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Giftige Garten-Zucchini

Mann stirbt nach Verzehr - Weggezüchtete Bitterstoffe haben sich rückmutiert

Zucchini © Bild: istockphoto.com/MaryAnnShmueli

Eine unglaubliche Geschichte, aber wahr: Am Donnerstag starb ein 79-Jähriger Mann im deutschen Baden-Württembergs, nachdem er einen Auflauf aus selbstgezüchteten Zucchini von seinem Nachbarn gegessen hatte. Vor seinem Tod berichtete er, dass das Gemüse ungewöhnlich bitter schmeckte. EDas labor stellte fest: Das Gemüse war giftig und enthielt den Bitterstoff Cucurbitacin.

Wegen der Trockenheit scheinen sich in diesem Jahr in privat angebauten Kürbissen und Zucchini vermehrt Bitterstoffe gebildet zu haben. Die sogenannten Cucurbitacine könnten Durchfallerkrankungen, beim Verzehr größerer Mengen sogar lebensgefährliche Darmschäden auslösen.

Vorsicht, wenn Zucchini bitter schmecken!

Der Stoff ist aus Kürbisgewächsen wie Gurken und Zucchini eigentlich heraus gezüchtet worden, wie die Süddeutsche berichtet. Durch Rückmutationen und Rückkreuzungen können sie aber in Einzelfällen das Gift wieder enthalten. "Das Hauptrisiko liegt im Kleingärtnerbereich, wenn die Gärtner mit eigenen Samen jedes Jahr wieder Zucchini hochziehen", erklärt Norber Pfeufer, der ärztliche Leiter der zentralen Notaufnahme des Klinikums. Das Gift verschwinde auch beim Kochen nicht und löse die Schleimhaut im Magen-Darm-Bereich auf. Roth zufolge könnte auch die Hitze der vergangenen Wochen Ursache für die giftige Zucchini sein: "Manche Pflanzen, die in Stress geraten, produzieren Gifte", sagt Chemiedirektorin Maria Roth.

In Bayern sind nach Behördenangaben in diesem Sommer mindestens fünf Menschen nach dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbisse ärztlich behandelt worden. Bei allen Patienten seien sogenannte Cucurbitacin-Vergiftungen festgestellt worden, berichtete das bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit in Erlangen.

Keine Fälle in Österreich

Nicht jeden Durchfall brächten Betroffene oder Ärzte mit dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbissen in Zusammenhang. In Österreich sind bisher keine derartigen Fälle bekannt geworden, so Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

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