Wien von

Mehrere "betreiberlose"
Sexstudios geschlossen

Bordell © Bild: APA/DPA/Roessler

In Wien gibt es 20 an sich behördlich genehmigte Rotlichtlokale, die ohne offiziellen Betreiber ihre Geschäfte laufen lassen. Bei einer Razzia an zehn Standorten sind am Donnerstag fünf solcher Sexstudios umgehend geschlossen worden, drei weitere will die Polizei noch per Bescheid zusperren zu lassen.

Ohne Chef "übernimmt niemand Anzeigen, niemand muss Strafe oder Steuern zahlen", umriss Wolfgang Langer, Leiter des Referats für Prostitutionsangelegenheiten der Landespolizeidirektion, das Problem. Hier werde ein Schlupfloch im Wiener Prostitutionsgesetz von 2011 ausgenützt: Bei der Genehmigung gab es noch einen Betreiber, irgendwann meldet dieser sich ab und niemand folgt nach. Die Geschäfte laufen aber weiter. Angewendet werde diese Masche vornehmlich für kleinere Sexstudios mit ein, zwei Stundenzimmern.

Verschärfte Kontrollen geplant

Die Polizei will solchen Machenschaften jetzt über verschärfte Kontrollen beikommen: An fünf Standorten wurden so gravierende technische oder auch Hygienemängel festgestellt, dass sie umgehend polizeilich geschlossen wurden. Drei weiteren Lokalen ohne solche Mängel soll am Behördenweg beigekommen werden. Die Untersagungsbescheide der LPD werden wohl an den Eigentümer oder Vermieter der jeweiligen Liegenschaft gehen, dann wird man weitersehen. "Es ist recht mühsam", meinte Langer.

Bei den zwei übrigen Studios habe es Anzeichen gegeben, dass in absehbarer Zeit doch noch ein neuer Betreiber komme könnte. Einige der kontrollierten Bordelle hätten aber schon jahrelang ohne "Chef" aufgesperrt.

Interieur teils völlig heruntergekommen

Dementsprechend war es um das Interieur bestellt, schilderte der Referatsleiter. Beanstandet wurden eine völlig vermüllte bzw. eine verschimmelte Duschgelegenheit, abmontierte Rauchmelder, mit Gerümpel verstellte Fluchtwege und nicht schließende Brandschutztüren. Bezüglich der Prostituierten, die vor allem aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien stammen, habe es hingegen keinerlei Beanstandungen gegeben.

Mit der Razzia ist das Thema nicht erledigt: "Alle betreffenden Lokale werden intensiv kontrolliert und gegebenenfalls zugesperrt", kündigte Langer an.

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