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Wird es immer wärmer?

Wie sich die Temperaturen in Österreich im Laufe der Jahre gewandelt haben

Stadt, Klimawandel © Bild: Istockphoto.com/leolintang

Hitzewellen sind mittlerweile in Österreich nichts Ungewöhnliches mehr, 35 Grad im Sommer fast schon Normalzustand. Aber wird es wirklich immer wärmer?

2015 war das global wärmste Jahr seit Messbeginn im Jahre 1880 und in Österreich das zweitwärmste Jahr der 250-jährigen Messgeschichte - mit Temperaturen, die laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) um 1,5 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel lagen. 2016 fiel im Vergleich dazu schon wieder kühler aus, brachte es allerdings immerhin auf das viertwärmste Jahr der Messgeschichte in Österreich. Lässt sich daraus ein Trend ablesen?

Nicht nur gefühlt wärmer

Aus meteorologischer Sicht ist seit 1980 ein signifikanter Anstieg der Temperaturen zu beobachten. Den meteorologischen Berechnungen der ZAMG zufolge ist die Temperatur von Mitte der 1970er Jahre bis 2014 um rund 1,8 Grad gestiegen - im Tiefland wie in den Gipfelregionen. Die Treibhausgas-Emissionen sehen Experten als eine der Hauptursachen für die Erwärmung in Österreich an, auch wenn man die natürlichen Klimaschwankungen innerhalb der globalen Atmosphäre, wie Hochdruck- oder Tiefdruckgebiete, berücksichtigen muss.

Es ist davon auszugehen, dass auch in den kommenden Jahren der Temperaturanstieg nicht aufhören wird. Dass dem so ist, beweist die derzeitige Hitzewelle Ende Juni. Die Temperaturen könnten in den nächsten Tagen vereinzelt auch Österreichs Juni-Hitzerekord - er liegt bei 38,6 Grad - nahe kommen. Die derzeitige Hitzewelle werde laut ZAMG auch dafür sorgen, dass sich der Juni 2017 unter die wärmsten Junimonaten der Messgeschichte in Österreich einreiht. Ein Platz unter den drei wärmsten Junimonaten sei sehr realistisch. "Der Juni liegt momentan 2,5 °C über dem vieljährigen Mittel", sagt ZAMG-Klimatologe Orlik in einer Aussendung. Die bisher wärmsten Junimonate der Messgeschichte sind der Juni 2003 mit 4,1 Grad Celsius über dem Mittel, der Juni 1811 mit 3,1 Grad über dem Mittel und der Juni 2002 mit 2,3 Grad über dem Mittel.

Globale Erwärmung

Auch die Daten zum globalen Klima von der US-Raumfahrtbehörde Nasa beziehungsweise des "NASA Goddard Institute for Space Studies" (GISS) zeigen einen kontinuierlichen Anstieg der Temperaturen in den letzten Jahrzehnten (siehe Grafik unten). 16 der 17 wärmsten Jahre der 136-jährigen Aufzeichnungen sind laut Nasa seit 2001 aufgetreten - ausgenommen das Jahr 1998. Der Mai 2017 war global gesehen der zweitwärmste seit modernem Messbeginn. Der letzte Monat lag um 0,88 Grad über dem Mai-Temperaturmittel der Jahre 1951 - 1980.

Erwärmung, globales Klima
© NASA/GISS

Klimatologen prognostizieren jedenfalls, dass künftig die heißen Perioden zunehmen werden - auch in Österreich.