Niederösterreich von

Nordkoreas Wasserstoffbombe
bis Hollabrunn spürbar

HTL-Schüler in Hollabrunn zeichnen Erdstöße auf

Wissenschaftler zeigt auf ein Erdbeben-Seismogramm. © Bild: APA/Georg Hochmuth

Am vergangenen Sonntag hat Nordkorea trotz internationaler Sanktionen seinen bisher größten Atomwaffentest unternommen und eine Wasserstoffbombe gezündet. Die Detonation der Bombe, deren Explosionskraft um ein Vielfaches höher ist, als jener einer herkömmlichen Atombombe, war bis Österreich spürbar.

Erste seismische Hinweise auf einen unterirdischen Atomversuch Nordkoreas gab ein Erdbeben der Stärke 6,3 in der Provinz Nord-Hamgyong im Nordosten, wo auch frühere Nuklearversuche unternommen worden waren. Und auch im Nordosten Chinas bebte die Erde.

Selbst entwickelter Seismograf

Dies ist keine große Überraschung bei einem Test wie diesem. Für eine große Überraschung sorgte jedoch eine Schule im österreichischen Hollabrunn: Die dort ansässige HTL konnte die Detonation der Wasserstoffbombe messen. Mit einem von Diplomanden entwickelten Seismografen, der im Keller der Schule steht, waren die Erdbebenwellen eindeutig messbar. Laut dem Leiter der IT-Abteilung der Schule löste die Wasserbombe sogar Erdstöße der Stärke 6,3 aus, wie kurier.at berichtet.

Der Seismograf entstand demnach im Rahmen einer Diplomarbeit und ist aufgrund der modernen verwendeten Technik hochempfindlich, so die Erklärung.

Besonders verheerende Nuklearwaffe

Wasserstoffbomben sind potenziell besonders verheerende Nuklearwaffen. Anders als einfache atomare Sprengsätze beziehen sie den Großteil ihrer Zerstörungskraft nicht aus der Spaltung von Uran- oder Plutoniumkernen, sondern aus der Verschmelzung (Fusion) von Kernen des Elements Wasserstoff.

Die erste zweistufige echte Wasserstoffbombe der Welt wurde von den USA am 1. November 1952 im Pazifik getestet (Operation Ivy Mike), die Sowjetunion folgte im Jahr darauf. Diese Waffen waren aber eher Prototypen, die für Einsätze noch nicht geeignet waren. Militärisch nutzbare Bomben hatten die beiden Supermächte erst etwas später. In Kriegen eingesetzt wurden diese bisher nie.