Wissenschaft von

Warum LSD plötzlich
wieder in aller Munde ist

Wissenschaft - Warum LSD plötzlich
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Der Pharmaforscher Albert Hofmann synthetisierte erstmals das Halluzinogen LSD, 1943 bekam er dessen "wunderbare" Wirkung zufällig selbst zu spüren und entdeckte damit zufällig die Droge LSD. Im April 2018 wurde die Wunderdroge LSD 75 Jahre alt. Die in Verruf geratene Substanz, feiert nun ihr Comeback in der Wissenschaft.

LSD kam zunächst als Medikament auf den Markt, später entdeckte die Hippie-Bewegung das Mittel für sich.Wegen falscher Dosierung erlebten Menschen immer öfter Horrortrips. Auch Verbrechen und Suizide wurden im LSD-Rausch begangen. Ende der 1960er-Jahre wurde die Droge in den USA und schließlich weltweit verboten.

Microdosing von LSD wird jetzt erforscht

Doch nun feiert die Erforschung der Wirkungen von LSD ein Comeback. Das sogenannte Microdosing ist seit einiger Zeit populär. Eine Studie will jetzt erstmals herausfinden, ob Kleinstmengen an LSD tatsächlich einen Effekt haben. Und das ist eine absolute Neuheit. Denn eine Studie, die wissenschaftlichen Kriterien genügt, gab es bisher noch nicht.

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Mehr Konzentration durch kleine Mengen LSD?

Forscher der britischen Beckley-Foundation haben dafür Probanden gesucht, die bereits Microdosing-Erfahrung haben. Sie bekommen ab kommender Woche einen Monat lang entweder tatsächlich kleine Mengen LSD oder Placebos. Anschließend werden verschiedene kognitive Tests gemacht - erst am Ende werden die Testpersonen wissen, ob sie tatsächlich wegen LSD konzentrierter waren oder nur, weil sie dachten, den Stoff konsumiert zu haben.

Wirkung und medizinische Anwendung

Die Wirkungen von LSD sind vielfältig, unter anderem verändern sie Wahrnehmung, Zeitempfinden und emotionales Erleben. Seit einiger Zeit wächst jedoch das akademische Interesse an den Möglichkeiten von LSD, unter anderem bei der Behandlung von Depressionen.

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Amanda Feilding, Direktorin der Beckley-Stiftung, die auf Drogenpolitikberatung spezialisiert ist und auch dieses Projekt unterstützt, stellt in einem Bericht des "Guardian" klar, dass man mit der Studie Menschen nicht zum Mikrodosieren ermutigen möchte. Aber es sei jedenfalls sehr interessant, Daten zu diesem Thema auf etwas wissenschaftlichere Art zu sammeln, als es die Leute bis jetzt getan .