Notfall von

Gasflasche drohte
in Wien zu explodieren

Eine Gasflasche hat Donnerstagfrüh auf einer Baustelle in Wien-Penzing zu brennen begonnen. Weil sie drohte, zu explodieren, wurden aus zwei angrenzenden Bürogebäuden hunderte Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Gegen 11.30 Uhr wurde die Acetylengasflasche von einem Cobra-Beamten aufgeschossen. Damit war die Gefahr gebannt, die Gebäude wurden wieder freigegeben.

Die Einsatzkräfte waren um 8.00 Uhr zu dem Firmenareal in der Linzer Straße gerufen worden. Dort wird derzeit ein sechsstöckiges Bürogebäude errichtet. Die Flasche - rund 1,5 Meter lang (rpt. 1,5 Meter) - befand sich auf einer Palette auf der Baustelle in einer Tiefgarage. Sie wurde zum Brennschneiden verwendet und hatte im Bereich der Armaturen zu brennen begonnen. "Ich war gerade draußen Werkzeug holen. Als ich zurückging, kamen mir bereits rund 15 Leute entgegen und sagten, es tritt Gas aus", schilderte Betonschneider Patrick Grossmann. Laut dem Bauarbeiter waren rund 50 Personen auf der Baustelle tätig. "Binnen weniger Minuten waren alle draußen", berichtete er. Panik hätte es keine gegeben.

Angrenzende Gebäude evakuiert

Auch die angrenzenden Bürogebäude, in denen bis zu 700 Personen arbeiten, wurden evakuiert, die Mitarbeiter großteils nach Hause geschickt. Der Verkehr auf der Linzer Straße war nicht betroffen.

Feuerwehrkräfte kühlten die Flasche aus einigen Metern Entfernung mit Wasser. "Wir lassen die Flamme brennen, damit nicht unkontrolliert Gas ausströmt", schilderte Feuerwehrsprecher Christian Feiler. Wie viel Gas in der Flasche war, war zunächst unklar. Als sie so weit ausgebrannt war, dass sie transportfähig war, brachten Einsatzkräfte sie ins Freie. "Auch während des Tragens wurde sie weiterhin gekühlt", sagte Feiler. Die Flasche wurde schließlich draußen vor eine Betonmauer gestellt und der Bahnverkehr auf den angrenzenden Gleisen eingestellt.

Von der Cobra aufgeschossen

Ein Präzisionsschütze der Spezialeinheit Cobra schoss sie mit acht Schüssen auf. Dabei wurde Leuchtspurmunition verwendet. Das Projektil enthält dabei einen pyrotechnischen Satz, der sich beim Abfeuern entzündet. "Die Flasche ist dann wie eine Fackel ausgebrannt", schilderte Feiler.

Die Feuerwehr war mit zehn Fahrzeugen und 40 Mann im Einsatz. Auch ein Teil des Katastrophenzugs der Wiener Berufsrettung war am Donnerstagvormittag an Ort und Stelle. Um etwa 12.00 Uhr wurden die Bürogebäude wieder freigegeben und der Einsatz beendet.

Ursache für Gasexplosion in Wien-Meidling ermittelt

Das Wiener Landeskriminalamt hat die Ursache einer heftigen Gasexplosion herausgefunden, durch die am vergangenen Sonntag in Meidling wie durch ein Wunder niemand verletzt worden war. Mieter und Vermieter hatten einen Gaskonvektor unsachgemäß demontiert, indem sie kurzerhand das Rohr samt Absperrventil bündig mit der Wand kappten, gab die Polizei am Freitag bekannt.

In der Nacht auf den 10. März war es dann in der Wohnung in der Ratschkygasse zur Gasexplosion gekommen. Aufgrund des hohen Drucks wurden Fenster, teilweise samt Rahmen, sowohl in den Innenhof, als auch auf die Straße geschleudert worden. Dadurch wurden sowohl ein gegenüberliegendes Haus, als auch parkende Autos beschädigt. Die fünfköpfige afghanische Familie, der 29-jährige Vater, die Mutter (22), die eineinhalb und dreijährigen Söhne sowie die sechsjährige Tochter, die im gemeinsamen Schlafzimmer schlief, kam jedoch wundersamerweise mit dem Schreck davon.

Wie die zentrale Brandgruppe nun herausfand, hatten der 29-Jährige sowie der Vermieter (42) eine weiße Masse im abgeschnittenen Rohr für Dichtmasse gehalten und sich in Sicherheit gewähnt. Diese stammte jedoch von einer früheren Reparatur und das flüssige Dichtmittel tropfte heraus, wodurch das Gas ungehindert austreten konnte. Ein Kühlschrankfunke oder die Stützflamme eines anderen Gasgeräts löste dann die nächtliche Detonation aus. Es erfolgte eine Anzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung.

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