Regierungsflieger von

Kommunikationssystem von
Merkel-Airbus ausgefallen

Lob für die Crew

An Bord des nach Köln umgekehrten Regierungsflugzeugs von Kanzlerin Angela Merkel ist nach Informationen des "Spiegels" das komplette Kommunikationssystem mit dem Boden ausgefallen.

Ein solcher Komplettausfall der Kommunikationsanlage, die durch mehrere Ersatzsysteme abgesichert sei, gilt dem Nachrichtenmagazin zufolge in der Luftfahrt als gefährlicher Notfall. Deswegen hätten sich die Piloten sofort entschlossen, den Flug zum G-20-Gipfel in Argentinien abzubrechen.

Brenzlige Situation

© APA/AFP/dpa/Joerg BLANK

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen weite Teile eines für den Flugbetrieb dringend benötigten Elektroniksystems ausgefallen sein. Über dem Atlantik sei Kerosin abgelassen worden, um das Gewicht des für den Transatlantikfluges vollgetankten Airbus zu verringern. Es sei teilweise die Frage gewesen, ob überhaupt eine Landung möglich sei.

Satellitentelefon rettete die Besatzung

Der "Spiegel" schreibt, nur mit dem Satellitentelefon an Bord sei es der Crew gelungen, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen in Köln-Bonn zu planen. Die Situation soll nach "Spiegel"-Informationen so brenzlig gewesen sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schon nach dem Komplett-Ausfall der Funkanlage informiert wurde.

Details müssen noch geklärt werden

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich in der Nacht nicht näher zu dem Defekt äußern. Er bitte um Verständnis, aber zu technischen Details und zur Fehleranalyse müssten sich die Flugbereitschaft und das Verteidigungsministerium äußern.

»Ich habe eine sehr, sehr exzellente Crew gehabt«


Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bestätigt, dass es sich bei dem technischen Defekt an ihrem Regierungsflugzeug um ein größeres Problem gehandelt hat. Nach den Ereignissen könne sie sagen: "Es war eine ernsthafte Störung", sagte Merkel am frühen Freitagmorgen in Bonn, wo sie nach dem Abbruch der Reise zum G-20-Gipfel nach Buenos Aires die Nacht verbrachte.

Lob von Merkel


Ausgesprochen lobend äußerte sie sich über den Flugkapitän und die Mannschaft an Bord ihres Flugzeugs: Sie habe "eine sehr, sehr exzellente Crew gehabt". Das Kommando habe "der erfahrenste Kapitän der Flugbereitschaft" gehabt.

Es gab bereits mehrere Vorfälle


Es ist nicht der erste derartige Vorfall mit einem deutschen Regierungsflieger in jüngerer Zeit: Scholz wurde nun binnen sechs Wochen zum zweiten Mal Opfer eines Defekts mit dem Langstreckenairbus, von denen die Flugbereitschaft nur zwei hat. Jüngst war es auch bei der Afrika-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Verzögerungen wegen eines technischen Defekts an seiner Maschine gekommen.

Krimineller Hintergrund wird geprüft

Die deutsche Regierung wird einem Zeitungsbericht zufolge einen möglichen kriminellen Hintergrund des Zwischenfalls prüfen. Die durch eine elektronische Störung in dem Airbus vom Typ A340-300 ausgelöste Landung in Köln/Bonn werde kriminalistisch aufgearbeitet.

Das berichtet die "Rheinische Post" am Freitag online unter Berufung auf Sicherheitskreise. In Regierungskreisen hieß es demnach, nach einem solchen Vorfall werde in "alle Richtungen" ermittelt

Verteilerbox-Ausfall Grund für Panne

Der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox hat nach Angaben der Luftwaffe die Panne des Regierungs-Airbus auf dem Weg zum G-20-Gipfel in Argentinien ausgelöst. "Die Verteilerbox war die Ursache", sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Freitag. An der Box hingen mehrere Systeme, darunter die Funkanlage und die Anlage, über die Sprit abgelassen werden könne.

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