Gebärmutter-Myome von

So gefährlich sind Myome
in der Gebärmutter wirklich

Gebärmutter-Myome - So gefährlich sind Myome
in der Gebärmutter wirklich © Bild: imago/Photocase

Myome oder Gebärmutterwucherungen sind langsam wachsende, gutartige Tumoren der Gebärmutter und zählen zu den häufigsten Tumoren bei Frauen im gebärfähigen Alter. Etwa jede vierte Frau über 30 Jahre ist betroffen. Die wichtigsten Antworten zu dem weitverbreiteten Leiden.

Wie häufig die Myome sind, ist schwer zu schätzen, weil viele Studien nur Frauen berücksichtigen, bei denen Beschwerden auftreten. Doch auch das ist extrem häufig der Fall: Jede vierte bis sechste Frau im gebärfähigen Alter in Europa ist von Myomen betroffen.

Was genau ist ein Myom?

Myome sind gutartige Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium). Gutartig bedeutet bei Tumoren, dass die Wucherung mit einer Art Hülle vom "normalen" Gewebe des umliegenden Organs abgetrennt ist, nicht in das Organ einwächst und es somit auch nicht in seiner Funktion beeinträchtigt. Die Größe reicht von unter einem Millimeter bis weit über 15 Zentimeter.

Wie entstehen Myome?

Warum sich Myome bilden, ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt sind aber einige Risikofaktoren. So spielen erbliche Faktoren und Übergewicht eine Rolle.

© imago/UIG

Welche Anzeichen deuten auf Myome hin?

Oft machen sich Myome durch Veränderungen der Regelblutung bemerkbar. Diese kann mit langanhaltenden Schmerzen und Krämpfen verknüpft sein, mit besonders starken Blutungen einhergehen oder länger als sieben Tage andauern.

Manchmal entdecken Ärzte bei Routineuntersuchungen per Ultraschall Myome, die keine Beschwerden verursachen.
Die Wucherungen können zudem Beschwerden auslösen, die nicht mit der Periode zusammenhängen:

  • Druck auf die Blase mit vermehrtem Harndrang,
  • Druckgefühl auf den Darm, verbunden mit Schmerzen und Blähungen,
    Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
  • ein Fremd- oder Schweregefühl im Becken,
  • Schmerzen im Rücken oder in die Beine ziehend.

Es gibt allerdings weitere Erkrankungen wie etwa Endometriose, die ähnliche Symptome wie Myome auslösen können.

Wie werden Myome behandelt?

In den 1980er-Jahren hat die Diagnose noch die Entfernung der Gebärmutter zur Folge gehabt. Mittels Ultraschalldiagnostik ist es heute möglich, die Myome zu beobachten und in einem ersten Schritt medikamentös zu behandeln.

Sind nach wie vor Eingriffe (fokussierter Ultraschall, Embolisation, Ausschälung) notwendig, könne der Uterus und damit auch die Fruchtbarkeit erhalten bleiben, erläuterte Christoph Brezinka von der Univ. Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin in Innsbruck.

Beeinflussen Myome Fruchtbarkeit oder Schwangerschaft?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Auf der einen Seite existieren Hinweise, dass es mit bestimmten Gebärmutterwucherungen schwieriger ist, schwanger zu werden. "Wenn der Gebärmutterknoten zum Beispiel direkt vor den Eileitern liegt, kann er den Eingang regelrecht blockieren", sagt Gynäkologe Matthias David gegenüber Spiegel-Online.

»Wenn der Gebärmutterknoten zum Beispiel direkt vor den Eileitern liegt, kann er den Eingang regelrecht blockieren«

Auch das Risiko für Frühgeburten ist höher. Zusätzlich ist bei Myom-Patientinnen öfter ein Kaiserschnitt nötig, oder es kann zu starken Blutungen nach der Geburt kommen. Allerdings fehlen große Studien, die untersuchen, ob es bei einem Kinderwunsch wirklich sinnvoll ist, die Myome zu entfernen und welche Methode dann die besten Ergebnisse erziele.