Gruppe A von

WM 2014: Team-Check Brasilien

Fünffacher Weltmeister, Gastgeber, Star-Ensemble. Oder einfach nur der große Favorit.

Brasilien beim Mannschaftsfoto © Bild: ALEXANDER JOE/AFP/Getty Images

Die Uhr tickt. In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Den Start macht stilecht Brasilien, Gastgeber und Top-Favorit.

THEMEN:

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

BRASILIEN

Steckbrief

Verband: Confederacao Brasileira de Futebol
WM-Teilnahmen: 19, zuletzt 2010
Erfolge: Weltmeister 1958, 1962, 1970, 1994, 2002
Teamchef: Luiz Felipe Scolari

Die Qualifikation

Als Veranstalter war Brasilien logischerweise automatisch qualifiziert, als einziger der 32 Teilnehmer. Das dies nicht unbedingt ein Vorteil ist, leuchtet aufgrund fehlender Drucksituationen ein. Obwohl, wann spielt eine brasilianische Auswahl schon einmal ohne Druck? Leidvoll zu spüren bekam dies Mano Menezes. Der Ex-Teamchef und Vorgänger von Scolari musste Ende 2012 den Hut nehmen, da ihm nach der Blamage bei der Copa America 2011 und weiteren enttäuschenden Auftritten in Folge der Titelgewinn 2014 nicht mehr zugetraut wurde. Unter dem Erfolgscoach von 2002 wurde die Brust unter den traditionellen gelben Dressen wieder gestärkt, die ersehnten Siege eingefahren und beim Confederations Cup im Vorjahr auch schon ein Titel bei der Generalprobe gewonnen.

Der Superstar

Neymar mit dem Goldenen Ball beim Confed-Cup
© Laurence Griffiths/Getty Images Neymar schultert die Hoffnungen einer ganzen Nation

Der Kader der "Canarinha" strotzt traditionell vor großen Namen und doch ist ein Spieler besonders hervorzuheben. Neymar Jr. trägt die Nummer 10 des großen Pele und soll mit dem WM-Triumph im eigenen Land in dessen Fußstapfen treten. Seit Jahren als Hoffnungsträger des brasilianischen Fußballs angepriesen, wagte der heute 22-Jährige vergangenen Sommer den Sprung nach Europa und musste im Dress des FC Barcelona gleich einmal Lehrgeld bezahlen. Hoffnungsvolle Ansätze wechselten sich mit blassen Leistungen ab, statt als spielentscheidender Akteur glänzte das Leichtgewicht oftmals als "Schwalbenkönig" oder "Show-Fußballer", um nur zwei seiner unrühmlichen Spitznamen zu nennen. Vielleicht war dieses erste Jahr im Europa der harten Verteidiger und gewieften Taktiker aber genau das notwendige Übel, das dem Stürmer (30 Tore in 47 Spielen mit dem Nationalteam) die Fähigkeiten verleiht, dem immensen Druck im Juni und Juli standzuhalten.

Der Kader

PositionNameTeam
TorJeffersonBotafogo
-Julio CesarToronto FC
-VictorAtletico Mineiro
AbwehrDani AlvesFC Barcelona
-DanteFC Bayern München
-David LuizChelsea
-HenriqueSSC Napoli
-MaiconAS Roma
-MaxwellParis St. Germain
-MarceloReal Madrid
-Thiago SilvaParis St. Germain
MittelfeldFernandinhoManchester City
-HernanesInter Mailand
-Luiz GustavoVfL Wolfsburg
-OscarChelsea
-PaulinhoTottenham
-RamiresChelsea
-WillianChelsea
AngriffBernardShakhtar Donetsk
-FredFluminense
-HulkZenit St. Petersburg
-JoAtletico Mineiro
-NeymarFC Barcelona

Die bei Atletico Madrid äußerst erfolgreichen Verteidiger Miranda und Felipe Luis wurden ebenso nicht berücksichtigt wie das Altstar-Trio Ronaldinho, Kaka und Robinho. Auch die PSG-Jungstars Marquinhos und Lucas Moura sowie Liverpool-Stratege Coutinho fehlen im Aufgebot.

Vergessene Legenden

Bebeto mit Kindern
© YASUYOSHI CHIBA/AFP/Getty Images

In dieser Kategorie widmen wir uns vergangenen Größen, die man in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren hat. Bei Ex-Stürmerstar Bebeto ist dies der Fall, obwohl er wie sein kongenialer Sturmpartner bei der WM 1994, Romario, in die Politik gewechselt ist. Während es allerdings der einstige Barcelona-Star durch regelmäßige Kritik am brasilianischen Verband und seinen Funktionären in die Gazetten dieser Welt schafft, agiert Jose Roberto Gama de Oliveira, so Bebetos voller Name, im Hintergrund. Neben seiner Funktion für die Demokratische Arbeiterpartei ist der Kurzzeit-Trainer (America Football Club) auch im Organisations-Komitee der WM. In Brasilien wird er also mit höchster Wahrscheinlichkeit des öfteren zu sehen sein.

Die Chancen

Der Kader ist auf nahezu allen Positionen hochwertig, der Teamchef erfahren und der Heimvorteil nicht zu unterschätzen. Nicht nur aufgrund dieser drei Punkte liegt Brasilien bei den Buchmachern ganz klar vorne. Die "Selecao" hat sich den 6. WM-Triumph groß auf ihre Fahnen geschrieben, alles andere wäre eine nationale Enttäuschung. Der Gastgeber wird - getragen von den fanatischen Fans - die Mannschaft sein, die es auf dem Weg zum Titel zu bezwingen gilt.

NEWS.AT-Tipp

Brasilien wird Weltmeister, vorausgesetzt die erste Hürde im Achtelfinale (Spanien, Niederlande oder Chile) wird gemeistert.

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