Kopfball von Matip in der 26. Minute an der Latte, wenige Sekunden später stellte der Schalke-Legionär aus kurzer Distanz auf 1:1. Die mustergültige Vorarbeit hatte Allan Nyom geleistet, der Dani Alves schlecht aussehen ließ.

Matip im Spiel Brasilien gegen Kamerun
© Phil Walter/Getty Images Matip sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich

In dieser Phase wackelte Brasilien - plötzlich stand gegen die in den ersten Spielen arg gebeutelten Kameruner sogar eine Niederlage und damit ein vorzeitiger Turnier-Abschied im Raum. Die Rettung kam aber wieder einmal in Person von Neymar. Der Stürmer zog nach Marcelo-Vorarbeit auf und davon, überraschte Itandje mit einem Schuss ins kurze Eck (35.) und führt nun mit vier Treffern die Torschützenliste an.

Fred sorgte für Vorentscheidung

Halbwegs Sicherheit kehrte ins brasilianische Spiel aber erst ab der 49. Minute ein - da erhöhte Fred nach Flanke von David Luiz per Kopf aus kurzer Distanz auf 3:1, und damit war die Gegenwehr Kameruns weitgehend gebrochen. Das Spiel tröpfelte nur noch dahin, ehe der eingewechselte Fernandinho in der 85. Minute für den Endstand sorgte. 14 Minuten davor hatte sich Coach Felipe Scolari den Luxus erlaubt, den leicht angeschlagenen Neymar vom Platz zu holen und fürs Achtelfinale zu schonen.

Für die "Selecao" ist am Samstag gegen Chile ein topfitter Stürmerstar unverzichtbar, denn seine Kollegen präsentierten sich alles andere als in Bestform, und das gegen eine der schwächsten Mannschaften des Turniers, die ohne den verletzten Samuel Eto'o, den gesperrten Alexandre Song und den wegen eines Kopfstoßes gegen Teamkollegen Benjamin Moukandjo suspendierten Benoit Assou-Ekotto angetreten war. Die Negativserie der Afrikaner fand ihre Fortsetzung - sie kassierten bereits die siebente WM-Niederlage in Folge.

Reaktionen

Neymar (Brasilien/Doppeltorschütze, Man of the Match) : "Ich habe mich in der Pflicht gefühlt, die Mannschaft weiter zu bringen. Deshalb habe ich in der schwierigen Startphase die Verantwortung übernommen. Wir haben sehr gut gespielt, das war unsere beste Leistung bisher. Das gibt uns Selbstvertrauen."

Fernandinho (Mittelfeldspieler Brasilien) : "Ich sehr glücklich. Wir haben vier Tore geschossen und sind Gruppensieger. Das bringt Lust auf mehr. Wir haben zum deutlichen Sieg gefunden, weil wir unsere Einstellung geändert haben."

Volker Finke (Teamchef Kamerun) : "Ich sage den Leuten in Kamerun, dass es gegen uns gelaufen ist. Uns fehlte die Konzentration. Deshalb haben wir verloren."

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